Hirschen tief in die Ohren geschaut

Ein inter­na­tio­na­les Wiss­chen­schaft­ler-Team haben rönt­gen­to­mo­gra­phi­sche Auf­nah­men und 3D-Rekon­struk­tio­nen des Innen­ohrs von 17 heu­te leben­den und 12 fos­si­len Hirschar­ten ange­fer­tigt und quan­ti­ta­tiv aus­ge­wer­tet.

Die heu­ti­ge Arten­viel­falt der Hir­sche ist mit über 55 Arten enorm für gro­ße Säu­ge­tie­re. Von der Küs­te bis zum Hoch­ge­bir­ge und von den Tro­pen bis zum Polar­kreis sind Hir­sche in Eura­si­en, Nord- und Süd­ame­ri­ka ver­brei­tet. Den­noch, oder auch gera­de wegen ihrer Diver­si­tät, sind vie­le Fra­gen zu inter­nen ver­wandt­schaft­li­chen Bezie­hun­gen, Evo­lu­ti­on und Ursprung der Arten offen.

3D-Dar­stel­lung des Innen­ohr-Hohl­raums im Fel­sen­bein. Rekon­struk­ti­on: Bas­ti­en Men­ne­cart

Eine neue Stu­die über die Mor­pho­lo­gie des Innen­oh­res der Hir­sche erlaubt bis­her unbe­kann­te Ein­bli­cke in die­se Struk­tur. Das Innen­ohr trägt art­spe­zi­fi­sche Merk­ma­le, die als Indi­ka­tor für stam­mes­ge­schicht­li­che Zusam­men­hän­ge gel­ten. Die Beson­der­heit der For­schungs­ar­beit liegt dabei in der Zusam­men­füh­rung der vie­len fos­si­len Innen­oh­ren.

Auf die­se Wei­se war es mög­lich, zum ers­ten Mal schon lan­ge aus­ge­stor­be­ne Hirschar­ten gemein­sam mit noch leben­den stam­mes­ge­schicht­lich zu ana­ly­sie­ren und mit Hil­fe der mole­ku­la­ren Uhr zu datie­ren. Dabei stell­ten die For­scher fest, dass die moder­nen Hir­sche bis zu 8 Mil­lio­nen Jah­re frü­her ent­stan­den sind, als bis­her ange­nom­men.

Quelle
Staatliche Naturwissenschaftliche Sammlungen Bayerns
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