Gelenkerkrankungen besser behandeln: Kick-Off für Projekt PROMISE

 

Das vom Inno­va­ti­ons­fonds beim Gemein­sa­men Bun­des­aus­schuss (G-BA) geför­der­tes Pro­jekt PROMISE zielt auf eine opti­ma­le Ver­sor­gungs­qua­li­tät bei Gelenk­er­kran­kun­gen – Hüft- und Knie­en­do­pro­the­sen – ab.

Erhal­ten Pati­en­ten mit einer Gelenk­er­kran­kung ein künst­li­ches Gelenk, dau­ert es hier­zu­lan­de durch­schnitt­lich rund 12 Tage bis sie das Kran­ken­haus ver­las­sen kön­nen. Das heu­te an der Uni­ver­si­täts­me­di­zin Mainz offi­zi­ell gestar­te­te Pro­jekt PROMISE hat zum Ziel, den kom­plet­ten Behand­lungs­weg zu ver­bes­sern.

Vor die­sem Hin­ter­grund gilt es, für einen opti­mier­ten und stan­dar­di­sier­ten Gesamt­ver­sor­gungs­pro­zess bei Gelenk­er­kran­kun­gen einen Best Prac­tice-Leit­fa­den zu ent­wi­ckeln. Die­sen sol­len dann regio­na­le und über­re­gio­na­le Kran­ken­häu­ser der Regel­ver­sor­gung nut­zen kön­nen. Die Kick-Off-Ver­an­stal­tung für PROMISE erfolg­te heu­te im Bei­sein des Staats­se­kre­tärs im Minis­te­ri­um für Wis­sen­schaft, Wei­ter­bil­dung und Kul­tur (MWWK) Prof. Dr. Sal­va­to­re Bar­ba­ro, dem Vor­stand der Uni­ver­si­täts­me­di­zin Mainz und von zahl­rei­chen Ver­tre­tern der Pro­jekt­part­ner.

5,1 Mil­lio­nen Euro stellt der G-BA für das Pro­jekt PROMISE (PRO­zess­op­ti­MIe­rung durch inter­dis­zi­pli­nä­re und SEk­to­ren­über­grei­fen­de Ver­sor­gung bei Pati­en­ten mit Hüft- und Knie­en­do­pro­the­sen) zur Ver­fü­gung. Univ.-Prof. Phil­ipp Drees, Lei­ter der Ortho­pä­die und Rheu­maor­tho­pä­die der Uni­ver­si­täts­me­di­zin Mainz, ist Initia­tor, Lei­ter und Antrag­stel­ler des Pro­jek­tes.

Pro­jekt­ziel ist eine bes­se­re Ver­sor­gungs­qua­li­tät bei Hüft- und Knie­en­do­pro­the­sen. Dazu gilt es, den kom­plet­ten Behand­lungs­weg zu opti­mie­ren – von der Erst­un­ter­su­chung, über die OP bis zur Ent­las­sung  und dar­über hin­aus. Ins­ge­samt wer­den 16 Koope­ra­ti­ons­part­ner und 5000 Pati­en­ten am Pro­jekt betei­ligt sein. Wich­ti­ger Part­ner inner­halb der Uni­ver­si­täts­me­di­zin Mainz ist das Insti­tut für Phy­si­ka­li­sche The­ra­pie, Prä­ven­ti­on und Reha­bi­li­ta­ti­on unter Lei­tung von Dr. Ulrich Betz.

Verweildauer im Krankenhaus bei Gelenkerkrankungen senken

Im Rah­men eines bereits 2015 gestar­te­ten Pro­gramms konn­ten die Ver­weil­dau­er der Pati­en­ten, die eine Knie­pro­the­se erhal­ten hat­ten von durch­schnitt­lich 12,45 Tage auf 7,73 Tage gesenkt wer­den. Auch nach dem Ein­satz einer Hüft­pro­the­se ver­weil­ten die Pati­en­ten im Durch­schnitt nur noch 6,5 Tage in der Kli­nik statt der bis­lang rund 11 Tage.

