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Expandierendes Wissenschaftsgebiet

Deutsche Gruppe bündelt Vesikelforschung

16.03.2017
GSEV
Das Logo der neu gegründeten Gesellschaft integriert den Gegenstand ihrer Forschung, die extrazellulären Vesikel, auch Exosomen genannt. Grafik: GSEV

Für die Erforschung extrazellulärer Vesikel hat sich eine Gruppe renommierter Wissenschaftler Anfang März zur German Society for Extracellular Vesicles (GSEV) zusammengeschlossen.

Ziel der Forschergruppe ist es, Grundlagen- und Anwendungsforschung auf diesem Gebiet zu bündeln. Extrazelluläre Vesikel spielen bei der Krebsdiagnostik und beim Therapiemonitoring eine wichtige Rolle und können genetische Botschaften zwischen Zellen übertragen.
 
Im Rahmen der Jahrestagung der Interdisziplinären Gruppe für Labormedizin und Durchflusszytometrie (IGLD) in Düsseldorf trafen Anfang März mehr als 150 Forscher aus dem deutschsprachigen Raum zusammen, um gemeinsam das nationale Netzwerk für extrazelluläre Vesikel (EV) zu gründen. Als GSEV wollen die Wissenschaftler die Vesikelforschung in Deutschland bündeln. Dr. Bernd Giebel, Privatdozent an der Universität Essen und Vorsitzender der GSEV, unterstrich die Wichtigkeit des Forschungsgebietes: „Das Feld der extrazellulären Vesikel expandiert weltweit so stark wie kaum ein anderes. Die Erkenntnisse leisten einen entscheidenden Beitrag für Diagnostik und neue Therapieansätze wie die Immunmodulation oder die regenerative Medizin. Wir wollen mit unserem Netzwerk einen entscheidenden Teil zum Erfolg der Vesikelforschung beitragen.“
 
Das Ziel der GSEV ist es, EV-Forscher aus Deutschland zusammenzubringen, Ideen für zukünftige Kooperationen zu entwickeln und den akademischen Nachwuchs zu fördern. Die GSEV soll die wissenschaftlichen Kräfte bündeln, um das EV-Feld in Deutschland voranzubringen. Neben Giebel besteht der Vorstand aus PD Dr. Eva-Maria Krämer-Albers (Mainz, zweite Vorsitzende), PD Dr. Irina Nazarenko (Freiburg, Geschäftsführerin), Dr. Stefan Momma (Frankfurt, Schatzmeister), Prof. Elke Pogge von Strandmann (Marburg, Schriftführerin) und Dr. Gregor Fuhrmann (Saarbrücken, Pressesprecher). Mitglied im Verein kann jeder werden, der im Bereich der EV tätig ist und an diesem wissenschaftlichen Feld interessiert ist.
 
Extrazelluläre Vesikel sind winzige Bläschen, die Zellen aller Organismen einschließlich menschlicher Körperzellen von ihrer Oberfläche freisetzen und aussenden. EV bestehen aus Lipiden und Proteinen und enthalten Nukleinsäuren wie zum Beispiel mRNA und miRNA. So können genetische „Botschaften“ zwischen den Zellen übertragen werden, die für die Regulation physiologischer Prozesse und die Pathogenese zahlreicher Krankheiten verantwortlich sind. Daneben spielen sie eine wesentliche Rolle bei der Krebsdiagnostik und beim Therapiemonitoring.
 

Das Logo der neu gegründeten Gesellschaft integriert den Gegenstand ihrer Forschung, die extrazellulären Vesikel, auch Exosomen genannt. Grafik: GSEV