Neue Psychotherapie-Leistungen: Ersatzkassen fordern raschere Umsetzung

Für gesetz­lich Kran­ken­ver­si­cher­te gibt es seit 1. April 2017 vie­le neue Leis­tun­gen und Ver­bes­se­run­gen in der psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Ver­sor­gung. Der Ver­band der Ersatz­kas­sen e. V. (vdek) beklagt jedoch Ver­zö­ge­run­gen bei der Umset­zung durch die KVen.

Für gesetz­lich Kran­ken­ver­si­cher­te gibt es seit 1. April 2017 vie­le neue Leis­tun­gen und Ver­bes­se­run­gen in der psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Ver­sor­gung, dar­un­ter garan­tier­te The­ra­pie-Sprech­stun­den, eine ver­bes­ser­te tele­fo­ni­sche Erreich­bar­keit sowie psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Akut­be­hand­lung ohne Antrag bei der Kran­ken­kas­se. Der Ver­band der Ersatz­kas­sen e. V. (vdek) beklagt jedoch Ver­zö­ge­run­gen bei der Umset­zung: Unter ande­rem hät­ten zahl­rei­che Kas­sen­ärzt­li­che Ver­ei­ni­gun­gen (KVen) die neu­en ver­pflich­ten­den tele­fo­ni­schen Erreich­bar­keits­zei­ten von Psy­cho­the­ra­peu­ten noch immer nicht ver­öf­fent­licht. Ulri­ke Els­ner, Vor­stands­vor­sit­zen­de des vdek, for­der­te die KVen auf, ihrer Ver­pflich­tung nach­zu­kom­men und dies zeit­nah nach­zu­ho­len. Zudem müss­ten Pati­en­ten mit drin­gen­den Pro­ble­men schnel­ler durch die Ter­min­ser­vice­stel­len der KVen in die neu geschaf­fe­ne Akut­be­hand­lung ver­mit­telt wer­den. Künf­tig müss­ten auch Kurz- und Lang­zeit­the­ra­pi­en tele­fo­nisch ver­mit­telt wer­den, for­der­te Els­ner.

Seit April die­ses Jah­res müs­sen die Pra­xen von Psy­cho­the­ra­peu­ten für fest­ge­leg­te Min­dest­dau­ern tele­fo­nisch erreich­bar sein (Voll­zeit­tä­ti­ge 200 Minu­ten pro Woche, Teil­zeit­tä­ti­ge 100 Minu­ten pro Woche). Die KVen sind ver­pflich­tet, die jewei­li­gen Erreich­bar­keits­zei­ten bekannt­zu­ge­ben. Das regelt die geän­der­te Psy­cho­the­ra­pie-Richt­li­nie. Els­ner: „Damit sol­len die Zei­ten vor­bei sein, in denen Ver­si­cher­te Dut­zen­de Anru­fe täti­gen müs­sen, bis sie einen The­ra­peu­ten errei­chen.“ Doch haben bis­lang nur sechs KVen die Erreich­bar­keits­zei­ten der The­ra­peu­ten voll­stän­dig ver­öf­fent­licht. In den meis­ten KVen wur­de die Rege­lung bis­lang nicht oder nur teil­wei­se umge­setzt. Els­ner kri­ti­sier­te dies aus­drück­lich: „Wir for­dern die betref­fen­den Psy­cho­the­ra­peu­ten und KVen auf, schnell die Ver­öf­fent­li­chung der Erreich­bar­keits­zei­ten nach­zu­ho­len. Tele­fo­ni­sche Erreich­bar­keits­zei­ten hel­fen den Betrof­fe­nen wenig, wenn sie nicht wis­sen, wann die­se sind.“

Zudem ist es seit 1. April 2017 Auf­ga­be der Ter­min­ser­vice­stel­len der KVen, auch die neu geschaf­fe­nen Akut­be­hand­lun­gen für drin­gen­de psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Fäl­le zu ver­mit­teln. Els­ner begrüß­te die­se Rege­lung und appel­liert an die KVen, gemein­sam mit den The­ra­peu­ten mög­lichst vie­le kurz­fris­ti­ge Ter­mi­ne anzu­bie­ten: „Gera­de für die Akut­be­hand­lung muss die Ver­mitt­lung schnell gehen. Eine ‚Akut­be­hand­lung‘, auf die Ver­si­cher­te vier Wochen war­ten müs­sen, ver­dient die­se Bezeich­nung nicht und stellt de fac­to kaum eine Ver­bes­se­rung dar. Zwei Wochen soll­ten das abso­lu­te Maxi­mum sein.“ Dies sei auch in der Begrün­dung der über­ar­bei­te­ten Psy­cho­the­ra­pie-Richt­li­nie so ver­an­kert.

Els­ner for­der­te zudem, den Auf­trag der Ter­min­ser­vice­stel­len auf Kurz- und Lang­zeit­the­ra­pi­en (Richt­li­ni­en­psy­cho­the­ra­pie) zu erwei­tern. „Es kann nicht sein, dass den Ver­si­cher­ten nur eine Sprech­stun­de für das Erst­ge­spräch ver­mit­telt wird und sie dann bei der Suche nach einem The­ra­peu­ten für die eigent­li­che Behand­lung allei­ne daste­hen“, erklär­te die vdek-Vor­stands­vor­sit­zen­de.

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