Invertierte Papillome: Ursachen für Rezidive

Sino­na­sal inver­tier­te Papil­lo­me besit­zen ein hohes Poten­zi­al für die Bil­dung von Rezi­di­ven, auch Jah­re nach der erst­ma­li­gen chir­ur­gi­schen Ent­fer­nung. Eine aktu­el­le Lang­zeit­stu­die fran­zö­si­scher For­scher lie­fert neue Erkennt­nis­se.

Die meis­ten bis­lang ver­öf­fent­lich­ten Arbei­ten zu dem The­ma berich­ten ledig­lich von Nach­sor­ge­un­ter­su­chun­gen mit rela­tiv kur­zer Dau­er; die Risi­ko­fak­to­ren für die Rezi­di­v­bil­dung sind dem­entspre­chend unge­klärt und wer­den in ver­schie­de­nen Fach­be­rei­chen kon­tro­vers dis­ku­tiert. Dar­über hin­aus bestehen unter­schied­li­che Klas­si­fi­ka­ti­ons­sys­te­me, wobei es auch auf deren Anwen­dung bis­lang kei­nen Kon­sens gibt.

Sinonasal invertierte Papillome: Langzeitstudie mit 110 Patienten

The­ma einer aktu­el­len, von fran­zö­si­schen HNO-Ärz­ten des Euro­pean Hos­pi­tal Geor­ges Pom­pi­dou in Paris ver­fass­ten Arbeit sind die Erkennt­nis­se zu Lang­zeit­er­geb­nis­sen, die Unter­su­chung poten­zi­el­ler Risi­ko­fak­to­ren für ein Rezi­div sowie der Ver­gleich der 8 exis­tie­ren­den Ein­tei­lungs­sys­te­me.

Über einen Zeit­raum von 28 Jah­ren wur­den 110 Pati­en­ten mit sino­na­sal inver­tier­tem Papil­lom dia­gnos­ti­ziert und ihre Daten für die Stu­die ver­ar­bei­tet. Die media­ne Dau­er des Fol­low-up betrug 55,6 Mona­te. Nach mul­ti­va­ria­ter Cox-Regres­si­on blieb als ein­zi­ge Varia­ble für die Ent­ste­hung eines Rezi­di­vs die vor­he­ri­ge chir­ur­gi­sche Ent­fer­nung des Pri­mär­tu­mors (Risi­ko­quo­ti­ent 4,91, 95 % Konfidenz­intervall, 1,80–13,39). Die Rezi­di­ve tra­ten bis zu 60 Mona­te nach der Ent­fer­nung des ursprüng­li­chen, sino­na­sal inver­tier­ten Papil­loms auf. Von den 8 Ein­tei­lungs­sys­te­men erwies sich kei­nes als mit Rezi­di­ven in Zusam­men­hang ste­hend.

Zusammenhang zwischen chirurgischer Entfernung und Rezidiv

Der ein­zi­ge Fak­tor, der gemäß der vor­lie­gen­den Arbeit mit Rezi­di­v­bil­dung bei sino­na­sal inver­tier­ten Papil­lo­men in Zusam­men­hang steht, war die zuvor vor­ge­nom­me­ne chir­ur­gi­sche Ent­fer­nung, was nach Dafür­hal­ten der Auto­ren dafür spricht, dass die initia­le Resek­ti­on nur unvoll­stän­dig durch­ge­führt wur­de.

Auf­grund des poten­zi­ell lan­gen Zeit­raums bis zum Rezi­div wird eine min­des­tens 5-jäh­ri­ge Nach­sor­ge als zwin­gend not­wen­dig erach­tet. Da es für das sino­na­sa­le inver­tier­te Papil­lom kein pro­gnos­ti­zie­ren­des Klas­si­fi­ka­ti­ons­sys­tem gibt, schla­gen die Auto­ren vor, Krou­ses Ein­tei­lungs­sys­tem (Laryn­go­scope. 2000 Jun;110(6):965–968)

Quel­le: Lisan et al. Ann Otol Rhi­nol Laryn­gol. 2017 Jun;126(6):498–504.

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