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Gewerkschaft kündigt Aktionen an

Pfleger-Mangel an der Charité

01.08.2017
(Foto: Charité)

Zwischen der Berliner Universitätsklinik Charité und der Gewerkschaft Verdi gibt es erneut Zwist über den Umgang mit personellen Engpässen auf Stationen.

Verdi beklagt, dass die Klinik selbst bei im Voraus bekannter Unterbesetzung weder zusätzliche Schwestern und Pfleger einsetze noch zum Beispiel einen Aufnahmestopp für neue Patienten verhänge. Letzteres sei «keine geeignete Lösung», erklärte der Ärztliche Direktor Ulrich Frei auf dpa-Anfrage. Die Charité sei für das Wohl der Patienten verantwortlich.

Verdi pocht darauf, dass im Tarifvertrag bei Unterbesetzung entlastende Maßnahmen des Klinikums vorgesehen seien. Nach vier Verhandlungsrunden gebe es «kaum Bewegung» in den Neuverhandlungen.
Die Gewerkschaft kündigte «Aktionen» ab 8. August an, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Auch Frei spricht von «Umsetzungsdefiziten» im Tarifvertrag. Ursache für den Konflikt sei ein Mangel an geeignetem Personal. «Die Anstrengungen der Charité, ausreichend Personal zu rekrutieren, werden intensiv fortgesetzt», kündigte er an. 250 Vollkräfte seien bereits eingestellt worden. Frei zeigte sich zuversichtlich, dass in den Gesprächen «eine befriedigende Lösung» gefunden werde.

Der vor gut einem Jahr in Kraft getretene und nun ausgelaufene Tarifvertrag regelt nach jahrelangen Verhandlungen und Pfleger-Streiks personelle Mindestbesetzungen auf Stationen, ein Novum bundesweit. Ziel war ein Zuwachs an Pflegekräften und damit Entlastung für das Personal. Die Charité hatte von Beginn an auf die begrenzte Verfügbarkeit geeigneter Kräfte auf dem Personalmarkt hingewiesen.
(dpa)
 

 

(Foto: Charité)