Mehr als 13.000 Versicherte beantragen Cannabis auf Rezept

Wie vie­le Pati­en­ten Can­na­bis auf Rezept bekom­men wür­den, war beim Start des ent­spre­chen­den Geset­zes noch unklar. Jetzt steht fest: Es sind meh­re­re Tau­send.

Zehn Mona­te nach Inkraft­tre­ten des Geset­zes für Can­na­bis auf Rezept haben mehr als 13.000 Ver­si­cher­te einen Antrag dafür gestellt. Das geht aus Zah­len der größ­ten Kran­ken­kas­sen her­vor, unter denen die „Rhei­ni­schen Post” eine Umfra­ge dazu gemacht hat­te. Allein die All­ge­mei­nen Orts­kran­ken­kas­sen hät­ten bis­her mehr als 7600 Anträ­ge zur Ver­ord­nung von medi­zi­ni­schem Can­na­bis erhal­ten, wie eine AOK-Spre­che­rin der Deut­schen Pres­se-Agen­tur sag­te.

Bei der Bar­mer gin­gen laut der Zei­tung bis Ende 2017 rund 3200 Anträ­ge ein. Die Tech­ni­ker Kran­ken­kas­se hat bis Ende Novem­ber rund 2200 Anträ­ge auf Kos­ten­er­stat­tung erhal­ten.

Die Geneh­mi­gungs­quo­te liegt jeweils bei rund zwei Drit­tel der Fäl­le, bei der AOK etwa bei rund 64 Pro­zent. „Gleich­wohl bedeu­tet das nicht, dass die ande­ren Anträ­ge abge­lehnt wur­den”, sag­te die Spre­che­rin. Vie­le Anträ­ge sei­en for­mell nicht voll­stän­dig. Arzt und Pati­ent hät­ten dann die Mög­lich­keit, den Antrag erneut ein­zu­rei­chen.

Immer wie­der bean­trag­ten aber auch Pati­en­ten Can­na­bis auf Rezept, obwohl sie kei­ne Erkran­kun­gen im Sin­ne des Geset­zes hät­ten. „Mit­un­ter sind das Fäl­le von Band­schei­ben­vor­fäl­len, die bis­lang nur mit Wär­me­the­ra­pie behan­delt wur­den.” Can­na­bis auf Rezept bekom­men etwa Pati­en­ten mit schwe­ren chro­ni­schen Schmer­zen, ein­zel­ne kon­kre­te Krank­hei­ten führt das Gesetz vom März 2017 nicht auf.

Wie vie­le Pati­en­ten von Can­na­bis auf Kas­sen­kos­ten Gebrauch machen wür­den, hielt der Gesetz­ent­wurf aus­drück­lich offen. Es las­se sich nicht abschät­zen, „in wel­chem Umfang Ärz­tin­nen und Ärz­te sowie Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten von einer Ver­schrei­bungs­mög­lich­keit für Can­na­bis­blü­ten und Can­na­bi­s­ex­trak­te Gebrauch machen wer­den”, hieß es. Der Ent­wurf führ­te ledig­lich an, dass Anfang April 2016 bereits 647 Pati­en­ten eine betäu­bungs­mit­tel­recht­li­che Aus­nah­me­er­laub­nis hat­ten.

Die Dro­gen­be­auf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung, Mar­le­ne Mort­ler (CSU), bewer­te­te die Zahl der Anträ­ge posi­tiv. „Die stei­gen­de Zahl der Geneh­mi­gun­gen zeigt, wie wich­tig es war, die­ses Gesetz im letz­ten Jahr auf den Weg zu brin­gen”, sag­te sie der „Rhei­ni­schen Post”. Can­na­bis sei aber kein All­heil­mit­tel. (dpa)

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