Frankfurt am Main: Erste Hebammenschule feierlich eröffnet

Mit einem Fest­akt haben am 1. Sep­tem­ber die Carl Remi­gius Medi­cal School, das Bür­ger­hos­pi­tal sowie das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum die ers­te Heb­am­men­schu­le in Frank­furt am Main eröff­net.

Die Ver­an­stal­tung fand im gro­ßen Hör­saal der Carl Remi­gius Medi­cal School statt, wo ab die­ser Woche der theo­re­ti­sche Unter­richt für die 23 Schü­le­rin­nen und einen Schü­ler des ers­ten Jahr­gangs beginnt. Den prak­ti­schen Teil der drei­jäh­ri­gen Aus­bil­dung absol­vie­ren die ange­hen­den Heb­am­men und Ent­bin­dungs­pfle­ger in einer der bei­den Kli­ni­ken. Sie durch­lau­fen hier unter­schied­li­che medi­zi­ni­sche Fach­ab­tei­lun­gen und wer­den auch auf eine frei­be­ruf­li­che Tätig­keit vor­be­rei­tet.

Die Schü­ler erhal­ten eine monat­li­che Aus­bil­dungs­ver­gü­tung. Kos­ten fal­len für sie nicht an. Es ist grund­sätz­lich vor­ge­se­hen, dass die Heb­am­men nach der Aus­bil­dung von den Kli­ni­ken über­nom­men wer­den. Der nächs­te Jahr­gang star­tet im Sep­tem­ber 2018, auch hier­für lie­gen schon ers­te Bewer­bun­gen vor.

Die Lei­tung der ers­ten Heb­am­men­schu­le in der Main­me­tro­po­le über­nimmt mit Nad­ja Zan­der eine pra­xis­er­fah­re­ne und wis­sen­schaft­lich ver­sier­te Füh­rungs­per­son. Sie lei­te­te zuvor die Heb­am­men­schu­le am Kli­ni­kum Aschaf­fen­burg-Alzen­au. „Ich freue mich sehr auf mei­ne neue Auf­ga­be und spü­re schon, dass wir in Frank­furt sehr will­kom­men sind. Wir haben im Rhein-Main-Gebiet aktu­ell hohe und wei­ter stei­gen­de Gebur­ten­ra­ten. Wir sind froh, dass wir künf­tig unse­ren Teil dazu bei­tra­gen kön­nen, den gro­ßen Bedarf an Heb­am­men in der Regi­on zu decken.“

Die ers­te Klas­se, die jetzt in Frank­furt an den Start gegan­gen ist, setzt sich aus ganz unter­schied­li­chen Per­so­nen zusam­men: „Wir haben Teil­neh­mer, die frisch von der Schu­le kom­men, aber auch sol­che mit Aus­bil­dung und sogar eini­ge mit abge­schlos­se­nem Stu­di­um“, so Zan­der. Eben­falls nach Frank­furt wech­seln 15 Schü­le­rin­nen der Heb­am­men­schu­le am Kli­ni­kum Aschaf­fen­burg-Alzen­au. Sie wer­den hier ihr drit­tes Lehr­jahr voll­enden und damit ihre Aus­bil­dung abschlie­ßen.

Sozi­al­mi­nis­ter Ste­fan Grütt­ner begrüß­te die Eröff­nung der ers­ten Heb­am­men­schu­le in Frank­furt: „Die Heb­am­men­schu­le in Frank­furt ist eine sehr wich­ti­ge Ein­rich­tung, um mehr Heb­am­men aus­zu­bil­den und zu gewin­nen. Die Leis­tun­gen von Heb­am­men und Ent­bin­dungs­pfle­gern vor, wäh­rend und nach der Geburt genie­ßen im Sys­tem der flä­chen­de­cken­den Betreu­ung und Bera­tung wer­den­der Müt­ter und Väter einen aner­kannt hohen Stel­len­wert. Die­ses Sys­tem zu sichern, liegt im beson­de­ren Inter­es­se der Hes­si­schen Lan­des­re­gie­rung. Daher haben wir den Trä­ger der Heb­am­men­schu­le im Vor­feld unter­stützt und für eine aus­kömm­li­che Finan­zie­rung durch die Kran­ken­kas­sen gewor­ben.“

Wir freu­en uns, dass wir durch die Unter­stüt­zung des Hes­si­schen Minis­te­ri­ums für Sozia­les und Inte­gra­ti­on ganz im Sin­ne des Bür­ger­hos­pi­tal-Stif­ters Johann Chris­ti­an Sencken­berg einen wei­te­ren weg­wei­sen­den Bau­stein zur Gesund­heits­ver­sor­gung in Frank­furt hin­zu­fü­gen kön­nen“, so Wolf­gang Heyl, Geschäfts­füh­rer der Bür­ger­hos­pi­tal und Cle­men­ti­ne Kin­der­hos­pi­tal gGmbH. „Dass uns dies gemein­sam mit dem Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Frank­furt mög­lich ist, mit dem uns nicht nur durch Sencken­berg vie­les ver­bin­det, ist dabei beson­ders bemer­kens­wert. Ein Glücks­fall ist es, dass wir auf der schu­li­schen Sei­te mit der Carl Remi­gius Medi­cal School einen über­aus enga­gier­ten Koope­ra­ti­ons­part­ner gefun­den haben. Dies hat sich in den letz­ten Mona­ten deut­lich gezeigt.“

Prof. Jür­gen Graf, Ärzt­li­cher Direk­tor und Vor­stands­vor­sit­zen­der des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums Frank­furt, erklärt: „Mit der Heb­am­men­schu­le über­neh­men wir gemein­sam mit unse­ren Part­nern Ver­ant­wor­tung für die Ver­sor­gung der Men­schen in der Regi­on. Ich dan­ke dem Hes­si­schen Minis­te­ri­um für Wis­sen­schaft und Kunst, dass es uns – als unser Trä­ger – sol­che zukunfts­wei­sen­den Koope­ra­tio­nen ermög­licht.“

Die Leh­ren­den an der Carl Remi­gius Medi­cal School sind selbst Heb­am­men und kön­nen so den Schü­lern aus eige­ner prak­ti­scher Erfah­rung die beson­de­ren Vor­zü­ge und Her­aus­for­de­run­gen ihres künf­ti­gen Beru­fes ver­mit­teln. Zudem wer­den Ärz­te der bei­den Kran­ken­häu­ser bestimm­te medi­zi­ni­sche Fächer – wie bei­spiels­wei­se Ana­to­mie, den ärzt­li­chen Teil der Geburts­hil­fe sowie die all­ge­mei­ne und spe­zi­el­le Krank­heits­leh­re – unter­rich­ten. In der Leh­re wird auf eine mög­lichst per­sön­li­che Atmo­sphä­re und einen engen Draht zu den Dozen­ten Wert gelegt. Aus die­sem Grund soll auch künf­tig die Klas­sen­grö­ße bei maxi­mal 24 Teil­neh­mern lie­gen.

Die Koope­ra­ti­ons­part­ner haben nach Anga­ben der Hoch­schu­le die Struk­tur der Heb­am­men­schu­le bewusst so kon­zi­piert, dass sie direkt in die ab 2020 geplan­te Aka­de­mi­sie­rung der Berufs­aus­bil­dung ein­stei­gen könn­ten. Die Carl Remi­gius Medi­cal School ist Bestand­teil des Fach­be­reichs Gesund­heit & Sozia­les der Hoch­schu­le Fre­se­ni­us.

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