Neben der Fort­füh­rung die­ser Vor­läu­fer­stu­die im Rah­men des gro­ßen PRO­MI­SE-Ver­bun­des soll nun ein Best-Prac­tice-Leit­fa­den ent­ste­hen. Nach die­sem kön­nen regio­na­le und über­re­gio­na­le Kran­ken­häu­ser der Regel­ver­sor­gung ihre Behand­lung aus­rich­ten. So sol­len unter ande­rem neu­ar­ti­ge scho­nen­de­re chir­ur­gi­sche Ver­fah­ren ein­ge­setzt wer­den, um Kom­pli­ka­tio­nen bes­ser vor­zu­beu­gen. Dar­über hin­aus sol­len die Pati­en­ten nach der OP frü­her mobi­li­siert wer­den, um schnel­ler zu gene­sen. Mit dem Ziel einer schnel­le­ren Reha­bi­li­ta­ti­on soll den Pati­en­ten zudem eine akti­ve­re Rol­le im Behand­lungs­pro­zess zukom­men.

Immer mehr Men­schen sind ange­wie­sen auf Knie- und Hüft­pro­the­sen. Eine ver­bes­ser­te Ver­sor­gungs­qua­li­tät und schnel­le­re Gene­sung bedeu­tet für sie einen gro­ßen Zuge­winn an Mobi­li­tät und Lebens­qua­li­tät – und genau hier setzt PROMISE an“, so der Vor­sit­zen­de des Auf­sichts­ra­tes der Uni­ver­si­täts­me­di­zin Mainz, Staats­se­kre­tär Prof. Sal­va­to­re Bar­ba­ro. „Des­halb freue ich mich über die För­de­rung durch den G-BA und dan­ke allen Betei­lig­ten des Pro­jek­tes für ihr gro­ßes Enga­ge­ment.“

Zwei der häufigsten Operationen im Fokus

Es ist eine beson­de­re Stär­ke der deut­schen Uni­ver­si­täts­kli­ni­ka, dass sie For­schung, Leh­re und Kran­ken­ver­sor­gung mit­ein­an­der ver­bin­den sowie Inno­va­tio­nen ent­wi­ckeln, von denen eine Viel­zahl an Pati­en­ten pro­fi­tiert. In die­sem Sin­ne sieht sich die Uni­ver­si­täts­me­di­zin Mainz sehen uns als Vor­rei­ter bei neu­en Behand­lungs­ver­fah­ren und bei der Ent­wick­lung zukunfts­wei­sen­der Struk­tu­ren im Gesund­heits­we­sen“, unter­streicht der Vor­stands­vor­sit­zen­de und Medi­zi­ni­sche Vor­stand der Uni­ver­si­täts­me­di­zin Mainz Univ.-Prof.  Nor­bert Pfeif­fer. „Die hohe För­de­rung durch den Inno­va­ti­ons­fonds bestä­tigt unser Inno­va­ti­ons­po­ten­ti­al. Ich bin über­zeugt, dass wir im Rah­men die­ses Pro­jekts einen wich­ti­gen Bei­trag zu einer bes­se­ren Ver­sor­gung von Pati­en­ten über die regio­na­len Gren­zen hin­aus leis­ten kön­nen. Ich wün­sche dem Team um Pro­fes­sor Drees und allen Pro­jekt­part­nern viel Erfolg bei die­sem span­nen­den Pro­jekt.“

Das Pro­jekt PROMISE rich­tet den Blick auf zwei der häu­figs­ten in Deutsch­land durch­ge­führ­ten Ope­ra­tio­nen. Rund 400.000 Hüft- und Knie­en­do­pro­the­sen wer­den jähr­lich hier­zu­lan­de ein­ge­setzt. Auf­grund des demo­gra­phi­schen Wan­dels ist die Ten­denz klar stei­gend. Das hat auch anstei­gen­de Kos­ten in die­sem Bereich für die Soli­dar­ge­mein­schaft zur Fol­ge. Daher ist es wich­tig, eine Ant­wort auf die­sen Trend zu geben, und genau da setzt die­ses Pro­jekt zur Ent­wick­lung einer neu­en Ver­sor­gungs­form an“, betont Drees.

 

 

Quelle
Universitätsmedizin Mainz
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