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Universitätsklinikum Frankfurt

Intrafasziale radikale Prostatektomie erfolgreich

18.04.2017
Khoder
Wael Khoder. Foto: Khoder

Aktuelle Zahlen belegen nach Angaben des Universitätsklinikums Frankfurt die gute Wirksamkeit und Sicherheit eines dort neu etablierten Verfahrens zur minimalinvasiven Entfernung der Prostata.

Um die Prostata bei lokal begrenztem Prostatakarzinom so schonend wie möglich zu entfernen, etablierte PD Dr. Wael Khoder bei seinem Amtsantritt als Leitender Oberarzt in der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums vor etwa einem Jahr die sogenannte intrafasziale radikale Prostatektomie. Dabei werden zunächst fünf kleine Hautschnitte gesetzt, die 0,5 bis zwei Zentimeter groß sind. Durch sie werden die Roboterarme des Da-Vinci-Operationssystems beziehungsweise die laparoskopischen Instrumente im Bauch positioniert. Die Präparation der Prostata erfolgt durch eine nicht durchblutete Schicht zwischen Prostatakapsel und der umliegenden Beckenfaszie. Der Operateur kann dank dieser Schnitte mit dem Operationssystem präzise an der Prostatakapsel entlang schneiden und die Prostata behutsam entfernen. Dadurch würden sämtliche Faszien des Beckens, Gefäße und Nerven um die Prostata maximal geschont, so das Klinikum. Ziel sei die Erhaltung von Kontinenz und Potenz. Auch die postoperativen Schmerzen und die vorübergehende Arbeitsunfähigkeit seien dank der kleinen Schnitte drastisch reduziert.

Ein Jahr nach der Einführung des Verfahrens in Frankfurt kommt die Klinik zu einem sehr positiven Ergebnis. „Die große Zahl an Patienten, die wir mit dem Verfahren komplikationslos operieren konnten, zeigt, dass wir unser Ziel eines verbesserten funktionalen Ergebnisses bei gleichbleibender onkologischer Sicherheit mehr als erreicht haben“, zeigt sich PD Dr. Khoder ob der positiven Werte erfreut.
 
Die bisherigen Behandlungsmethoden führen häufig zu langfristigen Kontinenz- und Potenzproblemen. Khoder hatte bereits bei seiner vorigen Tätigkeit im Klinikum der Universität München in einer Studie belegt, dass mit der intrafaszialen radikalen Prostatektomie operierte Patienten nach zwölf Monaten zu 86 Prozent vollständig kontinent waren. Sogenannte Sicherheitsvorlagen waren nicht nötig. In der Gruppe der behandelten Männer im Alter von 60 Jahren oder jünger lag der Anteil sogar bei fast 89 Prozent. Weitere zehn Prozent der Patienten verwendeten eine Sicherheitsvorlage am Tag, sodass insgesamt 96 Prozent der Patienten maximal täglich eine Vorlage benötigten. Diese Zahlen konnten nach Angaben der Klinik in Frankfurt nun bestätigt werden.

Auch mit Blick auf die Potenz habe sich das neue Verfahren als erfolgreich erwiesen. 90 Prozent der Patienten hatten nach der Operation eine Punktzahl von 15 oder höher auf der Skala des International Index of Erectile Function (IIEF). Das bedeutet, es lag keine oder nur eine schwache erektile Dysfunktion vor. Bei den Männern im Alter von 60 Jahren oder jünger seien es sogar 100 Prozent (Punktzahl ≥15) gewesen, versicherte das Universitätsklinikum.
 
Auch die Zuverlässigkeit der intrafaszialen radikalen Prostatektomie habe nachgewiesen werden können. Bei Tumoren in frühem Stadium (bis T2-Tumore) wurden bei nur 9,3 Prozent aller Operationen noch Krebszellen in den Schnitträndern gefunden. Sie liegt damit auf demselben hohen Niveau wie die besten alternativen Verfahren. Einschränkungen bestehen laut Klinik bei der Verwendung dieses Verfahrens einzig hinsichtlich der Größe des behandelten Tumors. Bei einem T3-Tumor müssen auch umliegende Faszien durchtrennt werden.

(Universitätsklinikum Frankfurt / ms)
 

Wael Khoder. Foto: Khoder