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Sturzprävention am Rollator

Mehr Sicherheit dank intelligenter Haltungserkennung

17.02.2017
Symbolbild: © Ingo Bartussek - Fotolia.com

Im jetzt gestarteten Forschungsvorhaben ModESt entwickelt der Forschungsbereich Cyber-Physical Systems des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in einem Konsortium um den Projektkoordinator Budelmann Elektronik ein intelligentes Unterstützungssystem zur Sturzprävention bei der Benutzung von Rollatoren.

Die Verwendung von Gehhilfeassistenten ist für viele Menschen eine Voraussetzung für ein aktives und unabhängiges Leben – doch ihre Nutzung birgt auch Gefahren, etwa durch die falsche Nutzung in Form von Haltungsfehlern. Auch sind einige Menschen aufgrund kognitiver Einschränkungen nicht mehr in der Lage, sich die korrekte Haltung langfristig einzuprägen. Die falsche Benutzung des Rollators birgt jedoch eine akute Sturzgefährdung, die nur durch eine Korrektur der Körperhaltung vermindert werden kann. Mit der Entwicklung eines Unterstützungssystems zur Haltungserkennung trägt ModESt („Rollator-Modul zur Haltungs-Erkennung und Sturz-Prävention“) dazu bei, die Gefahr, zu stürzen, erheblich zu verringern, meldet das DFKI.

Das zu entwickelnde System wird dabei in Form einer leichten Elektronikbox an dem Rollator befestigt. Es soll sowohl bei der Analyse der Haltung, deren Bewertung als auch bei der anschließenden Korrektur eingesetzt werden. Die Analysefunktion überprüft zunächst die Positionierung des Nutzers in Relation zum Rollator anhand von Distanzmessungen verschiedener Körperbereiche zum Gehassistenten. Anhand dieser Werte findet eine Bewertung der Haltung statt. Durch eine intuitive, dezente Rückmeldung bei der Erkennung eines Haltungsfehlers hilft das System bei dessen Korrektur.

Der DFKI-Forschungsbereich Cyber-Physical Systems unter Leitung von Prof. Rolf Drechsler schafft hierfür zunächst die technischen Voraussetzungen zur Erfassung von Haltungsmustern von am Rollator gehenden Personen. Auf dieser Grundlage bestimmen die DFKI-Wissenschaftler die optimalen Positionen für die Distanzsensoren an der Gehhilfe und entwickeln eine Software zur Bewertung der Haltungsmuster. Zudem erarbeitet der Forschungsbereich, der über umfangreiche Erfahrungen sowohl in der Entwicklung von Assistenzsystemen als auch in der Sensordatenfusion verfügt, ein Konzept, wie der Rollator bestmöglich auf eine Person eingestellt werden kann und beteiligt sich an der statistischen Bewertung des zu erwartenden Nutzens des Systems.

Nach erfolgreichem Projektabschluss soll das Unterstützungssystem sowohl für ältere Menschen mit Haltungsproblemen als auch für kranke Menschen eingesetzt werden, um durch eine intelligente Sturz-Prävention Mobilitätseinschränkungen sowie Unsicherheiten zu verhindern und die Lebensqualität dieser Menschen erheblich zu verbessern.

Das auf drei Jahre ausgelegte Verbundprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 912.000 Euro im Rahmen der Förderlinie „Mensch-Technik-Interaktion im demografischen Wandel“ gefördert. Zum Konsortium gehören vier Partner aus Wissenschaft, Gesundheit und Industrie: dazu zählen neben dem Projektkoordinator Budelmann Elektronik in Münster und dem Bremer DFKI-Forschungsbereich Cyber-Physical Systems, der Gesundheit Nord Klinikverbund Bremen mit der Fachabteilung für Geriatrie in Bremen sowie die TOPRO GmbH in Fürstenfeldbruck.

Weitere Informationen unter: www.dfki.de/cps/research/projects/ModEst


 

 

Symbolbild: © Ingo Bartussek - Fotolia.com