m4-Award für MS-Forschung

Prof. Mat­thi­as Mack und Dr. Kers­tin Ren­ner aus der Abtei­lung für Nephrolo­gie des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums Regens­burg sind für ihren For­schungs­an­satz zur Behand­lung von Mul­ti­pler Skle­ro­se aus­ge­zeich­net wor­den. Damit ver­bun­den ist eine För­de­rung von 500.000 Euro über zwei Jah­re.

Das Baye­ri­sche Staats­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Medi­en, Ener­gie und Tech­no­lo­gie hat im Rah­men des Bio­En­tre­pre­neurship Sum­mit 2017 die Gewin­ner des baye­ri­schen m4-Awards bekannt gege­ben. Der Preis ging an fünf baye­ri­sche For­scher­grup­pen, deren bio­me­di­zi­ni­sche und anwen­dungs­ori­en­tier­te Pro­jek­te Poten­zi­al für eine Unter­neh­mens­grün­dung ver­spre­chen.

Mack und Ren­ner beschäf­ti­gen sich in ihrer For­schungs­ar­beit mit einer Kom­bi­na­ti­ons­the­ra­pie, die die Nach­tei­le der kon­ser­va­ti­ven The­ra­pie bei Mul­ti­pler Skle­ro­se (MS) aus­glei­chen soll. Um die auf­grund eines MS-Schu­bes ent­ste­hen­den Ent­zün­dungs­re­ak­tio­nen zu behan­deln, ste­hen vor allem hoch­do­sier­te Ste­ro­ide wie Kor­ti­son zur Ver­fü­gung. Auf die­se spre­chen aller­dings etwa 40 Pro­zent der Pati­en­ten nicht adäquat an und tra­gen akku­mu­lie­ren­de Schä­den davon.

Die Wis­sen­schaft­ler ver­fol­gen des­halb den Ansatz einer Kom­bi­na­ti­ons­the­ra­pie aus Ste­ro­iden und einem huma­ni­sier­ten Anti­kör­per. Der Anti­kör­per rich­tet sich gegen bestimm­te Immun­zel­len – soge­nann­te Mono­zy­ten, die das Ober­flä­chen­pro­te­in CCR2 tra­gen. Die­se Zel­len, die für die Gewebs­zer­stö­rung ver­ant­wort­lich sind, sol­len durch die Anti­kör­per­the­ra­pie kurz­fris­tig ent­fernt wer­den, um die zereb­ra­len Gewebs­schä­den bei MS-Schü­ben gering zu hal­ten.

Mit Hil­fe der For­schungs­för­de­rung will das Team die syn­er­gis­ti­sche Wir­kung von Ste­ro­iden und CCR2-Anti­kör­pern prä­kli­nisch näher unter­su­chen. „Wir hof­fen, unse­ren For­schungs­an­satz so wei­ter­ent­wi­ckeln zu kön­nen, dass die Ergeb­nis­se in naher Zukunft in die kli­ni­sche Behand­lungs­stra­te­gie bei Mul­ti­pler Skle­ro­se ein­flie­ßen kön­nen. Pati­en­ten wür­den von einer pass­ge­naue­ren The­ra­pie pro­fi­tie­ren“, sag­te Mack.

Mit dem m4-Award för­dert der Frei­staat inno­va­ti­ve Pro­duk­te, Tech­no­lo­gi­en und Dienst­leis­tun­gen, wel­che die Wei­ter­ent­wick­lung der per­so­na­li­sier­ten Medi­zin ent­schei­dend vor­an­trei­ben. Der Preis ist das Resul­tat eines bay­ern­wei­ten Wett­be­wer­bes im Bereich der ange­wand­ten, mole­ku­la­ren Medi­zin und hat sei­nen Ursprung in einer gleich­na­mi­gen Pro­gram­ma­tik des Münch­ner Spit­zen­clus­ters m4.

Quelle
Universitätsklinikum Regensburg
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