Im Reich der Düfte

Die che­mi­sche Spra­che der Düf­te gilt als die ältes­te Form der Kom­mu­ni­ka­ti­on. Die neue Son­der­aus­stel­lung im Phyl­e­ti­schen Muse­um der Fried­rich-Schil­ler-Uni­ver­si­tät Jena „Duft­spu­ren – die che­mi­sche Spra­che der Natur“ wid­met sich dem The­ma ab dem  7. Dezem­ber.

Vom Bie­nen­staat bis zur Bak­te­ri­en­kul­tur wer­den Gemein­schaf­ten durch che­mi­sche Signa­le orga­ni­siert“, erzählt Aus­stel­lungs­ku­ra­to­rin Gud­run Rau­wolf. „Genau­so viel­fäl­tig wie die Wir­kung ist die Zusam­men­set­zung der Düf­te. Und weil wir in Jena an meh­re­ren Ein­rich­tun­gen exzel­len­te For­schung dazu betrei­ben, wol­len wir die­ses span­nen­de The­ma nun für die Öffent­lich­keit zugäng­lich machen.“

Die Sei­den­spin­ner­weib­chen locken die Männ­chen durch den Sexu­al­lock­stoff Bom­by­kol an. Bom­by­kol wur­de 1959 als ers­tes Phe­ro­mon che­misch cha­rak­te­ri­siert. Foto: © Hans Pohl/FSU

Dem­entspre­chend sei laut Rau­wolf – Mit­ar­bei­te­rin im Jena­er Son­der­for­schungs­be­reich Chem­Bio­Sys, durch den die Aus­stel­lung unter­stützt wird – auch die Expo­si­ti­on im Medu­sen­saal kon­zi­piert: „Zum einen füh­ren wir ein in das Reich der Geruchs­stof­fe, in eine flüch­ti­ge Welt jen­seits des Sicht­ba­ren, und stel­len Struk­tur und Wir­kungs­wei­se von Signal­mo­le­kü­len vor. Ande­rer­seits schaf­fen wir unter­des­sen immer wie­der loka­le Bezü­ge zur hie­si­gen For­schung.”

Die eigene Nase an Riechstationen testen

Inter­ak­tiv wird es an den 25 Riech­sta­tio­nen zuge­hen“, so Rau­wolf, „da haben die Besu­cher selbst Gele­gen­heit, die Natur zu errie­chen und ihren Geruchs­sinn auf die Pro­be zu stel­len.“ Wohl­tu­en­de Düf­te nach Kakao oder frisch gemäh­tem Rasen mischen sich da mit schwef­li­gem Meer­ge­ruch. Zu den Favo­ri­ten der Kura­to­rin gehö­ren dar­über hin­aus das Modell einer Sei­den­spin­ner­rau­pe aus dem Jahr 1868, die zNo­se – ein trans­por­ta­bler Gas­chro­ma­to­graph – und ein erst kürz­lich ent­deck­ter Ori­gi­nal-Her­bar­be­leg einer Brau­nal­ge des Jena­er Wis­sen­schaft­lers Ernst Haeckel, der den Begriff „Öko­lo­gie“ vor über 150 Jah­ren für die Wis­sen­schaft vor­schlug.

Vom 8. Dezem­ber bis zum 26. August 2018 kann die Son­der­aus­stel­lung zu den übli­chen Muse­ums­öff­nungs­zei­ten besucht wer­den: diens­tags bis frei­tags 9 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr sowie sams­tags und sonn­tags von 10 bis 16 Uhr. Ergänzt wird die Aus­stel­lung durch ein umfang­rei­ches Rah­men­pro­gramm. So geben sie­ben Duft­ex­per­ten Ein­bli­cke in ihre jewei­li­gen Fach­ge­bie­te, den Auf­takt macht Prof. Dr. Georg Poh­nert am 11. Janu­ar mit einer Ein­füh­rung in „Die che­mi­sche Spra­che der Natur“.

Eine detail­lier­te Ter­min­über­sicht und Infor­ma­tio­nen rund um die Aus­stel­lung sind zu fin­den unter: http://​www​.phyl​e​ti​sches​-muse​um​.uni​-jena​.de/​v​e​r​a​n​s​t​a​l​t​u​n​g​e​n​.​h​tml.

Quelle
Friedrich-Schiller-Universität Jena
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