Neuroimmunologe erhält Jacob-Henle-Medaille

Prof. Hart­mut Weker­le, Her­tie-Seni­or­pro­fes­sor am Max-Planck-Insti­tut für Neu­ro­bio­lo­gie in Mar­tins­ried, erhält die Jacob-Hen­le-Medail­le, die höchs­te jähr­li­che Aus­zeich­nung der Medi­zi­ni­schen Fakul­tät Göt­tin­gen.

Prof. Hart­mut Weker­le, Her­tie-Seni­or­pro­fes­sor am Max-Planck-Insti­tut für Neu­ro­bio­lo­gie, Mar­tins­ried, erhält von der Medi­zi­ni­schen Fakul­tät der Uni­ver­si­täts­me­di­zin Göt­tin­gen (UMG) ihre höchs­te jähr­li­che Aus­zeich­nung ver­lie­hen: die Jacob-Hen­le-Medail­le. Er wird damit für sein Lebens­werk auf dem Gebiet der Neu­ro­im­mu­no­lo­gie aus­ge­zeich­net.

Die wis­sen­schaft­li­chen Arbei­ten von Weker­le kon­zen­trie­ren sich auf die Erfor­schung der Mul­ti­plen Skle­ro­se (MS). Mit moderns­ten Metho­den gelang ihm und sei­nen Mit­ar­bei­tern eine Rei­he von bahn­bre­chen­den Erkennt­nis­sen. So ent­deck­ten sie zum Bei­spiel neue Angriffs­punk­te der Immun­zel­len, wie Immun­zel­len in das Ner­ven­ge­we­be ein­drin­gen oder dass ent­zünd­li­che Hirn­er­kran­kun­gen mög­li­cher­wei­se ihren Beginn im Darm­be­reich neh­men.

Weker­le gilt als Begrün­der der expe­ri­men­tel­len Neu­ro­im­mu­no­lo­gie in Deutsch­land. Er hat wesent­li­che wis­sen­schaft­li­che Grund­la­gen geschaf­fen, ohne die die Neu­ro­im­mu­no­lo­gie nicht ihre Bedeu­tung in der welt­wei­ten For­schungs­land­schaft gewon­nen hät­te. So konn­te er erst­mals auf­zei­gen, wel­che Immun­zel­len eine Auto­im­mun­erkran­kung des Zen­tral­ner­ven­sys­tems aus­lö­sen kön­nen. Zusam­men mit Kol­le­gen aus Isra­el gene­rier­te Wecker­le ein Tier­mo­dell der MS, das heut­zu­ta­ge welt­weit als Stan­dard ver­wen­det wird und auch für die Ent­wick­lung von The­ra­pi­en ent­schei­den­de Impul­se gege­ben hat. Auf Weker­les For­schun­gen und Akti­vi­tä­ten ist es letzt­lich zurück­zu­füh­ren, dass die Neu­ro­im­mu­no­lo­gie inner­halb der Neu­ro­lo­gie eines der aktivs­ten Fel­der mit Blick auf For­schung und the­ra­peu­ti­schen Fort­schritt dar­stellt.

Zudem wür­digt der Preis auch Weker­les außer­or­dent­li­ches Enga­ge­ment zur För­de­rung des inter­na­tio­na­len Aus­tau­sches und der Wis­sen­schaft im All­ge­mei­nen. So war er einer der ers­ten, die zur Bele­bung der deutsch-israe­li­schen Bezie­hun­gen als jun­ger Wis­sen­schaft­ler einen For­schungs­aus­tausch in Isra­el absol­vier­te. Weker­le hat in sei­nem Labor zahl­rei­che Schü­le­rin­nen und Schü­ler aus­ge­bil­det und geprägt, die sei­ne Begeis­te­rung und Enga­ge­ment für die Wis­sen­schaft und kli­ni­sche Betreu­ung im Gebiet der Neu­ro­im­mu­no­lo­gie wei­ter­tra­gen.

Quelle
Universitätsmedizin Göttingen - Georg-August-Universität
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