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Niedersachsen

Milliardenprogramm für Krankenhaus-Modernisierungen

06.07.2017
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil. (Quelle: StK / Philipp v. Ditfurth)

Zum Abbau des Investitionsstaus bei den Krankenhäusern im Land hat Niedersachsens rot-grüne Landesregierung bis 2020 Investitionen von insgesamt 1,3 Milliarden Euro angekündigt. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hält den kompletten Neubau der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) für denkbar.

Nachdem das Niedersächsische Kabinett in dieser Woche bereits über die ersten Investitionen im Umfang von 650 Millionen Euro entschieden hatte, wird das Sonderinvestitionsprogramm, das von Land und Kommunen finanziert wird, konkreter. Ein Großteil des Geldes soll für Modernisierungen und Baumaßnahmen fließen.

Sogar der Vorschlag des kompletten Neubaus der MHH sei «diskutabel» sagte Weil der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung» (Donnerstag). Die Landesregierung plant, mehr als zwei Milliarden Euro in die Modernisierung der Universitätskliniken in Hannover und Göttingen zu investieren. Deren Gebäude befinden sich zum Teil in einem maroden Zustand. Der Landesrechnungshof hatte kürzlich empfohlen, die Variante eines kompletten Neubaus der MHH an einem neuen Standort als «gleichberechtigte Alternative» zu einer Grundinstandsetzung der vorhandenen Klinikgebäude in Erwägung zu ziehen.

19 Einrichtungen machen den Auftakt
Den Auftakt macht ein Programm mit einem Volumen von 120 Millionen Euro für insgesamt 19 Projekte:

  • WOLFSBURG: Städtisches Klinikum, Neustrukturierung der Kinder- und Jugendmedizin (5 Millionen Euro)
  • HANNOVER: Diakoniekrankenhaus Henriettenstift, Zentrale Sterilgutversorgung am Standort Marienstraße (2 Mio)
  • HANNOVER: Kinderkrankenhaus auf der Bult, Sanierung der Pflegestationen (5 Mio)
  • BASSUM: Alexianer Landkreis Diepholz, Umstrukturierung medizinisches Konzept (1,5 Mio)
  • HOLZMINDEN: Evangelisches Krankenhaus, Neustrukturierung Funktions- und Pflegebereich (7,5 Mio)
  • BAD BEVENSEN: Herz-Kreislaufklinik, Zusammenlegung der Intensivmedizin (9 Mio)
  • LINGEN: St. Bonifatius Hospital, Sanierung Funktionsbereich Nukleardiagnostik-Strahlentherapie und Neubau Pflegebereich (8 Mio)
  • MEPPEN: Krankenhaus Ludmillenstift, Neubau Bettenhaus und Umbau Zentrale Notaufnahme und OP (5 Mio)
  • LEER: Klinikum Leer, Neubau einer Klinik für Psychosomatische Medizin am Klinikum Leer (3,4 Mio)
  • LÜNEBURG: Städtisches Klinikum, Bau Interdisziplinäre Notaufnahme und IMC (Intermediate Care Station), Konzentration Radiologie, Neubau Intensiv (11,4 Mio)
  • OLDENBURG: Pius-Hospital, Umstrukturierung OP/Ersatz F-Flügel (8,7 Mio)
  • OLDENBURG: Evangelisches Krankenhaus, Neubau Funktionstrakt 1. Bau-Abschnitt (10,5 Mio)
  • CLOPPENBURG: St.-Josefs-Hospital, Sanierung und Erweiterung St. Josefs-Hospital, 1. Bauabschnitt und 2. TA (7 Mio)
  • SANDE: Nordwestkrankenhaus, Reorganisation Pflege (8 Mio)
  • WALSRODE: Heidekreisklinikum, Teilverlagerung der Fachabteilung Chirurgie von Soltau, Vorarbeiten Zentrale Notaufnahme (1 Mio)
  • BAD ZWISCHENAHN: Karl-Jaspers-Klinik, Neubau und Erweiterung Psychiatrie, Kapazitätserhöhung um 39 Betten (4,8 Mio)
  • HASELÜNNE: St. Vinzent Hospital, Erweiterung einer Abteilung für Psychosomatik und Erneuerung der Elektrozentrale (4,5 Mio)
  • LOHNE: St. Franziskushospital, Etablierung Demenzbereich (2,9 Mio)
  • VECHTA: St. Marienhospital, Umstrukturierung Kinderklinik (5,7 Mio)
  • Das Land investiert zudem 9 Millionen Euro in kleinere Bauvorhaben und die Erstanschaffung von medizinisch-technischen Großgeräten.
Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) betonte, mit dem nun gestarteten Programm würden alle Investitionsstaus weitgehend abgebaut. «Niedersachsen hat zusammen mit Baden-Württemberg die geringste Bettendichte in Deutschland», sagte die Ministerin. Im bundesweiten Schnitt liege sie bei 63 Betten pro 10 000 Einwohnern - in Niedersachsen dagegen bei gerade mal 53,6 (Baden-Württemberg: 53,0). Zum Vergleich: Bremen kommt auf einen Wert von 81,9, Sachsen-Anhalt auf 74,4 Betten pro 10 000 Einwohnern. (dpa)
 

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil. (Quelle: StK / Philipp v. Ditfurth)