Göttingen: Neues Gebäude für die Herzforschung eröffnet

Fei­er­li­che Eröff­nung des neu­en Herz-For­schungs­ge­bäu­des an der UMG. Uni­ver­si­täts­me­di­zin Göt­tin­gen inves­tiert rund 11,3 Mil­lio­nen Euro in den Neu­bau. Acht Arbeits­grup­pen sind ein­ge­zo­gen und arbei­ten inter­dis­zi­pli­när an spit­zen­me­di­zi­ni­scher Grund­la­gen­for­schung des Herz­kreis­lauf­sys­tems und des Her­zens.

Die Herz­for­schung an der Uni­ver­si­täts­me­di­zin Göt­tin­gen (UMG) hat ein neu­es Gebäu­de bekom­men. Zwei Jah­re nach Beginn der Bau­ar­bei­ten ist das neue Herz­for­schungs­ge­bäu­de der UMG am Mon­tag, dem 11. Sep­tem­ber 2017, in Gegen­wart von rund 150 Gäs­ten im Innen­hof offi­zi­ell eröff­net wor­den. Die Bau­kos­ten in Höhe von 11,3 Mil­lio­nen Euro trägt die Uni­ver­si­täts­me­di­zin Göt­tin­gen.

In dem neu­en Herz­for­schungs­ge­bäu­de sol­len neun For­scher­grup­pen des Herz­for­schungs­zen­trums Göt­tin­gen (HRCG) und des Deut­schen Zen­trums für Herz-Kreis­lauf-For­schung (DZHK), Stand­ort Göt­tin­gen, eng zusam­men­ar­bei­ten. Sie for­schen an den Ursa­chen von Erkran­kun­gen des Herz­kreis­lauf­sys­tems und des Her­zens und ent­wi­ckeln dafür inno­va­ti­ve dia­gnos­ti­sche und the­ra­peu­ti­sche Ver­fah­ren. Wich­tigs­tes Ziel ist die trans­la­tio­na­le For­schung, das heißt: Resul­ta­te aus der Grund­la­gen­for­schung sol­len mög­lichst schnell in die kli­ni­sche Erpro­bung und zum Pati­en­ten gebracht wer­den. Der DZHK-Stand­ort Göt­tin­gen ist einer von ins­ge­samt sie­ben Stand­or­ten bun­des­weit und besteht seit 2011.

Prof. Heyo K. Kro­emer, Spre­cher der Vor­stands der UMG, sag­te bei sei­ner Begrü­ßung: „Mit dem neu­en Herz­for­schungs­ge­bäu­de füh­ren wir Spit­zen­for­scher des Deut­schen Zen­trums für Herz-Kreis­lauf-For­schung (DZHK) und des Herz­for­schungs­zen­trums Göt­tin­gen unter opti­ma­len räum­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen zusam­men. Damit schafft die Uni­ver­si­täts­me­di­zin am Wis­sen­schafts­stand­ort Göt­tin­gen eine her­aus­ra­gen­de Exper­ti­se in der trans­la­tio­na­len Herz-Kreis­lauf-For­schung. Wenn ab dem kom­men­den Jahr gleich neben­an der Neu­bau für das Heart-and-Brain-Cen­ter ent­steht, steht die UMG für eine brei­te und dyna­mi­sche Ent­wick­lung der Herz­for­schung in Göt­tin­gen auf natio­na­len und inter­na­tio­na­len Spit­zen­ni­veau.“

Für das DZHK wür­digt des­sen Vor­stands­spre­cher Prof. Tho­mas Eschen­ha­gen den Neu­bau: „Der Stand­ort Göt­tin­gen leis­tet einen wich­ti­gen Bei­trag zur prä­kli­ni­schen und kli­ni­schen For­schung des DZHK. Mit dem Neu­bau kann der Stand­ort sei­ne For­schungs­ak­ti­vi­tä­ten noch wei­ter aus­bau­en. Dies ist ein gro­ßer Gewinn für das DZHK.“

Prof. Gerd Hasen­fuß, Mit­glied des Vor­stands des Deut­schen Zen­trums für Herz-Kreis­lauf-For­schung (DZHK), Vor­sit­zen­der des Herz­for­schungs­zen­trums Göt­tin­gen und Direk­tor der Kli­nik für Kar­dio­lo­gie und Pneu­mo­lo­gie an der UMG, sagt: „Das neue Gebäu­de bie­tet mit sei­nen hoch­mo­der­nen Rah­men­be­din­gun­gen unse­ren Wis­sen­schaft­ler opti­ma­le Mög­lich­kei­ten zur Inter­ak­ti­on mit dem Ziel, neue Dia­gnos­tik- und Behand­lungs­ver­fah­ren für Patein­ten mit Herz­schwä­che zu ent­wi­ckeln – mehr noch, die­se dann schnellst­mög­lich dem Pati­en­ten zugu­te kom­men zu las­sen.“

