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AWMF

Enge Kooperation vonnöten

06.04.2017
Foto: © Elnur - Fotolia.com

Die AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) e. V. hat im Vorfeld der anstehenden Bundestagswahl in einem Positionspapier fünf Forderungen an eine künftige Gesundheitspolitik formuliert. 

Die AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) e. V. hat im Vorfeld der anstehenden Bundestagswahl in einem Positionspapier fünf Forderungen an eine künftige Gesundheitspolitik formuliert. Im Mittelpunkt des politischen Handelns müsse nach Einschätzung der AWMF-Experten eine qualitative Verbesserung der medizinischen Versorgung aller Bürger stehen. Das setze voraus, dass sich politische Entscheidungen an wissenschaftlichen Fakten orientieren, die belegen, ob gesetzgeberische Maßnahmen ausreichend, notwendig und zweckmäßig sind. Damit das gelingt, muss die Gesundheitspolitik eng mit der wissenschaftlichen Medizin kooperieren.
 
Die zukünftige Bundesregierung müsse bei gesundheitspolitischen Entscheidungen die Entscheidungsbefugnis dafür jeweils der Ebene mit der größten fachlichen Kompetenz zuordnen – dem Bund, den Ländern oder den Organen der Selbstverwaltung. So lautet eine zentrale Forderung der AWMF. Um gesundheitspolitische Entscheidungen im Sinne einer patientenorientierten, evidenzbasierten Medizin treffen zu können, müssten Vertreter der wissenschaftlichen Medizin mehr und zu einem früheren Zeitpunkt als bisher einbezogen werden. „Dafür stehen die AWMF und ihre 175 Fachgesellschaften gerne zur Verfügung“, betont AWMF-Präsident Professor Dr. med. Rolf Kreienberg. Denn in der AMWF sind alle medizinischen Fächer, die meisten interdisziplinären Themenbereiche und neben Ärzten auch weitere Gesundheitsberufe vertreten. Hier wird Wissen gemäß der evidenzbasierten Medizin entwickelt, evaluiert und verbreitet. Daraus entstehen unter anderem Leitlinien, die heute die Basis des ärztlichen Handelns darstellen.
 
Auf deren Finanzierung zielt eine weitere Forderung der AWMF. Es ist mit erheblichem Aufwand verbunden, hochwertige Leitlinien zu entwickeln und zu implementieren. Sie fassen das medizinische Wissen auf dem jeweils aktuellen Stand zusammen und liefern damit die Basis für wissenschaftlich abgesicherte, ärztliche Entscheidungen zum Wohl des Patienten. Leitlinien entstehen nach einem transparenten Methodenwerk, werden interdisziplinär und nicht selten gemeinsam mit Patientenvertretern abgestimmt. Diese Arbeit übernehmen die in der AWMF organisierten Fachgesellschaften. Leitlinien sind heute ein unverzichtbarer Bestandteil der wissenschaftlichen Medizin. Daher müsse ihre Erstellung und Verankerung im Alltag von Klinik und Praxis nachhaltig und unabhängig finanziert werden, so die Forderung der AWMF.
 
Weitere Forderungen der AWMF beziehen sich auf eine bessere Koordination des Infektionsschutzes zwischen Human- und Tiermedizin, damit das wachsende Gesundheitsproblem multiresistenter Keime wirkungsvoll bekämpft werden könne. Außerdem müsse der Staat seine Verantwortung wahrnehmen und die Entwicklung neuer Antiinfektiva fördern. Darüber hinaus verlangen die AWMF-Experten von einer künftigen Bundesregierung, die Rahmenbedingungen für die Gesundheitsforschung zu verbessern. Eine weitere wichtige Forderung der AWMF zielt auf die Personalentwicklung und Nachwuchsförderung in der Medizin. Hier sieht die AWMF dringenden Handlungsbedarf, beispielsweise bei den Approbationsordnungen für Ärzte und Zahnärzte und den Personalschlüsseln in der Pflege, um den steigenden Anforderungen im Gesundheitswesen auch künftig gerecht werden zu können.
 
Die Positionen der AWMF zur Gesundheitspolitik nach der Bundestagswahl 2017 „Evidenzbasierte Medizin – die Basis einer guten Gesundheitspolitik“ finden Sie hier:
http://www.awmf.org/fileadmin/user_upload/Stellungnahmen/Resolution_Ford...
 
 

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