Implantate für die Zukunft: hypoallergen, antibakteriell und verschleißfrei

Wis­sen­schaft­ler arbei­ten welt­weit dar­an, Implan­ta­te so zu opti­mie­ren, dass sie län­ger hal­ten und qua­li­ta­tiv wei­ter ver­bes­sert wer­den. Mit einer Kick-off-Ver­an­stal­tung am Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Mag­de­burg star­te­te nun das Netz­werk „H.A.V.-Implantat“. Ziel des bun­des­wei­ten Koope­ra­ti­ons­netz­wer­kes mit Part­nern aus der For­schung und Wirt­schaft in Sach­sen-Anhalt ist die Ent­wick­lung hypo­all­er­ge­ner, anti­bak­te­ri­el­ler, ver­schleiß­frei­er Implan­ta­te.

Mit der Pro­jekt­lei­tung ist die tti Tech­no­lo­gie­trans­fer und Inno­va­ti­ons­för­de­rung Mag­de­burg GmbH (tti) bzw. das Clus­ter Medi­zin- und Gesund­heits­tech­nik des Lan­des Sach­sen-Anhalt (Med-Tech) beauf­tragt. Geför­dert wird das Vor­ha­ben im Rah­men des Pro­gramms „Zen­tra­les Inno­va­ti­ons­pro­gramm Mit­tel­stand“ (ZIM) des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Wirt­schaft.

Das Netz­werk ist eine Fort­füh­rung des im Janu­ar 2017 eta­blier­ten „Kom­pe­tenz­zen­trums Ortho­pä­die und Unfall­chir­ur­gie 4.0“. Mit die­ser Initia­ti­ve wur­de die wis­sen­schaft­li­che Basis zur Ver­bes­se­rung von ortho­pä­di­schen Implan­ta­ten gelegt. Für den Stand­ort Mag­de­burg spre­chen: die Pro­fi­lie­rung der Hoch­schu­le Mag­de­burg-Sten­dal im Bereich der funk­tio­na­len mikro­struk­tu­rier­ten Ober­flä­chen sowie der kur­zen Bear­bei­tungs­ket­ten (Prof. Harald Goldau) und der Ortho­pä­di­schen Uni­ver­si­täts­kli­nik Mag­de­burg im Bereich der Kon­zep­ti­on anti­bak­te­ri­el­ler und hypo­all­er­ge­ner Implan­ta­te in der Endo­pro­the­tik. Das Ärz­te­team um Kli­nik­di­rek­tor Prof. Chris­toph Loh­mann kann hier auf umfang­rei­che Erfah­run­gen ver­wei­sen. Im Endo­pro­the­tik-Zen­trum der Maxi­mal­ver­sor­gung der Kli­nik wer­den jähr­lich mehr als 1200 Endo­pro­the­sen aller gro­ßen und klei­nen Gelen­ke ein­ge­setzt oder aus­ge­tauscht. Die Kli­nik war in Sach­sen-Anhalt das ers­te zer­ti­fi­zier­te Endo­pro­the­tik­zen­trum der Maxi­mal­ver­sor­gung.

Trans­ak­ti­on von Wis­sen­schaft in die Wirt­schaft
„Nun soll die Zusam­men­ar­beit auch über die Lan­des­gren­zen hin­aus und mit Hil­fe einer finan­zi­el­len Unter­stüt­zung des Bun­des zu nach­hal­ti­gen wirt­schaft­li­chen Effek­ten der Unter­neh­men des Maschi­nen­baus, der Medi­zin­tech­nik und der Gesund­heits­wirt­schaft füh­ren“, betont der zustän­di­ge tti-Pro­jekt­lei­ter, Dr. Frank Flei­scher. „Dies ist Ziel der mode­rier­ten Ver­net­zung von Unter­neh­men und Wis­sen­schaft­lern zum Zwe­cke der Ent­wick­lung inno­va­ti­ver Pro­duk­te.“

