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Über dem Durchschnitt

Urologen arbeiten 53 Wochenstunden

11.08.2017
Symbolbild Arbeitszeit
Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hat den Arbeitsumfang von über 4360 Arztpraxen ausgewertet. Foto: fotomek - Fotolia.com.

Laut einer Erhebung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) arbeiten Urologen in der Woche 53 Stunden - mehr als der Durchschnitt aller Ärzte.

Ein niedergelassener Praxisinhaber kommt durchschnittlich auf eine 50-Stunden-Woche. In etwa einem Drittel der Arbeitszeit besteht kein direkter Kontakt zum Patienten, sondern die Zeit wird zum Beispiel für die Dokumentation, das Schreiben von Arztbriefen, Fallkonferenzen, das Praxismanagement und Fortbildungen aufgebracht.

Zu diesen Ergebnissen kommt das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) in seinem Zi-Praxis-Panel (ZiPP), an dessen Befragung zum Arbeitsumfang sich bundesweit über 4360 Praxen beteiligt haben. Die aktuell veröffentlichten Daten beziehen sich auf das Jahr 2014.

Betrachtet man die rein ärztliche Tätigkeit, also nur die Arbeitszeit mit direktem Patientenbezug, ohne Fortbildung und Praxismanagement, wenden die Ärzte gut vier Fünftel (82 Prozent) davon für die Behandlung der gesetzlich versicherten Patienten auf. Etwa ein Achtel (13 Prozent) ihrer Arbeitszeit widmen sie privat versicherten Patienten, die übrige Zeit entfällt auf Tätigkeiten im Krankenhaus oder die Behandlung von Patienten im Rahmen der gesetzlichen Unfallversicherung.

Privatpatienten nicht bevorzugt

„Die Ergebnisse zeigen, dass die niedergelassenen Ärzte gesetzlich und privat versicherten Patienten etwa jeweils gleich viel Arbeitszeit widmeten. Das ist bemerkenswert, da die gesetzlichen Krankenkassen die Arbeitszeit der Ärzte schlechter vergüten als die private Krankenversicherung“, erklärt Zi-Geschäftsführer Dr. Dominik von Stillfried. Privat Versicherte machen rund elf Prozent aller Versicherten aus. „Auch im Vergleich zum Tariflohn eines vergleichbar qualifizierten Oberarztes im Krankenhaus besteht nach den Daten des ZiPP immer noch ein bedauerlicher Abstand in der Vergütung je geleisteter Arbeitsstunde“, so von Stillfried weiter.

Der diesjährige ZiPP-Bericht untersucht eine Reihe von Aspekten der ärztlichen Arbeitszeit. Hierbei fällt auf, dass angestellte Ärzte vor allem Teilzeitmodelle bevorzugten und mit rund 24 Wochenstunden im Schnitt nur halb so viel arbeiteten wie die selbstständigen Praxisinhaber. Insgesamt tendierten Ärztinnen in allen Altersgruppen zu etwas niedrigeren Wochenarbeitszeiten als ihre männlichen Kollegen.

Mit Blick auf die Altersverteilung arbeiten Ärztinnen und Ärzte in ihren 50ern am meisten. Auch die Altersgruppe der 60er liegt mit ihrem Arbeits­pensum noch über dem der 40er.

Innerhalb der ärztlichen Fachgebiete gibt es deutliche Unterschiede in der geleisteten Arbeitszeit. Die längsten Zeiten gaben Kardiologen und Nuklearmediziner mit 57 Wochenstunden an. Augenärzte hingegen arbeiteten 47 Stunden, Psychotherapeuten im Schnitt 45 Stunden. Die Urologen liegen mit 53 Stunden über dem Durchschnitt. Dabei wendeten Radiologen, Nuklearmediziner und Psychotherapeuten die höchsten Anteile ihrer ärztlichen Arbeitszeit für Dokumentationsaufgaben auf. Rund 2,5 Stunden pro Woche investieren die niedergelassenen Ärzte in Fortbildungen, wobei von ärztlichen Psychotherapeuten und psychosomatisch tätigen Ärzten mit 2,7 beziehungsweise drei Stunden überdurchschnittliche Stundenzahlen angegeben wurden.

Das ZiPP ist die einzige repräsentative Erhebung zur jährlichen Entwicklung der wirtschaftlichen Situation von Vertragsärzten und Vertragspsychotherapeuten. Das Zi erhebt die Daten im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Kassenärztlichen Vereinigungen.

(Zi/ms)
 

Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hat den Arbeitsumfang von über 4360 Arztpraxen ausgewertet. Foto: fotomek - Fotolia.com.