Neue digitale Lösungen für Arzt und Patient

Vier Inno­va­ti­ons­teams aus dem Pilot­pro­jekt „Digi­tal Health Acce­le­ra­tor“ des Ber­li­ner Insti­tuts für Gesundheitsforschung/Berlin Insti­tu­te of Health (BIH) und zwei Start­ups aus der Cha­rité – Uni­ver­si­täts­me­di­zin Ber­lin haben Ende Janu­ar ihre Digi­tal-Health-Lösun­gen für den Kli­nik­all­tag vor­ge­stellt. Die neu­en Lösun­gen nut­zen vor allem neue Bild- und Big-Data-Ana­ly­se­ver­fah­ren sowie Sen­so­rik für ver­bes­ser­te Vor­her­sa­gen, Prä­ven­ti­ons­kon­zep­te und per­so­na­li­sier­te Behand­lungs­mög­lich­kei­ten von schwer­wie­gen­den Erkran­kun­gen.


So haben Dr. Diet­mar Frey von der Cha­rité und sein Team ein Simu­la­ti­ons­pro­gramm zur indi­vi­du­el­len Schlag­an­fall­pro­gno­se ent­wi­ckelt. Dabei wer­den ver­schie­dens­te kli­ni­sche und per­sön­li­che Daten inte­griert. Zusätz­lich soll die Wahl der indi­vi­du­ell opti­ma­len Behand­lungs­stra­te­gie zur Schlag­an­fall­prä­ven­ti­on ermög­licht wer­den. Das Team strebt an, die Anwen­dung Mit­te 2019 auf den Markt zu brin­gen.

Pati­en­ten- und Bild­da­ten für bes­se­re The­ra­pie­ver­fah­ren

Das Team um Prof. Marc Dew­ey von der Cha­rité ana­ly­siert mit Hil­fe von künst­li­cher Intel­li­genz kli­ni­sche Infor­ma­tio­nen und radio­lo­gi­sche Bild­da­ten. Ihr Ziel ist es, bei Pati­en­ten das indi­vi­du­el­le Risi­ko für Herz­er­kran­kun­gen vor­her­zu­sa­gen. Damit adres­siert das Pro­jekt ein welt­weit häu­fig auf­tre­ten­des Pro­blem: Jedes Jahr stel­len sich etwa 50 Mil­lio­nen Men­schen mit Brust­schmer­zen bei ihrer Ärz­tin oder ihrem Arzt vor. Die Ein­schät­zung des indi­vi­du­el­len Risi­kos war bis­her unge­nau und führt oft zu Kom­pli­ka­tio­nen bei den Behand­lun­gen. Unter Nut­zung von gut vali­dier­ten Pati­en­ten- und Bild­da­ten ist es dem Team nun gelun­gen die­se Risi­ko­ein­schät­zung zu ver­bes­sern, zu indi­vi­dua­li­sie­ren und zu digi­ta­li­sie­ren sowie Behand­lungs­ab­läu­fe zu opti­mie­ren.

Eine neue digi­ta­le Tech­no­lo­gie für die Dia­gno­se von einer Viel­zahl von Herz- und Krebs­er­kran­kun­gen, inklu­si­ve Tumo­ren in Brust, Leber und Pro­sta­ta, ent­wi­ckelt das Team um Dr. Flo­ri­an Mich­al­lek von der Cha­rité eben­falls unter der Lei­tung von Dew­ey. Die Wis­sen­schaft­ler haben eine nicht inva­si­ve Bild­ana­ly­se­me­tho­de erstellt, die auf der Frak­tal­ana­ly­se basiert. Hier geht es um die vom Team paten­tier­te Frak­tal­ana­ly­se von dyna­mi­schen Bild­da­ten. Die­se Metho­de ist her­vor­ra­gend geeig­net, Tumo­ren ohne einen Ein­griff in den Kör­per exakt zu cha­rak­te­ri­sie­ren.

Digi­ta­le Lösun­gen für die Pati­en­ten­ver­sor­gung auf der Inten­siv­sta­ti­on

Eine Ver­bes­se­rung der Pati­en­ten­ver­sor­gung auf Inten­siv­sta­tio­nen will das Team um Dr. Alex­an­der Mey­er vom Deut­schen Herz­zen­trum Ber­lin errei­chen. Ihre digi­ta­le Vor­her­sa­ge­an­wen­dung soll dazu bei­tra­gen, post­ope­ra­ti­ve Vor­fäl­le wie inne­re Blu­tun­gen oder Nie­ren­ver­sa­gen bei Pati­en­ten auf der Inten­siv­sta­ti­on indi­vi­du­ell vor­her­zu­sa­gen und damit pro­ak­tiv ver­mei­den zu kön­nen. Dazu wer­den vor­han­de­ne Moni­to­ring- und Laborda­ten aus der inten­siv­me­di­zi­ni­schen Ver­sor­gung mit­ein­an­der kom­bi­niert und über Künst­li­che-Intel­li­genz-Pro­gram­me aus­ge­wer­tet. Mehr als zwei Mil­lio­nen Behand­lun­gen in Inten­siv­sta­tio­nen pro Jahr allein in Deutsch­land könn­ten von die­ser Lösung pro­fi­tie­ren.

Digi­tal Health Acce­le­ra­tor

Der­zeit erhal­ten vier inter­dis­zi­pli­nä­re Teams mit rund 25 Per­so­nen von Ber­lin Health Inno­va­tions finan­zi­el­le För­de­rung und inten­si­ves Coa­ching und Men­to­ring, unter ande­rem in den Berei­chen Data Sci­ence, pati­en­ten­ori­en­tier­te Pro­dukt­ent­wick­lung, Regu­lie­rung, Ent­wick­lung von Geschäfts­mo­del­len und Design, und konn­ten so ihre Ide­en über die ver­gan­ge­nen Mona­te wei­ter­ent­wi­ckeln. Zudem wer­den die Teams bei Fra­gen zum Wis­sens­trans­fer, zur Grün­dungs­be­ra­tung, Netz­werk­bil­dung mit For­schen­den und Grün­de­rin­nen und Grün­dern sowie in aus­ge­wähl­ten Fäl­len bei der Vali­die­rung des Pro­dukt­nut­zens an Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten unter­stützt.

Quelle
Berliner Institut für Gesundheitsforschung / Berlin Institute of Health (BIH)
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