Mit der Sonnenaufgang-Brille gegen Depressionen

Um die Wir­kung der Licht­the­ra­pie auf Depres­sio­nen bei jun­gen Men­schen zu unter­su­chen, erhal­ten Wis­sen­schaft­ler der LWL-Uni­ver­si­täts­kli­nik Hamm For­schungs­mit­tel in Höhe von knapp 1,8 Mil­lio­nen Euro.

Wel­che Wir­kung hat eine Licht­the­ra­pie bei Depres­sio­nen im Kin­des- und Jugend­al­ter? Die­ser – nicht nur in der kom­men­den dunk­len Jah­res­zeit aku­ten – Fra­ge spürt die For­schungs­ab­tei­lung der kin­der- und jugend­psych­ia­tri­schen Uni­ver­si­täts­kli­nik Hamm (Trä­ger: Land­schafts­ver­band West­fa­len-Lip­pe, LWL) nach. Für eine ent­spre­chen­de Licht­the­ra­pie-Stu­die hat das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und For­schung För­der­mit­tel in Höhe von knapp 1,8 Mil­lio­nen Euro geneh­migt.

Depres­si­ve Stö­run­gen bei Kin­dern und Jugend­li­chen zei­gen eine hohe Zuwachs­ra­te. Trotz der gro­ßen Bedeu­tung die­ser Erkran­kung im Kin­des- und Jugend­al­ter sind Effek­ti­vi­tät und Sicher­heit der gän­gi­gen medi­ka­men­tö­sen und psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Behand­lungs­an­sät­ze immer noch unzu­rei­chend unter­sucht. Ergän­zen­de Behand­lun­gen wie die Licht­the­ra­pie, die ohne Neben­wir­kung aus­kom­men, gel­ten aber als sehr viel­ver­spre­chend.

Hier­bei kommt eine Licht­the­ra­piebril­le zum Ein­satz: Sie wird mor­gens für eine hal­be Stun­de wie eine nor­ma­le Bril­le auf­ge­setzt. In dem Gestell sind spe­zi­el­le LED-Leuch­ten ein­ge­baut, die mit der Licht­in­ten­si­tät eines Son­nen­auf­gangs auf die Netz­haut wir­ken. Nor­ma­le All­tags­hand­lun­gen wie Früh­stü­cken und Lesen sind damit mög­lich. Die hand­li­che Bril­le könn­te eine Alter­na­ti­ve zur appa­ra­tiv ungleich auf­wän­di­ge­ren Leucht­lam­pen-The­ra­pie in Extra-Behand­lungs­räu­men sein.

Stu­di­en an Erwach­se­nen bele­gen, dass eine mor­gend­li­che Licht­the­ra­pie nicht nur bei Win­ter­de­pres­si­on effek­tiv ist”, sag­te Prof. Mar­tin Holt­mann, Ärzt­li­cher Direk­tor der LWL-Uni­ver­si­täts­kli­nik Hamm und einer der Stu­di­en­lei­ter. „In unse­ren Vor­stu­di­en mit Jugend­li­chen konn­ten wir zei­gen, dass sich vor allem der Schlaf der jun­gen Pro­ban­den ver­bes­sert hat”, ergänz­te Prof. Tan­ja Legen­bau­er, Lei­te­rin der For­schungs­ab­tei­lung. „Ver­mut­lich wird dar­über die Depres­si­on güns­tig beein­flusst.”

Dies wol­len Legen­bau­er und Holt­mann in der geplan­ten Stu­die bei sta­tio­när behan­del­ten depres­si­ven Jugend­li­chen näher unter­su­chen. Ziel der Stu­die ist es, die Licht­the­ra­pie an einer grö­ße­ren Pati­en­ten­grup­pe zu erfor­schen und die Behand­lungs­dau­er von der­zeit zwei auf vier Wochen aus­zu­deh­nen.

Quelle
Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)
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