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Häufig gemeinsames Auftreten: Erektionsstörungen bei fast jedem zweiten Diabetiker

Fast jeder zwei­te Mann mit Dia­be­tes lei­det unter Erek­ti­ons­stö­run­gen, betont die Deut­sche Gesell­schaft für Mann und Gesund­heit (DGMG) und weist auf den Zusam­men­hang zwi­schen den bei­den Erkran­kun­gen hin.

Dia­be­tes ist längst auf den vor­de­ren Rän­gen der füh­ren­den Zivi­li­sa­ti­ons­krank­hei­ten ange­kom­men. Uner­kannt oder nur unzu­rei­chend behan­delt, führt der hohe Blut­zu­cker­spie­gel auf Dau­er zu Fol­ge­er­kran­kun­gen, wie zum Bei­spiel einem dia­be­ti­schen Fuß oder Seh­stö­run­gen bis hin zur Erblin­dung. „Bei Män­nern – und dies wird lei­der noch immer unter­schätzt – äußert sich der Dia­be­tes sehr oft in Form von Erek­ti­ons­stö­run­gen“, sagt PD Dr. med. Tobi­as Jäger, Uro­lo­ge aus Essen und Vor­stands­mit­glied der Deut­schen Gesell­schaft für Mann und Gesund­heit (DGMG).

For­scher aus Groß­bri­tan­ni­en haben sich kürz­lich die­sen Zusam­men­hang zwi­schen einem Dia­be­tes und Erek­ti­ons­stö­run­gen bei 88.577 Män­nern (Alters­durch­schnitt: 55,8 Jah­re) ein­mal etwas genau­er ange­se­hen. Das Ergeb­nis war ein­deu­tig: 52,5 Pro­zent der unter­such­ten Dia­be­ti­ker lit­ten unter Erek­ti­ons­stö­run­gen – also jeder zwei­te Zucker­kran­ke! Män­ner, die an Dia­be­tes mel­li­tus Typ 2 erkrank­ten, waren dabei sogar noch stär­ker von der erek­ti­len Dys­funk­ti­on betrof­fen als Typ-1-Dia­be­ti­ker.

Die Häu­fig­keit von Erek­ti­ons­stö­run­gen steigt mit zuneh­men­dem Lebens­al­ter natür­li­cher­seits immer wei­ter an. Doch auf­fäl­lig ist, dass dia­be­ti­sche Män­ner in der Regel cir­ca zehn bis 15 Jah­re frü­her über Ein­schrän­kun­gen beim Lie­bes­spiel kla­gen als ihre gesun­den Alters­ge­nos­sen, so auch in der aktu­el­len bri­ti­schen Stu­die.

Erek­ti­ons­stö­run­gen kön­nen dar­über hin­aus ein Hin­weis auf einen dro­hen­den Herz­in­farkt oder einen Schlag­an­fall sein. Män­ner soll­ten daher die Mög­lich­kei­ten zur Prä­ven­ti­on früh­zei­tig ergrei­fen“, rät Prof. Frank Som­mer, Deutsch­lands ein­zi­ger Uni­ver­si­täts­pro­fes­sor für Män­ner­ge­sund­heit und Prä­si­dent der DGMG.

Für Pati­en­ten und Ärz­te heißt das glei­cher­ma­ßen, dass Dia­be­ti­ker rou­ti­ne­mä­ßig auf Erek­ti­ons­stö­run­gen ange­spro­chen wer­den soll­ten. „Ande­rer­seits kann aber auch der Mann, der über man­geln­des Steh­ver­mö­gen oder ver­rin­ger­te Aus­dau­er berich­tet, ein noch uner­kann­ter Dia­be­ti­ker sein“, so PD Dr. Magnus Baum­hä­kel, Kar­dio­lo­ge und eben­falls Vor­stands­mit­glied der DGMG.

Die sexu­el­le Akti­vi­tät und Gesund­heit des Man­nes hängt sowohl von psy­chi­schen als auch von kör­per­li­chen Fak­to­ren ab. Ein bekann­ter Dia­be­tes soll­te daher stets beson­de­re Auf­merk­sam­keit erfah­ren, vor allem auch sei­tens der betrof­fe­nen Män­ner, for­dert die DGMG. Denn früh­zei­tig erkannt, las­se sich die erek­ti­le Dys­funk­ti­on durch­aus ver­mei­den und gleich­zei­tig der Dia­be­tes kon­trol­lie­ren, bevor die­ser schwe­re gesund­heit­li­che Fol­gen nach sich zieht.

Quelle
dpa
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