Mit dem Rollstuhl aufs Wasser – FH Kiel entwickelt mit Partnern Handicap-Boot

Stu­die­ren­de und Leh­ren­de der Fach­hoch­schu­le (FH) Kiel haben gemein­sam mit dem Ver­brau­cher­schutz­ver­ein für älte­re und behin­der­te Men­schen Kiel ein soge­nann­tes Han­di­cap-Boot ent­wi­ckelt. Auf den Kata­ma­ran kön­nen Roll­stuhl­fah­re­rin­nen und -fah­rer über eine Ram­pe fah­ren und es auto­nom steu­ern.

Was­ser­sport zu betrei­ben, ist immer noch eine Her­aus­for­de­rung für Men­schen mit kör­per­li­chen Ein­schrän­kun­gen, vor allem für Per­so­nen, die auf einen Roll­stuhl ange­wie­sen sind. Um ihnen die eigen­stän­di­ge Nut­zung eines Boo­tes zu ermög­li­chen, haben meh­re­re Pro­jekt­part­ner ihre Kom­pe­ten­zen gebün­delt und das soge­nann­te Han­di­cap-Boot ent­wi­ckelt. Das Han­di­cap-Boot ist ein ca. fünf Meter lan­ger und zwei­ein­halb Meter brei­ter Kata­ma­ran mit gerin­gem Tief­gang und hoher Sta­bi­li­tät. Roll­stuhl­fah­re­rin­nen und -fah­rer kön­nen über eine Ram­pe auf das Boot gelan­gen und die­ses mit Hil­fe eines Elek­tro­an­trie­bes auto­nom nut­zen.

2015 fer­tig­ten Stu­die­ren­de des Schiff-und Maschi­nen­baus sowie der Betriebs­wirt­schaft ers­te Stu­di­en unter der Lei­tung der Pro­fes­so­ren Sven Olaf Neu­mann (Fach­be­reich Maschi­nen­we­sen) und Hans Klaus (Fach­be­reich Wirt­schaft) sowie von Dipl.-Ing. Claus-Die­ter Schulz an. Schulz gehört dem Vor­stand des Ver­brau­cher­schutz­ver­eins für älte­re und behin­der­te Men­schen Kiel an und enga­giert sich u.a. in der Spar­te Han­di­cap Tou­ris­mus. Von ihm und ande­ren Mit­strei­tern stammt die Anre­gung, ein Boot mit Was­ser­strahl­an­trieb und Bug­strahl­ru­der zu ent­wi­ckeln. In die Ent­wick­lung des Boo­tes waren Behin­der­te von Anfang an inte­griert, an der FH Kiel sind mitt­ler­wei­le die vier Fach­be­rei­che Maschi­nen­bau, Infor­ma­tik und Elek­tro­tech­nik, Wirt­schaft und Medi­en betei­ligt, erklärt Prof. Neu­mann. „Das Pro­jekt Han­di­cap-Boot steht für inter­dis­zi­pli­nä­res Arbei­ten in Gene­ra­tio­nen über­span­nen­den Teams, um inte­gra­ti­ve, nach­hal­ti­ge Pro­duk­te zu ent­wi­ckeln.“

Gebaut wur­de das Han­di­cap-Boot von der Yacht- und Boots­werft Rath­je. Nach der erfolg­ten Was­se­rung wird der Kata­ma­ran an die FH Kiel gebracht. Dort wer­den Antrieb und Steue­rung ein­ge­baut.

„Die­ses Pro­jekt hat Bei­spiel­cha­rak­ter für die Zusam­men­ar­beit von Men­schen mit und ohne Behin­de­rung“, meint Rai­mund Stie­ler von der WTSH-För­der­ab­tei­lung. „Die Stär­kung der Teil­ha­be behin­der­ter Men­schen an Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten auf dem Was­ser rückt immer mehr in den Vor­der­grund des Inter­es­ses für die wach­sen­de Spar­te Han­di­cap-Tou­ris­mus. Auch vor die­sem Hin­ter­grund hält die WTSH das Vor­ha­ben für för­der­fä­hig und gewährt einen Lan­des­zu­schuss in Höhe von knapp 62.000 Euro aus dem För­der­pro­gramm ‚Anwen­dungs­ori­en­tier­te For­schung, Inno­va­tio­nen und Tech­no­lo­gie­trans­fer – FIT des Lan­des­pro­gramms Wirt­schaft‘.“ Die WTSH ist zen­tra­le Bewil­li­gungs­stel­le für die För­der­pro­gram­me im Bereich der betrieb­li­chen Inno­va­tions- und Außen­wirt­schafts­för­de­rung des Lan­des­pro­gramms Wirt­schaft (LPW).

Quelle
Fachhochschule Kiel
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