Messe Rehacare 2017: Hilfsmittel mit 3D-Drucker & Co selber machen

Ob Laser-Radar im Hut, indi­vi­du­el­le Pro­the­sen aus dem 3D-Dru­cker oder Open Source Add-Ons für Roll­stuhl­fah­rer – sie alle sind Gewin­ner­pro­jek­te des Wett­be­wer­bes „Light Cares“, der vom Bun­des­for­schungs­mi­nis­te­ri­um (BMBF) aus­ge­ru­fen wur­de. Die ent­wi­ckel­ten Hilfs­mit­tel, die den All­tag von Men­schen mit Behin­de­rung erleich­tern, kön­nen vom 4. bis 7. Okto­ber 2017 auf der Mes­se Reha­ca­re in Düs­sel­dorf aus­pro­biert wer­den.

Ob Laser-Radar im Hut, indi­vi­du­el­le Pro­the­sen aus dem 3D-Dru­cker oder Open Source Add-Ons für Roll­stuhl­fah­rer: Die Gewin­ner­pro­jek­te des Wett­be­werbs „Light Cares“, der vom Bun­des­for­schungs­mi­nis­te­ri­um aus­ge­ru­fen wur­de, ent­wi­ckeln Hilfs­mit­tel, die den All­tag von Men­schen mit Behin­de­rung erleich­tern. Dafür sol­len die neu­en Do-it-Yours­elf-Werk­zeu­ge und Mate­ria­li­en in offe­nen Werk­stät­ten genutzt wer­den. Die Pro­jek­te mit ihren inno­va­ti­ven Lösun­gen kön­nen vom 4. bis 7. Okto­ber 2017 auf der REHACARE in Düs­sel­dorf in Hal­le 4 G03 am Light Cares-Mes­se­stand aus­pro­biert wer­den. Zudem wer­den am Stand Hilfs­mit­tel direkt vor Ort aus­ge­druckt und her­ge­stellt.

Unter dem Mot­to „Hil­fe zur Selbst­hil­fe“ arbei­ten in den Light Cares-Pro­jek­ten Men­schen mit Behin­de­rung, For­scher aus Unter­neh­men und Insti­tu­ten sowie Maker aus öffent­lich zugäng­li­chen Werk­stät­ten (soge­nann­te Fab­La­bs oder Maker­Spaces) direkt zusam­men. Das Ziel: Mit­hil­fe der neu­en Werk­zeu­ge des Lichts wie Laser­scan­ner, Laser­cut­ter, 3D-Dru­cker & Co. sol­len sich Men­schen mit Behin­de­rung ihre pass­ge­nau­en Hilfs­mit­tel für ein selbst­be­stimm­tes Leben eigen­stän­dig her­stel­len kön­nen.

Eine wei­te­re Beson­der­heit: Die Daten aus den Pro­jek­ten, wie bei­spiels­wei­se Bau­plä­ne oder 3D-Model­le, wer­den in gän­gi­gen Inter­net­platt­for­men nach dem Open Source-Prin­zip für jeden frei zur Ver­fü­gung gestellt. So kön­nen sich Inter­es­sier­te die Daten her­un­ter laden, um sie für ihre eige­nen Pro­jek­te zu nut­zen und wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. So kön­nen sich bei­spiels­wei­se Rheu­ma­pa­ti­en­ten die Bau­plä­ne von Schreib­hil­fen im Web her­un­ter laden, sie indi­vi­du­ell nach ihren Bedürf­nis­sen anpas­sen und mit dem 3D-Dru­cker aus­dru­cken.

Die auf der Reha­ca­re vor­ge­stell­ten Pro­jek­te sind die Gewin­ner­pro­jek­te des Wett­be­werbs „Light Cares – Pho­to­ni­sche Tech­no­lo­gi­en für Men­schen mit Behin­de­rung“ und wer­den vom BMBF mit ins­ge­samt einer Mil­li­on Euro geför­dert. Der Wett­be­werb ist Anfang 2016 gestar­tet. Die ers­ten Pro­jek­te wur­den im Som­mer 2017 abge­schlos­sen, die letz­ten Pro­jek­te been­den ihre For­schungs- und Ent­wick­lungs­ar­bei­ten Mit­te bzw. Ende 2018. Sie alle wer­den vom BMBF im Rah­men des Pro­gram­mes „Pho­to­nik For­schung Deutsch­land“ geför­dert.

Inter­es­sier­te kön­nen sich vom 4. bis 7. Okto­ber 2017 auf den Light Cares-Mes­se­stand des BMBF in Hal­le 4 G03 auf die Reha­ca­re nach Düs­sel­dorf über die Pro­jek­te infor­mie­ren. Neben den Pro­jek­ten mit Aus­stel­lungs­stü­cken zum Anfas­sen und Aus­pro­bie­ren ist auch ein klei­ner Werk­statt­be­reich mit 3D-Dru­ckern geplant, in dem Hilfs­mit­tel wie Pro­the­sen live vor Ort aus­ge­druckt wer­den.

Die Pro­jek­te:
AMBOS-3D: Opti­sches Assis­tenz­sys­tem in Werk­stät­ten für Men­schen mit Behin­de­rung
Die Wis­sen­schaft­ler in dem Pro­jekt ent­wi­ckeln ein kos­ten­güns­ti­ges Assis­tenz­sys­tem mit Mikro­con­trol­ler, 3D-Sen­so­ren und Kame­ra, das Arbei­ter in Werk­stät­ten für Men­schen mit Behin­de­run­gen anlei­tet und ihnen den nächs­ten Arbeits­schritt genau anzeigt.

