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SightCity Forum

Aktiv barrierefrei

21.04.2017
Das SightCity Forum bietet vom 3. bis 5. Mai Sehbehinderten sowie Experten aus Medizin, Reha und Optik kostenfreie Vorträge und Diskussionen. Foto: © Kerstin Philipp/SightCity

Das Vortragsprogramm des SightCity Forums zeigt an drei Tagen die Vielfalt des Themas Low Vision.

Wie kann die Teilhabe sehbehinderter und blinder Menschen im Beruf und persönlichen Alltag gemeinsam gestaltet werden? Und was bringt die Zukunft? Diesen Fragen widmet sich das diesjährige SightCity Forum, das vom 3. bis 5. Mai auf der SightCity, Europas größter Fachmesse für Sehbehinderten- und Blindenhilfsmittel, stattfindet. Veranstaltungsort ist das Sheraton-Hotel am Flughafen Frankfurt, Hugo-Eckener-Ring 15, Terminal 1, 60549 Frankfurt am Main.

Mehr als 120 Aussteller aus über 20 Ländern, so der Veranstalter, präsentieren auf der SightCity neue Produktentwicklungen und Angebote für sehbehinderte und blinde Menschen. Experten aus Medizin, Optik und Reha, Hersteller und Betroffene können sich außerdem an allen drei Messetagen im SightCity Forum über neue Entwicklungen im Bereich Low Vision informieren und austauschen. Täglich finden Patientensymposien statt, in deren Fokus die Therapie und Forschung zu Erkrankungen wie Trockenes Auge, Glaukom und  Altersabhängige Makuladegeneration (AMD) stehen.

Den speziellen Herausforderungen und Perspektiven bei einer Hörsehbehinderung widmen sich mehrere Vorträge am Mittwochnachmittag (3. Mai). Im „Patienten-Talk“ am Donnerstag (4. Mai) berichten Menschen mit einer erworbenen Sehbehinderung oder Blindheit, welche Auswirkungen die Erkrankung vom Moment der Diagnose an auf ihr alltägliches Leben und ihre berufliche Laufbahn hatte und wo sie Unterstützung erhielten.

Frühe augenheilkundliche Reha für akut Erblindende
Weitere Themen des SightCity Forums sind unter anderem Schlaf-Wach-Probleme bei völliger Erblindung, Zelltherapie der Netzhaut mit iPS-Stammzellen sowie Präventionsprogramme für gutes Sehen in Pflegeeinrichtungen und eine frühe augenheilkundliche Reha.
Erstmals liegt ein zwischen allen Partnern geklärtes und abgestimmtes Konzept für eine sechswöchige frühe Rehabilitation für akut erblindende Menschen im Erwerbsalter in Deutschland vor. Diese Rehabilitation sieht eine Verarbeitung der Behinderung, Erlernen von spezifischen Techniken in der Lebensbewältigung, den Austausch in einer Peer Group und die frühe Wiedereingliederung in die Arbeitswelt vor. Eine Kostenvereinbarung wird derzeit geklärt und abgestimmt.

Neue Wege in den Arbeitsmarkt
Das Netzwerk „Berufliche Teilhabe“ der Berufsbildungs- und Berufsförderungswerke setzt sich für die Integration sehbehinderter und blinder Menschen in den Arbeitsmarkt ein. Im SightCity Forum informieren Referenten am Mittwoch (3. Mai) und Freitag (5. Mai) unter anderem über neue Wege bei der Wissensvermittlung. Vorgestellt werden zum Beispiel ein Projekt zur Inklusion von sehgeschädigten Schülern und Auszubildenden durch gezielte Sportangebote, ein Kompensationstraining bei halbseitigem Gesichtsfeldausfall und der Beruf „Medizinische Tastuntersucherin“, eine Brustkrebsfrüherkennung durch sehbehinderte und blinde Frauen.

Die Chancen der digitalen Welt
Die aktive barrierefreie Teilhabe ist der Schwerpunkt des Forums, und bei diesem Thema dürfen die Möglichkeiten der digitalen Entwicklungen nicht fehlen. Gerade mit Smartphone und Co. können Sehbehinderte und Blinde heute ihren Alltag in vielen Situationen selbst barrierefreier gestalten. Mehrere Vorträge zeigen, wie die Geräte am besten genutzt werden und welche Neuheiten es gibt. Ein kontroverses Thema sind die Maschinen-Menschen (Cyborgs), in deren Körper technische Geräte integriert werden. Ein Vortrag widmet sich der Frage: „Wollen Sehbehinderte wirklich die ersten Maschinen-Menschen sein?“

Die Besucher können zum Thema Barrierefreiheit außerdem auch selbst aktiv werden. Am Donnerstagnachmittag (4. Mai) sind die Tanzschuhe gefragt. Ein Workshop lädt ein zum Square Dance und zeigt, wie Tanzen barrierefrei möglich ist.

Gefördert durch die „Marga und Walter Boll-Stiftung“
Das SightCity Forum wird gefördert durch die „Marga und Walter Boll-Stiftung“. Die Boll-Stiftung mit Sitz in Kerpen unterstützt soziale Projekte und Einrichtungen insbesondere im regionalen Raum sowie Wissenschaft und Forschung in den Bereichen der Technischen Wissenschaften, der Wirtschafts-, Gesellschafts-, Bio- und Naturwissenschaften sowie in der Medizin- und Gesundheitsforschung.

Für die inhaltliche Gestaltung des SightCity Forums sind neben dem Aachener Centrum für Technologietransfer in der Ophthalmologie (ACTO) e. V. die PRO RETINA Deutschland e. V., der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) e. V. und die Berufsförderungs- und Berufsbildungswerke verantwortlich.

Fortbildung für medizinische Fachangestellte
In Zusammenarbeit mit der Bayer Vital GmbH findet darüber hinaus der Workshop „Die Praxis als Team: MIT ANDEREN AUGEN durch den Alltag“ statt. Er schult medizinische Fachangestellte aus Augenarztpraxen und Universitätsaugenkliniken im Umgang mit sehbehinderten Patienten. Die Teilnahme, darauf macht der Veranstalter aufmerksam, ist nur nach vorheriger Anmeldung und mit Anmeldebestätigung möglich. Interessierte können sich anmelden bei: Edith Frohn, ACTO e. V., E-Mail: frohn@acto.de. Der Eintritt zur Messe und zu allen Vorträgen ist frei.
 

Das SightCity Forum bietet vom 3. bis 5. Mai Sehbehinderten sowie Experten aus Medizin, Reha und Optik kostenfreie Vorträge und Diskussionen. Foto: © Kerstin Philipp/SightCity