Neues ISAS-Patent treibt die Plasmamedizin voran

Wis­sen­schaft­ler des Leib­niz-Insti­tuts für Ana­ly­ti­sche Wis­sen­schaf­ten (ISAS) in Dort­mund haben eine neue Plas­ma­tech­nik ent­wi­ckelt, die den Ein­satz von Plas­men in der Medi­zin ver­ein­fa­chen soll. Anfang Novem­ber wur­de den For­schern für die­se Ent­wick­lung ein Patent erteilt.

Kal­te Plas­men könn­ten in der Medi­zin Gro­ßes leis­ten: Sie unter­stüt­zen die Wund­hei­lung, regen die Blut­ge­rin­nung an und kön­nen bei der Behand­lung von Haut­krank­hei­ten und Ent­zün­dun­gen hel­fen. Außer­dem wir­ken sie des­in­fi­zie­rend und kön­nen sogar die Ober­flä­che von Implan­ta­ten so ver­än­dern, dass die­se vom Kör­per bes­ser ange­nom­men wer­den. Doch vie­le die­ser Ent­wick­lun­gen sind bis­her nicht über das expe­ri­men­tel­le Sta­di­um hin­aus­ge­kom­men – ihre flä­chen­de­cken­de Ver­wen­dung schei­tert bis­lang an der Hand­ha­bung der Plas­men, die sich oft nicht zuver­läs­sig ein­stel­len las­sen.

Die­ses Pro­blem haben Joa­chim Franz­ke und sein Team aus der Arbeits­grup­pe Minia­tu­ri­sie­rung am ISAS nun gelöst. Das neu paten­tier­te „Ver­fah­ren zur Ioni­sie­rung von gas­för­mi­gen Pro­ben mit­tels dielek­trisch behin­der­ter Ent­la­dung und zur nach­fol­gen­den Ana­ly­se der erzeug­ten Pro­be­nio­nen in einem Ana­ly­se­ge­rät“ haben die Wis­sen­schaft­ler ursprüng­lich ent­wi­ckelt, um es in der Ana­ly­tik zu ver­wen­den, etwa als Ioni­sie­rungs­quel­le für die Mas­sen­spek­tro­me­trie. Dabei haben sie aller­dings auch her­aus­ge­fun­den, mit wel­chen Gasen man das kal­te Plas­ma zuver­läs­sig zün­den kann und wie man wel­chen Modus erzeugt – denn der Modus eines Plas­mas bestimmt über sei­ne Eigen­schaf­ten und Ein­satz­ge­bie­te.

Mit unse­rem neu­en Ver­fah­ren kön­nen wir das Plas­ma nun sehr fein ein­stel­len und damit auf unter­schied­lichs­te Anwen­dun­gen hin anpas­sen“, erläu­tert Arbeits­grup­pen­lei­ter Joa­chim Franz­ke. „Wir ver­spre­chen uns viel­fäl­ti­ge Ein­satz­mög­lich­kei­ten von die­ser Tech­no­lo­gie. Die Plas­ma­me­di­zin ist gera­de erst im Kom­men, und auch in der Labor­dia­gnos­tik und für den Nach­weis von Schad­stof­fen kön­nen unse­re Plas­men ein­ge­setzt wer­den.“

Das Team um Joa­chim Franz­ke wird die Tech­no­lo­gie daher nun in neu­en Ansät­zen für die Plas­ma­me­di­zin erpro­ben, zum Bei­spiel in einem aktu­el­len Gemein­schafts­pro­jekt mit den ISAS-Kol­le­gen um Kris­ti­na Lorenz, bei dem es um die Ein­satz­mög­lich­kei­ten von Plas­men in der The­ra­pie von Herz­krank­hei­ten geht.

Quelle
Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften – ISAS – e.V.
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