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Marburger Bund fordert:

Mehr Medizinstudienplätze schaffen

28.07.2016
Rudolf Henke (Foto: Marburger Bund)

Der Marburger Bund bekräftigt die Forderung des Patientenbeauftragten der Bundesregierung, dem Ärztemangel mit einer Aufstockung der Medizinstudienplätze zu begegnen.

„Eine Reform ohne Ausweitung der Studienkapazitäten kann kein Masterplan sein. Deshalb können wir dem Patientenbeauftragten der Bundesregierung nur beipflichten: Wer dem Ärztemangel in Klinik und Praxis wirksam begegnen will, muss mehr Medizinstudienplätze bereitstellen“, begrüßte Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes, entsprechende Forderungen von Karl-Josef Laumann, Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit. Mit den heutigen Kapazitäten, die weitgehend denen vor 25 Jahren entsprechen, werde sich das Niveau der ärztlichen Versorgung nicht aufrechterhalten lassen.

„Wir wissen doch jetzt schon, dass  in zehn Jahren eine riesige Ruhestandswelle bei den Ärzten auf uns zukommt, wenn die stärksten Babyboomer-Jahrgänge in Rente gehen. Darauf müssen wir ebenso gut vorbereitet sein, wie auf den völlig berechtigten Anspruch jüngerer Ärztinnen und Ärzte, keine 50 bis 60 Stunden pro Woche mehr zu arbeiten. Wir brauchen mindestens zehn Prozent mehr Medizinstudienplätze, um in zehn Jahren in keine Versorgungskrise hineinzulaufen. Die Länder müssen ihre Denkblockade in dieser Frage zu überwinden“, forderte Henke. Eine Erhöhung der Studienplätze könne durch größere Kapazitäten bestehender medizinischen Fakultäten, aber auch durch die Gründung neuer Fakultäten öffentlicher Hochschulen erreicht werden.

Derzeit gibt es fünfmal so viele Bewerber wie Studienplätze im Fach Humanmedizin. Pro Jahr werden etwa 10.600 Studierende zum Medizinstudium zugelassen. „Die große Diskrepanz zwischen der Bewerberzahl und den vorhandenen Medizinstudienplätzen ist nicht nur für diejenigen frustrierend, die oft mehrere Jahre warten müssen, bis sie ihr Wunschstudium aufnehmen können oder die in absehbarer Zeit gar keinen Studienplatz erhalten. Es ist auch versorgungspolitisch höchst problematisch, die Studienkapazitäten auf einem Niveau einzufrieren, wie es Mitte der 1980er Jahre in der Zeit vor der Wiedervereinigung in der alten Bundesrepublik bestand“, so Henke. Bund und Länder müssten für eine bessere Grundfinanzierung der Hochschulmedizin sorgen. Der Wiedereinstieg des Bundes in die Hochschulfinanzierung sei unabdingbar, die Länder müssten ihren Eigenanteil erhöhen, forderte der MB-Vorsitzende.

 

Rudolf Henke (Foto: Marburger Bund)