USA: Geburt nach Gebärmutter-Transplantation – Pläne auch in Tübingen

Erst­mals ist in den USA ein Baby nach einer Gebär­mut­ter-Trans­plan­ta­ti­on gebo­ren wor­den. Mut­ter und Sohn geht es gut. Auch in Tübin­gen berei­ten Ärz­te eine sol­che Schwan­ger­schaft vor.

Nach der ers­ten Geburt in den USA nach einer Gebär­mut­ter-Trans­plan­ta­ti­on geht es Mut­ter und Sohn nach Anga­ben des Kran­ken­hau­ses gut. Die frisch geba­cke­ne Mama habe die Kli­nik bereits ver­las­sen kön­nen, teil­ten Ärz­te der Bay­lor Uni­ver­si­tät in Dal­las im US-Bun­des­staat Texas am Mon­tag (Orts­zeit) bei einer Pres­se­kon­fe­renz mit. Das Baby sei noch unter Beob­ach­tung im Kran­ken­haus. «Wir sind opti­mis­tisch, dass die­ser anfäng­li­che Erfolg in der Zukunft zu vie­len wei­te­ren lei­ten wird», teil­ten die Eltern mit.

Der im ver­gan­ge­nen Monat gebo­re­ne Jun­ge ist nach Anga­ben der Kli­nik das welt­weit neun­te nach einem sol­chen Ein­griff zur Welt gekom­me­ne Kind. In Deutsch­land kam noch kein sol­ches Baby zu Welt. Tübin­ger Ärz­te ste­hen aber kurz davor, einer Pati­en­tin mit trans­plan­tier­ter Gebär­mut­ter eine befruch­te­te Eizel­le ein­zu­set­zen.

Als Pio­nier des ris­kan­ten Ver­fah­rens gilt der Schwe­de Mats Bränn­ström. In sei­ner Kli­nik in Göte­borg kam 2014 Vin­cent zur Welt, das ers­te nach einer Gebär­mut­ter-Trans­plan­ta­ti­on gebo­re­ne Baby.

Vin­cent gehe es gut, sag­te Bränn­ström der Deut­schen Pres­se-Agen­tur am Mon­tag. Ins­ge­samt sind bei Bränn­ström nach des­sen Anga­ben acht Kin­der nach Gebär­mut­ter-Trans­plan­ta­tio­nen gebo­ren wor­den – alle per Kai­ser­schnitt. «Alle sind gesund und mun­ter.»

In Deutsch­land beka­men bereits Pati­en­tin­nen die Gebär­mut­ter einer Spen­de­rin – etwa ihrer Mut­ter – ein­ge­pflanzt. Schät­zun­gen zufol­ge könn­te hier­zu­lan­de auf die­se Wei­se bis zu 15.000 Frau­en gehol­fen wer­den, die kei­ne eige­nen Kin­der bekom­men kön­nen, weil sie ohne Gebär­mut­ter gebo­ren wur­den oder das Organ durch Ope­ra­tio­nen ver­lo­ren haben. Als am erfolg­ver­spre­chends­ten gilt die Trans­plan­ta­ti­on von Orga­nen leben­der Ver­wand­ter – etwa die Gebär­mut­ter der Mut­ter oder Schwes­ter.

An der Uni­ver­si­täts­kli­nik in Tübin­gen trans­plan­tier­ten Ärz­te im Okto­ber 2016 zum ers­ten Mal in Deutsch­land eine Gebär­mut­ter. In den kom­men­den Wochen wird der 24-jäh­ri­gen Pati­en­tin ihre eige­ne befruch­te­te Eizel­le ein­ge­setzt, die ihr vor der Trans­plan­ta­ti­on ent­nom­men wur­de. «Zwei Wochen spä­ter kann man einen Schwan­ger­schafts­test machen», sag­te die Tübin­ger Gynä­ko­lo­gin Sara Bru­cker der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. Wie bei nor­ma­len Schwan­ger­schaf­ten sei­en die ers­ten drei Mona­te aber kri­tisch. Zuvor hat­te der SWR dar­über berich­tet.

Eine zwei­te Gebär­mut­ter trans­plan­tier­ten die Tübin­ger Ärz­te im Juni 2017. Auch in die­sem Fall gehe es sowohl Spen­de­rin als auch Emp­fän­ge­rin des Organs gut, teil­te die Kli­nik mit. (dpa)

 

Mehr anzeigen
Anzeige

Verwandte Artikel

Close