Prof. Wolf­ram-Huber­tus Zim­mer­mann, Spre­cher des Stand­orts Göt­tin­gen des DZHK und Direk­tor des Insti­tuts für Phar­ma­ko­lo­gie und Toxi­ko­lo­gie an der UMG, kom­men­tiert: „Exzel­len­te Wis­sen­schaft benö­tigt neben klu­gen Köp­fen opti­mal aus­ge­stat­te­te Labo­re. Durch das neue Herz­for­schungs­ge­bäu­de und die Zusam­men­füh­rung von Göt­tin­ger Exper­ten der Herz­bild­ge­bung und Elek­tro­phy­sio­lo­gie schaf­fen wir einen Kris­tal­li­sa­ti­ons­punkt für die Über­füh­rung her­vor­ra­gen­der Grund­la­gen­for­schung in die kli­ni­sche Anwen­dung, ganz im Sin­ne unse­rer trans­la­tio­na­len Stra­te­gie im DZHK.“

Prof. Eber­hard Boden­schatz, stell­ver­tre­ten­der Spre­cher des Stand­orts Göt­tin­gen des DZHK und Direk­tor am Max-Planck-Insti­tut für Dyna­mik und Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on, sagt: „Das DZHK hat die Zusam­men­ar­beit am Göt­tin­gen Cam­pus stark beför­dert und ermög­licht her­vor­ra­gen­de Wis­sen­schaft zum Woh­le der Pati­en­ten an der Spit­ze der For­schung.“

Minis­te­ri­al­di­ri­gent Rüdi­ger Eichel, Abtei­lungs­lei­ter For­schung und Inno­va­ti­on im nie­der­säch­si­schen Minis­te­ri­um für Wis­sen­schaft und Kul­tur, sowie Prof. Gar­ret Fitz­Ge­rald, Insti­tu­te for Trans­la­tio­nal Medi­ci­ne and The­ra­peutics, Phil­adel­phia (USA), als Vor­sit­zen­der des Sci­en­ti­fic Advi­so­ry Board, DZHK, spra­chen wei­te­re Gruß­wor­te.

Anschlie­ßend über­reich­te Dr. Sebas­ti­an Frey­tag, Vor­stand Wirt­schafts­füh­rung und Admi­nis­tra­ti­on, für den Bau­herrn UMG sym­bo­lisch den Schlüs­sel an Prof. Ste­phan Lehn­art, Ver­tre­ter der Arbeits­grup­pen und Koor­di­na­ti­ons­be­auf­trag­ten des neu­en Herz-For­schungs­ge­bäu­des und Lei­ter der For­scher­grup­pe für Cel­lu­lar Bio­phy­sics and Trans­la­tio­nal Car­dio­lo­gy, Kli­nik für Kar­dio­lo­gie und Pneu­mo­lo­gie der UMG.

Opti­ma­le Bedin­gun­gen für die Herz­for­schung

In dem neu­en Herz-For­schungs­ge­bäu­de wer­den neun For­scher­grup­pen arbei­ten, acht von ihnen sind bereits ein­ge­zo­gen. Das neue For­schungs­ge­bäu­de ver­bes­sert damit die Bedin­gun­gen für die Herz-Kreis­lauf-For­schung an der UMG und für deren beson­de­re Schwer­punk­te im bun­des­wei­ten For­schungs­ver­bund des DZHK. Dazu gehört unter ande­rem die For­schungs­ar­beit mit höchst­auf­lö­sen­den Mikro­sko­pen (STED-Mikro­sko­pie). Die Fun­da­men­te des neu­en For­schungs­ge­bäu­des sind des­halb so kon­zi­piert, dass kei­ne stö­ren­de Schwin­gun­gen auf­tre­ten kön­nen. Dar­über hin­aus bie­tet das neue For­schungs­ge­bäu­de opti­ma­le Räum­lich­kei­ten für die expe­ri­men­tel­le For­schung, die theo­re­ti­schen Arbei­ten sowie für tech­ni­schen Ser­vice und den Aus­tausch der Wis­sen­schaft­ler am Cam­pus Göt­tin­gen.

