Neuer Professor für Kinderonkologie in Halle

Mit Prof. Dr. Jan-Hen­ning Klus­mann hat die hal­le­sche Uni­ver­si­täts­me­di­zin einen neu­en Pro­fes­sor für Kin­der­on­ko­lo­gie beru­fen. Sei­ne Schwer­punk­te sind die Behand­lung und Erfor­schung von Leuk­ämi­en.

Die Uni­ver­si­täts­me­di­zin Hal­le (Saa­le) hat Pri­vat­do­zent Dr. Jan-Hen­ning Klus­mann (38) als neu­en Pro­fes­sor für Päd­ia­tri­sche Onko­lo­gie und Häma­to­lo­gie und Direk­tor der Uni­ver­si­täts­kli­nik und Poli­kli­nik für Päd­ia­trie I beru­fen. Zu der Ein­rich­tung gehört auch das Lan­des­zen­trum für Zell- und Gen­the­ra­pie (LZG) mit dem Stamm­zell­trans­plan­ta­ti­ons­zen­trum – in Koope­ra­ti­on mit der Uni­ver­si­täts­kli­nik und Poli­kli­nik für Inne­re Medi­zin IV. Der gebür­ti­ge Göt­tin­ger hat zum 1. Janu­ar 2018 sei­nen Dienst ange­tre­ten.

Die wis­sen­schaft­li­chen Schwer­punk­te von Klus­mann lie­gen vor allem in der For­schung zu den unter­schied­lichs­ten For­men der Leuk­ämie, ins­be­son­de­re bei Säug­lin­gen und bei Kin­dern mit Down-Syn­drom (Tri­so­mie 21). Sei­ne kli­ni­schen Schwer­punk­te sind die Dia­gnos­tik und Behand­lung von aku­ten lympha­ti­schen und mye­loi­schen Leuk­ämi­en, inklu­si­ve Kno­chen­mark­trans­plan­ta­ti­on. Der Fach­arzt für Kin­der- und Jugend­me­di­zin war bis­her Ober­arzt der Kli­nik für Päd­ia­tri­sche Häma­to­lo­gie und Onko­lo­gie der Medi­zi­ni­schen Hoch­schu­le Han­no­ver (MHH) und hat das dor­ti­ge Dia­gnos­tik­la­bor gelei­tet.

Schon als Stu­dent hat sich der heu­ti­ge Kin­der­arzt mit dem The­ma Leuk­ämi­en beschäf­tigt. „Ich habe wäh­rend mei­nes Stu­di­ums wis­sen­schaft­li­che Tex­te über Leuk­ämi­en bei Kin­dern in eine für den Lai­en ver­ständ­li­che­re Spra­che über­setzt“, beschreibt Klus­mann sei­ne ers­ten Berüh­run­gen mit die­sen Erkran­kun­gen, die ihn bis heu­te nicht los­las­sen. Damals wie heu­te wol­le er ver­ste­hen, wie der mensch­li­che Kör­per funk­tio­nie­re und Krank­hei­ten ent­ste­hen.

Durch neue wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nis­se wol­len wir die The­ra­pie­kon­zep­te für die Kin­der und Jugend­li­chen mit einer Krebs­er­kran­kung ver­bes­sern.“ Dabei gehe es auch dar­um, die Lang­zeit­fol­gen der The­ra­pi­en zu mini­mie­ren. Bei der Behand­lung von Kin­dern sei­en auch sozia­le Aspek­te zu beach­ten. „Wir behan­deln nicht nur das Kind, son­dern müs­sen auch die Fami­lie im Auge behal­ten.“ Denn für die gesam­te Fami­lie sei eine Krebs­er­kran­kung bei einem Kind eine beson­ders extre­me Belas­tungs­si­tua­ti­on. Wobei der Kin­der­on­ko­lo­ge Hoff­nung ver­brei­ten kann: „Die Behand­lung krebs­kran­ker Kin­der hat in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten enor­me Fort­schrit­te gemacht.“

Neben der Redu­zie­rung von Fol­gen der inten­si­ven Krebs­the­ra­pi­en gehe es auch dar­um, Pro­gno­se­fak­to­ren zu eta­blie­ren, um die The­ra­pi­en ziel­ge­nau­er und scho­nen­der durch­füh­ren zu kön­nen. „Dabei wol­len wir die The­ra­pie nicht an der Erkran­kung, son­dern am Indi­vi­du­um aus­rich­ten.“ Dazu gehö­re auch eine gene­ti­sche Dia­gnos­tik. In der Kran­ken­ver­sor­gung wol­le er neben der Stär­kung der Stamm­zell­the­ra­pie im Lan­des­zen­trum für Zell- und Gen­the­ra­pie der Uni­ver­si­täts­me­di­zin auch die Behand­lung von Immun­de­fek­ten und ande­ren gut­ar­ti­gen Erkran­kun­gen des Blut­sys­tems eta­blie­ren.

Quelle
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
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