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Palliativmedizin bei COPD-Patienten

Anteil an allen Betroffenen ist relativ gering

20.04.2017
Foto: © Photographee.eu - fotolia.com

In einer kürzlich veröffentlichten Studie haben deren Autoren beobachtet, dass immer mehr Patienten palliativmedizinisch versorgt werden. Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenkrankheit (COPD) im Endstadium, die wegen einer Exazerbation in ein Krankenhaus eingewiesen werden, betrifft dies allerdings weniger.

55.208.382 Hospitalisierungen aus dem Nationwide Inpatient Sample für die Jahre 2006–2012 wurden untersucht. Die Studienautoren identifizierten darunter 181.689 COPD-Patienten, die zu Hause beatmet und wegen einer Exazerbation stationär behandelt wurden. 3145 dieser Patien­ten (1,7 %) hatten außerdem Erfahrung mit einer palliativmedizinischen Versorgung gemacht. Zwischen den Jahren 2006 (0,45 %) und 2012 (2,56 %) kam es zu einem 4,5-fachen relativen Anstieg von Überweisungen an die Palliativmedizin (p<0,01). 

Patienten, die palliativmedizinisch beraten oder betreut wurden, waren im Vergleich zu solchen ohne diese Erfahrung älter (75 Jahre [Standardabweichung (SD) 10,9] vs. 70,6 Jahre [SD 9,7]; p<0,01), wurden länger stationär behandelt (4,9 Tage [interquartiler Bereich (IQR) 2,6–8,2] vs. 3,5 Tage [IQR 2,1–5,6]) und verstarben mit höherer Wahrscheinlichkeit im Krankenhaus (32,1 % vs. 1,5 %; p<0,01).  Die ethnische Zugehörigkeit stand in dieser kanadischen Studie in einem signifikanten Zusammenhang mit einer Überweisung in die Palliativversorgung, wobei Patienten mit heller Hautfarbe häufiger überwiesen wurden als solche, die einer Bevölkerungsminderheit angehörten (p<0,01). 

Zu den Faktoren, die mit einer Überweisung in die Palliativversorgung assoziiert waren, gehörten das Alter (Odds Ratio [OR] 1,03; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 1,02-1,04; p<0,01), eine metastasierende Krebserkrankung (OR 2,40; 95 %-KI 2,02–2,87; p<0,01), eine nicht metas­tasierende Krebserkrankung (OR 2,75; 95 %-KI 2,43–3,11; p<0,01), eine invasive Beatmung (OR 4,89; 95 %-KI 4,31–5,55; p<0,01), eine nicht invasive Beatmung (OR 2,84; 95 %-KI 2,58–3,12; p<0,01) und der Wunsch des Patienten, nicht wiederbelebt zu werden (OR 7,95; 95 %-KI 7,29–8,67; p<0,01). 

 

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