Das Gebäu­de hat zwei Geschos­se und eine Nutz­flä­che von 1650 Qua­drat­me­tern. Auf rund der Hälf­te die­ser Flä­che sind ins­ge­samt 44 Labo­re unter­ge­bracht, dazu kom­men 17 Büro­räu­me und ein Kon­fe­renz­raum. Das Raum­pro­gramm für die For­schung umfasst neben bio­che­mi­schen Labo­ren ins­be­son­de­re Mikro­sko­pi­er- und Optik­la­bo­re. Eine beson­de­re Modul­bau­wei­se mit vor­ge­fer­tig­ten Ele­men­ten konn­te die Bau­zeit ver­kür­zen. Im März 2017 wur­de das Gebäu­de an die Nut­zer über­ge­ben. Ins­ge­samt wur­de der Neu­bau sowohl bei den Kos­ten wie beim Zeit­plan im vor­ge­se­he­nen Rah­men fer­tig gestellt.

DZHK, Göt­tin­gen

Im Stand­ort Göt­tin­gen des bun­des­weit täti­gen Deut­schen Zen­trums für Herz-Kreis­lauf­for­schung (DZHK) arbei­ten For­scher der Uni­ver­si­täts­me­di­zin Göt­tin­gen, der Georg-August-Uni­ver­si­tät, von drei Göt­tin­ger Max-Planck-Insti­tu­ten (Bio­phy­si­ka­li­sche Che­mie, Dyna­mik und Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on, Expe­ri­men­tel­le Medi­zin) und des Deut­schen Pri­ma­ten­zen­trums fächer­über­grei­fend zusam­men.

Der wis­sen­schaft­li­che Schwer­punkt des DZHK-Stand­orts Göt­tin­gen liegt auf der Herz­schwä­che (Herz­in­suf­fi­zi­enz), ins­be­son­de­re den For­schungs­fel­dern Pump­schwä­che und Herz­rhyth­mus­stö­run­gen. Durch inno­va­ti­ve Bild­ge­bungs­ver­fah­ren wer­den neue Dia­gno­se- und Behand­lungs­mög­lich­kei­ten ent­wi­ckelt. Scho­nen­de Herz­sti­mu­la­ti­ons­ver­fah­ren wer­den in die kli­ni­sche Anwen­dung gebracht. Die Pump­schwä­che bei Herz­schwä­che soll durch Herz­re­ge­ne­ra­ti­on mit­tels künst­li­chem Herz­ge­we­be (engl.: engi­nee­red heart mus­cle) aus Stamm­zel­len aus­ge­gli­chen wer­den.

Im Mit­tel­punkt ver­schie­de­ner DZHK-Pro­jek­te am Stand­ort Göt­tin­gen ste­hen die fol­gen­den The­men:
• Hoch­auf­lö­sen­de Bild­ge­bung am Gewe­be durch inno­va­ti­ve Mikro­sko­pie­ver­fah­ren (Nano­sko­pie)
• Echt­zeit­kern­spin­to­mo­gra­phie zur Unter­su­chung der Herz­funk­ti­on am Pati­en­ten
• Hoch­auf­lö­sen­de 4-D Echo­kar­dio­gra­phie zur Ana­ly­se von Rhyth­mus­stö­run­gen
• Simu­la­ti­ons­mo­del­le zur Vor­her­sa­ge von Krank­heits­ver­läu­fen und The­ra­pie­er­fol­gen
• Nied­rig­ener­gie-Sti­mu­la­ti­ons­ver­fah­ren zur Herz-Rhyth­mi­sie­rung
• mensch­li­che Stamm­zell­ban­ken und Model­le für die Erfor­schung von Herz­er­kran­kun­gen
• Ent­wick­lung von Stamm­zell­ba­sier­ten Rege­ne­ra­ti­ons­ver­fah­ren über künst­li­che Herz­ge­we­be.

Der Stand­ort Göt­tin­gen koor­di­niert gro­ße natio­na­le und inter­na­tio­na­le kli­ni­sche Stu­di­en mit dem Schwer­punkt dia­sto­li­sche Herz­in­suf­fi­zi­enz. Spre­cher des DZHK-Stand­orts Göt­tin­gen ist Prof. Wolf­ram-Huber­tus Zim­mer­mann, Direk­tor des Insti­tuts für Phar­ma­ko­lo­gie und Toxi­ko­lo­gie der UMG. Stell­ver­tre­ten­der Stand­ort­spre­cher ist Prof. Eber­hard Boden­schatz, Direk­tor der Abtei­lung Hydro­dy­na­mik, Struk­tur­bil­dung und Bio­kom­ple­xi­tät, Max-Planck-Insti­tut für Dyna­mik und Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on, Göt­tin­gen.

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