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Maßnahmenkatalog beschlossen

Masterplan soll Medizinstudium reformieren

03.04.2017
Medizinstudenten
Mehr Praxisbezug, aber auch die Befähigung zu lebenslangem Lernen soll der Masterplan für Medizinstudenten bringen. Foto: Kaesler Media - Fotolia.com

Nach zähem Ringen wurde am 31.03.2017 der "Masterplan Medizinstudium 2020" beschlossen. Wesentliche Punkte sind die Förderung der alltäglichen Versorgungspraxis, der Allgemeinmedizin und des wissenschaftlichen Arbeitens.

Beschlossen wurde das Maßnahmenpaket von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) und Bundesforschungsministerin Prof. Johanna Wanka (CDU) sowie Vertreterinnen und Vertreter der Gesundheits- und der Kultusministerkonferenz der Länder und der Koalitionsfraktionen des Deutschen Bundestages.

Der "Masterplan Medizinstudium 2020" sieht Veränderungen bei der Studienstruktur und den Ausbildungsinhalten vor. Die Lehre wird an der Vermittlung arztbezogener Fähigkeiten ausgerichtet. Dabei gilt das besondere Augenmerk dem Arzt-Patienten-Gespräch. Die Befähigung zum wissenschaftlichen Arbeiten soll weiter gestärkt werden, damit die künftigen Ärzte die Fülle immer neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse über ihr Berufsleben hinweg in die Praxis umsetzen können.

Um die Ärzte mehr auf den Alltag vorzubereiten, wird festgeschrieben, dass Studierende während des Praktischen Jahrs ein Quartal in der ambulanten Versorgung verbringen. Die Allgemeinmedizin wird in der Ausbildung weiter gestärkt. Beispielsweise werden allgemeinmedizinische Inhalte künftig in der Lehre möglichst ab dem ersten Semester über das gesamte Studium hinweg vermittelt und im Staatsexamen wird auch Allgemeinmedizin geprüft.

Auch die Zulassung wird weiterentwickelt. Diese soll verstärkt auf die heutigen und zukünftigen Anforderungen an ärztliche Tätigkeiten ausgerichtet werden. Soziale, kommunikative Kompetenzen und eine besondere Motivation für das Medizinstudium werden stärker gewichtet.

"Landarztquote"

Als weiterer Anreiz für eine Niederlassung im ländlichen Raum wird den Ländern die Einführung einer sogenannten Landarztquote ermöglicht. Die Länder können danach bis zu zehn Prozent der Medizinstudienplätze vorab an Bewerberinnen und Bewerber vergeben, die sich verpflichten, nach Abschluss des Studiums und der fachärztlichen Weiterbildung in der Allgemeinmedizin für bis zu zehn Jahre in der hausärztlichen Versorgung in unterversorgten beziehungsweise durch Unterversorgung bedrohten ländlichen Regionen tätig zu sein. Zudem sollen Studierende besser über die Möglichkeiten informiert werden, ganze Ausbildungsabschnitte im ländlichen Raum abzuleisten und über die finanzielle Förderung dafür. Dies soll die Maßnahmen ergänzen, die mit dem Versorgungsstärkungsgesetz bereits auf den Weg gebracht wurden, wie zum Beispiel gezielte finanzielle Anreize, welche die Kassenärztlichen Vereinigungen über Strukturfonds zur Niederlassung im ländlichen Raum setzen können.

Mit der Verabschiedung des Masterplans wird eine Expertenkommission unter der Leitung von Prof. Monika Harms, Generalbundesanwältin a.D., eingesetzt, welche die Auswirkungen der getroffenen Maßnahmen auf die Studienplatzsituation und die Kosten untersucht und innerhalb eines Jahres einen Vorschlag zur Änderung der Approbationsordnung für Ärzte erarbeiten wird.

"Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist ein wichtiger Schritt hin zu einem modernen Medizinstudium, das unsere Ärztinnen und Ärzte auf die künftigen Herausforderungen vorbereitet und eine gute Patientenversorgung überall in Deutschland auch in Zukunft sicherstellt“, kommentierte Gröhe. Seine Ministerkollegin Wanka meinte: "Mit dem Masterplan werden die Herausforderungen an die nächste Medizinergeneration definiert und Weichen für deren Ausbildung gestellt. Das Studium erhält mehr Praxisbezug, kommunikative und soziale Fähigkeiten mehr Gewicht, um die Arzt-Patienten-Beziehung zu stärken, die für den Behandlungserfolg besonders wichtig ist." Beide hoben hervor, wie bedeutend für sie die Förderung der Allgemeinmedizin ist.

(BMBF/ms)
 

Mehr Praxisbezug, aber auch die Befähigung zu lebenslangem Lernen soll der Masterplan für Medizinstudenten bringen. Foto: Kaesler Media - Fotolia.com