Nicht melanozytärer Hautkrebs: Kein Ende der steigenden Inzidenzraten in Sicht

Für nicht mela­no­zy­tä­ren Haut­krebs (NMSC) bei hell­häu­ti­gen Men­schen wer­den welt­weit stei­gen­de Inzi­denz­ra­ten ver­zeich­net.

In Deutsch­land die­nen die Krebs­re­gis­ter der Bun­des­län­der Saar­land und Schles­wig-Hol­stein zur Ana­ly­se des Auf­tre­tens und der Ent­wick­lung der Mor­ta­li­tät durch die­se häu­figs­te Krebs­form des Men­schen. Der­ma­to­lo­gen der Uni­ver­si­täts-Haut­kli­ni­ken Tübin­gen und Lübeck haben in einer aktu­el­len Unter­su­chung die Ent­wick­lung die­ses Krank­heits­ge­sche­hens über einen Zeit­raum von über 40 Jah­ren nach­ver­folgt. Nach Alter stan­dar­di­sier­te Daten wur­den mit den Brut­to-Inzi­denz­ra­ten ver­gli­chen, um die all­ge­mei­ne Krank­heits­last zu unter­su­chen. Join­point-Regres­si­ons­mo­del­le dien­ten der Ein­schät­zung der jähr­li­chen pro­zen­tua­len Ver­än­de­run­gen, um den Wan­del der Inzi­denz zwi­schen 1970 und 2012 zu erfas­sen.

Die von den Auto­ren getrof­fe­nen, bis in das Jahr 2030 rei­chen­den Vor­her­sa­gen zur Inzi­denz­ent­wick­lung basie­ren auf so genann­ten Alters-Peri­oden-Kohor­ten­mo­del­len sowie linea­ren Trend­extrapolationen. Im Saar­land etwa nah­men zwi­schen 1970 und 2012 die ent­spre­chend dem Alter stan­dar­di­sier­ten sowie die Brut­to-Inzi­denz­ra­ten für nicht mela­no­zy­tä­ren Haut­krebs um das 10- bzw. 22-fache zu. In Schles­wig-Hol­stein ver­dop­pel­te sich die Brut­to-Inzi­denz­ra­te zwi­schen 1999 und 2012 und erreich­te 2012 einen Wert von 250 Fäl­len auf 100.000 Per­so­nen pro Jahr, wobei die ent­spre­chend dem Alter stan­dar­di­sier­ten Inzi­denz­ra­ten um das 1,5-fache zunah­men. Wäh­rend die­ser Zeit­span­ne blieb die Mor­ta­li­tät durch NMSC sta­bil oder nahm ab.

Für das Jahr 2030 ver­hält es sich mit den vor­her­seh­ba­ren Inzi­denz­ra­ten fol­gen­der­ma­ßen: Bei Män­nern kann man laut den Auto­ren von 230 Fäl­len, bei Frau­en von 180 bis 200 Fäl­len pro 100.000 Per­so­nen aus­ge­hen. Die vor­her­seh­ba­ren Brut­to-Inzi­denz­ra­ten für das Jahr 2030 lie­gen ent­spre­chend höher: Hier gehen die Auto­ren von 450 bis 500 Fäl­len bei Män­nern und von 380 bis 430 Fäl­len bei Frau­en aus. Die Auto­ren zie­hen das Fazit, dass es bei NMSC einen kon­ti­nu­ier­li­chen Lang­zeit­trend zur Erhö­hung der Inzi­denz gibt und ein Ende bis­lang nicht abseh­bar ist : Bis 2030 wer­de sich die Inzi­denz in Deutsch­land ver­dop­peln.

Quelle
J Invest Dermatol. 2017 Sep;137(9):1860-1867.
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