ANSPRAKON: Anzei­gen zum Hören
In die­sem Pro­jekt wer­den „Anzei­ge­sprach­kon­ver­ter“ für Men­schen mit Seh­be­hin­de­rung ent­wi­ckelt, die Infor­ma­tio­nen von all­täg­li­chen Anzei­gen, wie z. B. von einer Mikro­wel­le, über eine Web­cam erfas­sen. Ein Mikro­con­trol­ler macht die ange­zeig­ten Infor­ma­tio­nen über eine Sprach­aus­ga­be hör­bar.

APROACH: Kos­ten­güns­ti­ge Exo­s­ke­let­te für Klein­kin­der
Ziel des Pro­jekts ist es, akti­ve Orthe­sen für Kin­der und Jugend­li­che inklu­si­ve Sen­so­ren und Akto­ren mit kos­ten­güns­ti­gen Maker-Mate­ria­li­en her­zu­stel­len. Die Orthe­sen sol­len dabei indi­vi­du­ell ange­passt wer­den und mit dem 3D-Dru­cker aus­ge­druckt wer­den.

Custom DIY Limbs: Test­schaft für eine Unter­schen­kel­pro­the­se mit DIY-Tech­no­lo­gi­en
Hier geht es um Pro­the­sen­schäf­te aus dem 3D-Dru­cker. Dazu wer­den zuerst die ent­spre­chen­den Kör­per­tei­le mit einem 3D-Scan­ner erfasst und anschlie­ßend als 3D-Modell am Com­pu­ter erstellt. Die Daten wer­den mit Step-by-Step-Anlei­tun­gen unter frei­er Lizenz ver­öf­fent­licht.

FABULANDLABS: Hilfs­mit­tel ein­fach sel­ber machen!
Men­schen mit Behin­de­rung sol­len sich hier ihre Hilfs­mit­tel mit kos­ten­güns­ti­gen Tech­no­lo­gi­en in Fab­La­bs selbst her­stel­len und anpas­sen. Dafür wird ein mobi­les Fab­Lab geschaf­fen, um das sich sta­tio­nä­re Mini-Fab­La­bs grup­pie­ren.

LIDARSEE: Das Laser-Radar im Hut
Klei­ne, kos­ten­güns­ti­ge LiDAR-Detek­to­ren bil­den das Herz­stück des Pro­jekts für Men­schen mit Seh­be­hin­de­rung. Ein Laser-Sen­sor auf dem Kopf scannt die Umge­bung und erkennt Hin­der­nis­se. Über einen Hand­schuh wird das Feed­back per Vibra­ti­on gege­ben und warnt so den Nut­zer.

Made for my Wheel­chair: Bar­rie­re­frei­heit aus dem 3D-Dru­cker
Ein Team von Roll­stuhl­be­nut­zern, Tech­ni­kern und Desi­gnern ent­wi­ckelt in die­sem Pro­jekt Pro­duk­te für elek­tri­sche Roll­stüh­le, die mit offen zugäng­li­chen und kos­ten­güns­ti­gen Maker-Tech­no­lo­gi­en her­ge­stellt wer­den kön­nen. Ers­te Pro­duk­te sind Beleuch­tungs­sets und Trans­port­an­hän­ger.

SELFMADE: Mit­ten im All­tag dank inklu­si­ons­ori­en­tier­ter Maker­Spaces
In dem Pro­jekt sol­len sich Men­schen mit Behin­de­rung gemein­sam mit Makern in Maker­Spaces ihre Hilfs­mit­tel sel­ber her­stel­len. Als Pilot­pro­jekt wird im Dort­mun­der Büro für unter­stütz­te Kom­mu­ni­ka­ti­on ein inklu­si­ver Maker­Space ein­ge­rich­tet.

SLSASSIST: Eige­ne Rheu­ma­hil­fen aus dem 3D-Dru­cker
An Rheu­ma erkrank­te Men­schen stel­len sich ihre indi­vi­du­el­len Hilfs­mit­tel in hoher Qua­li­tät sel­ber her – das ist das Ziel des Pro­jekts. Dafür wer­den Laser-3D-Dru­cker genutzt. Die Betrof­fe­nen ler­nen dabei unter Anlei­tung im Fab­Lab, wie sie ihre per­sön­li­chen Hilfs­mit­tel desi­gnen und aus­dru­cken.

VRread: Indi­vi­du­el­le Lese­hil­fe aus dem 3D-Dru­cker
Hier wird das Smart­pho­ne zur indi­vi­du­el­len Lese­hil­fe. Dafür kommt das Mobil­te­le­fon – wie bei einer VR-Bril­le – in eine per­so­na­li­sier­te 3D-gedruck­te Hal­te­rung. Beglei­tend dazu wird eine mit Kopf­be­we­gun­gen steu­er­ba­re Lese-App für digi­ta­le Doku­men­te ent­wi­ckelt.

Hap­ti­vest: Füh­lend sehen
Die Hap­ti­vest ist ein brei­ter Gür­tel für seh­be­ein­träch­tig­te Men­schen, in dem eine Kame­ra und eine Matrix aus über Ein­hun­dert klei­nen Vibra­ti­ons­mo­to­ren ein­ge­baut ist. Die­se Pixel-Moto­ren bil­den Objek­te, die sich vor dem Trä­ger oder der Trä­ge­rin befin­den, als Vibra­ti­ons­mus­ter auf dem Kör­per ab.

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