Medizin und Internet: DDG stellt „Code of Conduct Digital Health“ vor

Die Deut­sche Dia­be­tes-Gesell­schaft (DDG) stell­te auf ihrer Herbst­ta­gung das Rah­men­pa­pier „Code of Con­duct Digi­tal Health“ zur digi­ta­len Trans­for­ma­ti­on vor. Dar­in legt sie dar, zu wel­chen medi­zi­nisch basier­ten Ansprü­chen sie sich bei der digi­ta­len Trans­for­ma­ti­on bekennt und wel­che Erwar­tungs­hal­tun­gen sowie For­de­run­gen sich hier­aus nach innen und nach außen erge­ben.

Die Digi­ta­li­sie­rung ver­än­dert tief­grei­fend und schnell unse­re Lebens­wel­ten. Digi­tal gesteu­er­te Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Inter­ak­ti­ons­wei­sen prä­gen sozia­le, wirt­schaft­li­che, tech­ni­sche und poli­ti­sche Pro­zes­se. Auch die Medi­zin ver­än­dert sich dadurch – inhalt­lich und struk­tu­rell, bei­spiels­wei­se in For­schung, Dia­gnos­tik, Moni­to­ring, The­ra­pie, Ver­sor­gung sowie Bera­tung, Auf­klä­rung, Scree­ning und Prä­ven­ti­on. Die Digi­ta­li­sie­rung und ihre Mög­lich­kei­ten ver­än­dern nicht zuletzt das unmit­tel­ba­re Ver­hält­nis zwi­schen Arzt und Pati­ent. „Dia­be­tes ist eine Daten­ma­nage­ment-Erkran­kung, Dia­gnos­tik und The­ra­pie haben immer mit der Erhe­bung, Ana­ly­se und Inter­pre­ta­ti­on von Daten zu tun“, sagt Pro­fes­sor Dr. med. Dirk Mül­ler-Wie­land, Prä­si­dent der DDG. Digi­ta­le Tech­no­lo­gi­en und Instru­men­te haben daher ein gro­ßes Poten­ti­al für die Dia­be­to­lo­gie. „Denk­bar sind aber auch mög­li­che nega­ti­ve Ent­wick­lun­gen bei den Rah­men­be­din­gun­gen, wie bei­spiels­wei­se bei Daten­schutz und Daten­si­cher­heit, bei denen sich die DDG mit eige­nen Posi­tio­nen ein­brin­gen muss“, so Manu­el Ick­rath, Spre­cher der Task Force Digi­ta­li­sie­rung der DDG.  Als gro­ße medi­zi­ni­sche Fach­ge­sell­schaft sieht es die DDG als ihre Auf­ga­be an, den digi­ta­len Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess aktiv mit­zu­ge­stal­ten und kon­kre­te medi­zi­ni­sche Stan­dards und einen ethisch-basier­ten Hand­lungs­rah­men zu ent­wi­ckeln und durch­zu­set­zen. 

Ein ers­tes Ziel des „Code of Con­duct Digi­tal Health“ der DDG ist, für den der­zeit statt­fin­den­den Pro­zess der digi­ta­len Trans­for­ma­ti­on des Gesund­heits­we­sens einen ver­läss­li­chen Ori­en­tie­rungs- und Hand­lungs­rah­men bereit­zu­stel­len. Der „Code of Con­duct Digi­tal Health“ glie­dert sich in die drei Tei­le: „Hand­lungs­fel­der“ (Daten­schutz und Infor­ma­ti­ons­si­cher­heit, „Daten­spen­de“, For­schung, Kli­ni­sche Ver­sor­gung), „Hand­lungs­rah­men“ (Big Data, Ein­satz kon­trol­lier­ter Algo­rith­men) und „Per­spek­ti­ven digi­ta­ler Trans­for­ma­ti­on“. „Ein zen­tra­ler Punkt ist, dass die DDG die infor­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung des Pati­en­ten mit Dia­be­tes stär­ken will“, erklärt Mül­ler-Wie­land. Jeder Pati­ent müs­se selbst ent­schei­den kön­nen, wem er sei­ne Daten zu wel­chem Zweck zur Ver­fü­gung stel­le. Das sei gera­de im Bereich Gesund­heits-Apps, Weara­bles und medi­zi­ni­scher Apps ein aktu­el­les The­ma, sagt der DDG-Prä­si­dent. Die Arbeits­ge­mein­schaft Dia­be­tes und Tech­no­lo­gie (AGDT) der DDG hat aus „User-Sicht“ das Qua­li­täts­sie­gel „Dia­Di­gi­tal“ geschaf­fen, „das Ärz­ten und Pati­en­ten Ori­en­tie­rung bei der Suche nach „guten“ Apps bie­tet“, sagen der Vor­sit­zen­de der AGDT, Herr Pro­fes­sor Hei­ne­mann, und Dr. Kalt­heu­ner, einer der Lei­ter der Arbeits­grup­pe „Dia­Di­gi­tal“ im Gespräch.

Der „Code of Con­duct Digi­tal Health“ rich­tet sich an Poli­tik, Gesetz­ge­ber und wei­te­re Akteu­re im Gesund­heits­we­sen, die an den digi­ta­len Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­sen betei­ligt sind wie etwa Indus­trie, Ärz­te­schaft, Dia­be­tes-Behand­lungs­teams und Pfle­ge, Wis­sen­schaft­ler, Kos­ten­trä­ger und nicht zuletzt Pati­en­ten als Betrof­fe­ne. „Der ‚Code of Con­duct Digi­tal Health‘ ist ein ‚leben­des‘ Sys­tem und wird regel­mä­ßig aktua­li­siert“, betont Mül­ler-Wie­land. Damit wer­de er stän­dig an neue Ent­wick­lun­gen und Ein­schät­zun­gen von Gefähr­dun­gen und Mög­lich­kei­ten ange­passt, so der DDG Prä­si­dent. Das Rah­men­pa­pier für den „Code of Con­duct Digi­tal Health“ fin­den Inter­es­sier­te hier.

Quelle
Deutsche Diabetes-Gesellschaft
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