KBV und SpiFa wollen „das enge Korsett der Budgetierung” abstreifen

Der Spit­zen­ver­band Fach­ärz­te Deutsch­lands e.V. (Spi­Fa) unter­stützt die Vor­schlä­ge und For­de­run­gen der KBV nach einer Ent­bud­ge­tie­rung ärzt­li­cher Leis­tun­gen.

Bud­ge­tie­rung von Ver­gü­tung ärzt­li­cher Leis­tun­gen ist für den spür­ba­ren Land­arzt­man­gel und Arzt­man­gel in sozia­len Brenn­punk­ten unse­rer Städ­te, den zuneh­men­den Zeit­man­gel in Arzt­pra­xen auf­grund not­wen­di­gem Abbau von Per­so­nal und den Inves­ti­ti­ons­stau in der ärzt­li­chen Ver­sor­gung ver­ant­wort­lich”, erklärt der Spi­Fa. Eine sich bil­den­de Bun­des­re­gie­rung müs­se die­sen Ent­wick­lun­gen mit struk­tur­po­li­ti­schen Maß­nah­men begeg­nen.

Der Spi­Fa for­dert grund­sätz­lich fes­te Prei­se ohne Men­gen­be­gren­zung für alle ärzt­li­chen Leis­tun­gen”, bekräf­tigt des­sen Vor­stands­vor­sit­zen­der Dr. Dirk Hein­rich und prä­zi­siert: „Als Ein­stieg sind hier­für in der Grund­ver­sor­gung der Pati­en­ten alle rele­van­ten Betreu­ungs- und Koor­di­na­ti­ons­leis­tun­gen sowie die Leis­tun­gen, die mit der pau­scha­lier­ten fach­ärzt­li­chen Grund­ver­gü­tung belegt sind, aus der Mor­bi­di­täts­be­ding­ten Gesamt­ver­gü­tung (MGV) her­aus­zu­neh­men und in die Extra­bud­ge­tä­re Gesamt­ver­gü­tung (EGV) zu über­füh­ren. Die ambu­lan­te medi­zi­ni­sche Grund­ver­sor­gung zu bud­ge­tie­ren, ist sozi­al unge­recht.“

Der Spi­Fa und sei­ne Mit­glieds­ver­bän­de haben Vor­schlä­ge zur Errei­chung des Ziels der Ent­bud­ge­tie­rung ärzt­li­cher Leis­tun­gen vor­ge­legt. Jüngst haben hier­auf noch­mals eini­ge Mit­glieds­ver­bän­de des Spi­Fa wie der NAV Virchow-Bund und der Berufs­ver­band der Augen­ärz­te Deutsch­lands e.V. (BVA) öffent­lich auf­merk­sam gemacht. Die Grund­satz- und Posi­ti­ons­pa­pie­re sowie die Agen­da „Fach­arzt 2020“ ste­hen unter www.spifa.de/positionen/ zum Down­load zur Ver­fü­gung.

KBV-Chef Gassen: Nicht länger unbegrenzte Leistungen für begrenztes Geld

Der Vor­stands­vor­sit­zen­de der Kas­sen­ärzt­li­chen Bun­des­ver­ei­ni­gung (KBV), Dr. Andre­as Gas­sen, hat­te zuvor in einer Erklä­rung an die künf­ti­gen Koali­ti­ons­part­ner appel­liert, in ihren Bera­tun­gen die Abschaf­fung der Bud­ge­tie­rung ärzt­li­cher Leis­tun­gen zu berück­sich­ti­gen. Gas­sen: „Das deut­sche Gesund­heits­we­sen steht vor gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen. Unse­re Gesell­schaft wan­delt sich. Die Nach­fra­ge nach medi­zi­ni­schen Leis­tun­gen wird stei­gen. Wir kön­nen dank der her­vor­ra­gen­den Arbeit der nie­der­ge­las­se­nen Ärz­te und Psy­cho­the­ra­peu­ten ver­sor­gen – jetzt und in Zukunft. Aber was heu­te schon sehr schwie­rig ist, wird in abseh­ba­rer Zeit so nicht mehr gehen: Unbe­grenz­te Leis­tun­gen für begrenz­tes Geld zu erbrin­gen.“

Der KBV-Chef erläu­ter­te: „Wir müs­sen die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung auch für künf­ti­ge Gene­ra­tio­nen sicher­stel­len. Dies kann nur gelin­gen, wenn medi­zi­ni­sche Leis­tun­gen zu fes­ten Prei­sen ohne frem­de Men­gen­steue­rung ver­gü­tet wer­den.“

Die nie­der­ge­las­se­nen Ärz­te erbrin­gen nach Anga­ben der KBV aktu­ell jede zehn­te Leis­tung kos­ten­los. Gleich­zei­tig wür­den immer mehr Leis­tun­gen ambu­lant erbracht.

Wir brau­chen ein Umden­ken in der Poli­tik und die Bereit­schaft, das enge Kor­sett der Bud­ge­tie­rung abzu­strei­fen“, sag­te Gas­sen.

Quel­len: Spi­Fa / KBV

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