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SpiFa-Appell an die GKV

Spielraum sinnvoll zur Versorgungsverbesserung nutzen

09.03.2017
Lars L. Lindemann (l.) und Dirk Heinrich. Fotos: © Andreas Schoelzel/SpiFa

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) hat Stellung bezogen zu den Finanzreserven der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sowie dem veröffentlichten Sondergutachten der Monopolkommission zum Thema „Stand und Perspektiven des Wettbewerbs im deutschen Krankenversicherungssystem“.

Laut SpiFA geben die jüngst publizierten Finanzergebnisse der GKV für das Jahr 2016 sowie die von der Monopolkommission in dieser Woche veröffentlichten Vorschläge zur Verbesserung des Wettbewerbs im deutschen Krankenversicherungssystem Anlass, die gesetzlichen Krankenkassen erneut dazu aufzufordern, die Spielräume, welche im GKV-System vorhanden seien, auch für eine Verbesserung der Versorgung der Patienten zu nutzen. Dazu gehöre auch eine entsprechende Förderung des selektivvertraglichen Bereichs für Fachärzte. "Die gesetzlichen Krankenkassen sind insbesondere gefordert, Bereiche zu fördern, welche im Kollektivvertragssystem nur mangelhaft abgebildet werden", so der SpiFa.

„Innovationsfreude, welche von Ärzten in Klinik und Praxis erwartet wird, muss gleichzeitig auch Maßstab für die gesetzlichen Krankenkassen bei der Nutzung von finanziellen Spielräumen sein. Innovative Versorgungskonzepte müssen über den fachärztlichen selektivvertraglichen Bereich schneller in das System gebracht werden“, kommentiert Lars F. Lindemann, Hauptgeschäftsführer des SpiFa die jüngsten Veröffentlichungen.

Des Weiteren äüßerte sich der Spitzenverband zur Forderung der Monopolkommission, wonach in der hausarztzentrierten Versorgung die gesetzliche Verpflichtung zum Abschluss von Verträgen nach § 73b Abs. 4 SGB V mit Gemeinschaften von Hausärzten erfolgen muss, die zumindest 50 Prozent der Hausärzte im Bezirk einer Kassenärztlichen Vereinigung vertreten, aufgehoben werden soll. So erklärt der SpiFA-Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Heinrich: „Nach 10 Jahren hausarztzentrierter Versorgung auf der derzeitig geltenden Gesetzesgrundlage und vor dem Hintergrund der allseits sichtbaren Unzulänglichkeiten auf der Primärversorgungsebene schlicht ein Mehr an HZV-Verträgen zu fordern, löst kein Versorgungsproblem. Das Krankenversicherungssystem benötigt dringend eine Debatte zur Neudefinition von Grundversorgung in der Haus- und Fachärzte eine wichtige Rolle spielen!“

Bereits im Juni 2016 habe sich der SpiFa mit seinen Mitgliedsverbänden in seiner Agenda für die Fachärzte in Deutschland für eine Kombination von Kollektiv- und Selektivverträgen zur Versorgungsverbesserung ausgesprochen (das Papier Facharzt 2020 ist zu finden unter www.spifa.de).

 

Lars L. Lindemann (l.) und Dirk Heinrich. Fotos: © Andreas Schoelzel/SpiFa