Im Anschluss an die Auf­takt­ver­an­stal­tung am Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Mag­de­burg hat­ten Kli­nik­di­rek­tor Prof. Dr. Chris­toph Loh­mann und Labor­lei­te­rin, Prof. Jes­si­ca Bert­rand, die Part­ner des Netz­wer­kes zu einer Besich­ti­gung des For­schungs­la­bors der Ortho­pä­di­schen Uni­ver­si­täts­kli­nik ein­ge­la­den. Hier wer­den unter ande­rem Gewe­be­ana­ly­sen von Pati­en­ten mit Pro­the­sen­ver­sa­gen vor­ge­nom­men sowie Abrieb­par­ti­kel von Endo­pro­the­sen bio­lo­gisch in Zell­kul­tu­ren getes­tet. Dafür ste­hen u. a. ein Par­ti­kel­zäh­ler (Mas­ter­si­zer Par­ti­cle Ana­ly­ser), ein Hand­spek­tro­me­ter und ein RAMAN-Spek­tro­skop zur Ver­fü­gung. Um Neu­ent­wick­lun­gen für die Endo­pro­the­tik tes­ten zu kön­nen, gelangt bei­spiels­wei­se ein Hüft­s­i­mu­la­tor zum Ein­satz. Die­se exzel­len­te Aus­rüs­tung wird den koope­rie­ren­den Unter­neh­men bei der anste­hen­den Ent­wick­lungs­ar­beit von gro­ßem Nut­zen sein.

Basie­rend auf Syn­er­gi­en der Lösungs­an­sät­ze von Medi­zi­nern und Inge­nieu­ren wol­len die Unter­neh­men und For­schungs­ein­rich­tun­gen inner­halb des Koope­ra­ti­ons­netz­werks ein opti­mier­tes Implan­tat eta­blie­ren. Der neue Ansatz besteht in der Anschau­ung ins­be­son­de­re der Arti­ku­la­ti­on als funk­tio­na­li­sier­te Ober­flä­che, der es ganz bestimm­te Eigen­schaf­ten auf­zu­prä­gen gilt. Dar­aus resul­tiert ein Allein­stel­lungs­merk­mal, des­sen Ver­wer­tung ins­be­son­de­re bei den betei­lig­ten Unter­neh­men lie­gen wird.

Das Netz­werk­ma­nage­ment hat mit Beginn des Jah­res 2018 sei­ne Arbeit auf­ge­nom­men und wird in der ers­ten Pha­se (Lauf­zeit 1 Jahr) ins­be­son­de­re kon­zep­tio­nel­le Ent­wick­lungs­ar­beit leis­ten, die ent­spre­chen­de tech­no­lo­gi­sche Road­map (Maß­nah­men-Zeit-Pla­nung) erar­bei­ten sowie die Part­ner bei der Aus­ar­bei­tung von För­der­an­trä­gen unter­stüt­zen.

Maß­geb­li­cher Indus­trie­part­ner in die­sem Ver­bund ist die OHST Medi­zin­tech­nik AG, ein mit­tel­stän­di­sches Fami­li­en­un­ter­neh­men mit über 75-jäh­ri­ger Geschich­te, der sich euro­pa­weit als kom­pe­ten­ter Kom­plett­lie­fe­rant und Full-Ser­vice-Pro­vi­der für die Ent­wick­lung, Zulas­sung und Fer­ti­gung von Implan­tat-Sys­te­men und Instru­men­ten eta­bliert hat. Wei­te­re Unter­neh­men im Netz­werk sind die HAAS Schleif­ma­schi­nen GmbH mit ihren spe­zi­fi­schen Schleif­lö­sung zur Kom­plett­be­ar­bei­tung, die Ather­ma GmbH mit ihrer Kom­pe­tenz im Bereich der ather­mi­schen Laser­tech­no­lo­gie zur Mate­ri­al­struk­tu­rie­rung und Beschich­tung, die Edel­stahl Ser­vice Cen­ter Burg GmbH mit ihrer umfas­sen­den Kom­pe­tenz im Bereich metal­li­scher Werk­stof­fe, die AMETEK GmbH mit ihrer Busi­ness-Unit ZYGO als füh­ren­des Unter­neh­men für Prä­zi­si­ons­mes­sung, die Vor­rich­tungs­bau Gig­gel GmbH als Spe­zia­list für den Vor­rich­tungs- und Pro­to­ty­pen­bau sowie die Klein­se­ri­en­fer­ti­gung, die Son­der­ma­schi­nen Oschers­le­ben GmbH als Maschi­nen­ent­wick­ler und -bau­er sowie die KE-Steue­rungs­tech­nik mit ihrer Kom­pe­tenz in Ent­wurf und Umset­zung von Auto­ma­ti­sie­rungs­kon­zep­ten.

Unter­neh­men, die an einer Mit­wir­kung im Netz­werk inter­es­siert sind, kön­nen sich mel­den bei:
Dr. Frank Flei­scher
tti Tech­no­lo­gie­trans­fer und Innovations­förderung Mag­de­burg GmbH
Tel.: 0391/74435–45
E-Mail: ffleischer@​tti-​md.​de

Quelle
#Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
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