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CBM zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni

Basis-Versorgung in Langzeit-Camps verbessern

16.06.2017
Die CBM bietet augenmedizinische Basisversorgung im weltgrößten Flüchtlingscamp in Dadaab/Kenia an. Foto: © CBM/Hayduk

Anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni fordert die Christoffel-Blindenmission (CBM) für die Bewohner in Flüchtlingscamps auch mehr langfristig wirkende augenmedizinische Hilfe.

"Rund 40 Prozent der Menschen, die wegen Gewalt, Hunger oder Naturkatastrophen ihr Heimatland verlassen mussten, sind laut dem britischen Overseas Development Institute bereits seit zehn und mehr Jahren auf der Flucht, betont die CBM und ihr Geschäftsführer, Dr. Rainer Brockhaus, ergänzt: "Flucht ist für die Betroffenen kein kurzfristiges Phänomen. Doch in den Projekten für Flüchtlinge wird dies noch zu wenig berücksichtigt. Viele Maßnahmen lindern zwar akute Not, langfristig wirkende Hilfe kommt jedoch oft zu kurz. Das muss sich ändern." Das gelte insbesondere für die Flüchtlingscamps, die schon längst keine temporären Zufluchtsorte mehr seien - so wie Dadaab in Ostkenia: Das Lager besteht seit Anfang der 1990er-Jahre und gilt als das größte der Welt.
 
Früherkennung, um Behinderungen zu vermeiden
400.000 Menschen, hauptsächlich Bürgerkriegsflüchtlinge aus Somalia, leben laut CBM derzeit in Dadaab, viele schon seit über 20 Jahren. Doch ihre medizinische Versorgung sei schlecht. Gerade chronische Leiden blieben oft unentdeckt und würden nicht behandelt - was zu dauerhaften Behinderungen führen könne, so die Organisation für Entwicklungszusammenarbeit. Das wiederum habe fatale Folgen: Da das Flüchtlingscamp kaum auf die Bedürfnisse von behinderten Menschen ausgerichtet sei, könnten Betroffene nicht alle Einrichtungen nutzen. Dazu gehörten auch Wasserstellen, Essensausgaben und Toiletten.
Um dem vorzubeugen, bietet die CBM mit einem lokalen Partner in Dadaab, genauso wie in Kakuma, dem anderen großen Flüchtlingslager in Kenia, augenmedizinische Basisversorgung für die Bewohner an. Regelmäßige Untersuchungen vor allem von Schulkindern, die Versorgung mit Medikamenten und Brillen sowie die Durchführung von Operationen am Grauen Star helfen, die Sehfähigkeit der Menschen zu bewahren oder wiederherzustellen. Nur so sei der Zugang zu allen lebensnotwendigen Hilfsangeboten im Camp für sie gewährleistet.
 
Aus Sicht von CBM-Geschäftsführer Brockhaus braucht es noch mehr solcher Maßnahmen, nicht nur in Kenia: "Die medizinische Versorgung von Flüchtlingen weltweit muss stärker als bisher auf Früherkennung und Vorbeugung ausgerichtet sein. Das gilt für staatliche und nicht staatliche Hilfe gleichermaßen. Denn nur so können wir sicherstellen, dass die Gesundheit der Menschen nicht noch mehr und dauerhaft leidet."
 

Die CBM bietet augenmedizinische Basisversorgung im weltgrößten Flüchtlingscamp in Dadaab/Kenia an. Foto: © CBM/Hayduk