Fachgesellschaften fordern ausreichend Pflegepersonal in Notaufnahmen

Kon­kre­te Vor­ga­ben für eine adäqua­te Pfle­ge­kraft-Beset­zung von Not­auf­nah­men, mehr Per­so­nal für eine bes­se­re Pati­en­ten­be­treu­ung sowie die Aner­ken­nung von Not­auf­nah­men als pfle­ge­in­ten­si­ve Berei­che: Das for­dern die Deut­sche Inter­dis­zi­pli­nä­re Ver­ei­ni­gung für Inten­siv- und Not­fall­me­di­zin (DIVI) und die Deut­sche Gesell­schaft Inter­dis­zi­pli­nä­re Not­fall- und Akut­me­di­zin (DGINA) von CDU, CSU und SPD.

Die Par­tei­en sind jetzt in den Koali­ti­ons­ver­hand­lun­gen auf­ge­for­dert, die Son­die­rungs­er­geb­nis­se umzu­set­zen und den medi­zi­ni­schen sowie pfle­ge­ri­schen Bereich zu stär­ken”, sagt DGI­NA-Prä­si­dent Mar­tin Pin, Chef­arzt der Zen­tra­len Inter­dis­zi­pli­nä­ren Not­auf­nah­me am Flo­rence-Nightin­ga­le-Kran­ken­haus der Kai­sers­wert­her Dia­ko­nie in Düs­sel­dorf. „Wir begrü­ßen die Über­zeu­gung der Par­tei­en, mit der Son­die­rungs­ver­ein­ba­rung nach­hal­ti­ge Schrit­te zur Ver­bes­se­rung der sek­to­ren­über­grei­fen­den Not­fall­ver­sor­gung ein­lei­ten zu wol­len”, ergänzt DIVI-Prä­si­dent Pro­fes­sor Ste­fan Schwab, Direk­tor der Neu­ro­lo­gi­schen Kli­nik des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums Erlan­gen.

Die Not­auf­nah­men der Kran­ken­häu­ser über­neh­men einen wesent­li­chen Teil der Daseins­für­sor­ge bei ambu­lant und sta­tio­när zu behan­deln­den Not­fäl­len. Sie kön­nen Pati­en­ten mit den Mit­teln des Kran­ken­hau­ses zeit­nah abklä­ren und somit sta­tio­nä­re Behand­lun­gen ver­mei­den, außer­dem kann bei schwer kran­ken Pati­en­ten unmit­tel­bar die rich­ti­ge Behand­lung ein­ge­lei­tet wer­den.

Poli­tik gefor­dert: Not­auf­nah­me muss als pfle­ge­in­ten­si­ver Bereich defi­niert wer­den

Die Pfle­gen­den in den Not­auf­nah­men erfül­len viel­fäl­ti­ge, ver­ant­wor­tungs­vol­le Auf­ga­ben, die von der Erst­ein­schät­zung der Dring­lich­keit einer Not­fall­be­hand­lung über pfle­ge­ri­sche Maß­nah­men bei Schwerst­kran­ken und -ver­letz­ten sowie alten Pati­en­ten bis hin zu der psy­cho­so­zia­len Betreu­ung von Not­fall­pa­ti­en­ten reicht. Für die­ses beson­de­re Tätig­keits­pro­fil wird inzwi­schen eine spe­zi­fi­sche Wei­ter­bil­dung zur „Not­fall­pfle­ge” ange­bo­ten. Auch wenn die Bedeu­tung gut qua­li­fi­zier­ter Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter in der kli­ni­schen Not­fall- und Akut­me­di­zin nicht infra­ge steht, gibt es bis­her kei­ne Vor­ga­ben für eine adäqua­te pfle­ge­ri­sche Beset­zung von Not­auf­nah­men. Auch sind die die­se bis­her nicht als pfle­ge­sen­si­ti­ve Berei­che defi­niert wor­den.

Not­fall­zen­tren: Per­so­nal­un­ter­gren­zen sind drin­gend erfor­der­lich

Die wich­ti­ge Auf­ga­be der Not­auf­nah­men bezie­hungs­wei­se zukünf­ti­ger Not­fall­zen­tren im Gesund­heits­we­sen kann nur erfüllt wer­den, wenn eine qua­li­ta­tiv und quan­ti­ta­tiv aus­rei­chen­de per­so­nel­le Aus­stat­tung, ins­be­son­de­re auch mit Pfle­ge­kräf­ten, gege­ben ist. Des­we­gen for­dern die DGINA und die DIVI, Not­auf­nah­men genau­so wie Inten­siv­sta­tio­nen oder ande­re bet­ten­füh­ren­de Kran­ken­haus­be­rei­che als pfle­ge­sen­si­ti­ve Berei­che zu defi­nie­ren, für die Per­so­nal­un­ter­gren­zen drin­gend erfor­der­lich sind. Dies müs­se die Poli­tik jetzt ändern.

Quelle
Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin
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