Novum in der deutschen Museumslandschaft: Wiedereröffnung des Deutschen Orthopädiemuseums in Frankfurt

Deutsch­lands ein­zi­ges Muse­um über die Ent­wick­lung der Ortho­pä­die und die Behand­lung ortho­pä­di­scher Erkran­kun­gen hat nach einem Jahr Umbau am 12. Janu­ar in Frank­furt wie­der­eröff­net.

Das „Deut­sche Ortho­pä­di­sche Geschichts- und For­schungs-muse­um” in den Räu­men der Ortho­pä­di­schen Uni­ver­si­täts­kli­nik Fried­richs­heim ist Spie­gel­bild der rasan­ten Ent­wick­lung der Ortho­pä­die in Deutsch­land seit den Anfän­gen zu Beginn des 19. Jahr­hun­derts.

Eines der her­aus­ra­gen­den Expo­na­te im Muse­um: Das von Bern­hard Hei­ne um 1830 erfun­de­ne, kom­pli­ziert kon­stru­ier­te „Osteo­tom” zum Durch­tren­nen von Kno­chen und zur Schä­del­öff­nung. (© Ortho­pä­di­sche Uni­ver­si­täts­kli­nik Fried­richs­heim)

Die Samm­lung gibt anhand vie­ler auch his­to­ri­scher Ori­gi­nal-Expo­na­te Ein­blick in die Ent­wick­lung der Dia­gno­se und Behand­lung von Erkran­kun­gen im Bewe­gungs­ap­pa­rat. Zu sehen sind unter­schied­lichs­te tech­ni­sche Hilfs­mit­tel, die in den ver­gan­ge­nen Jahr­hun­der­ten behin­der­ten Men­schen hal­fen, beweg­lich zu blei­ben. Zudem wur­den schon früh­zei­tig sys­te­ma­tisch Endo­pro­the­sen, Implan­ta­te und Instru­men­te gesam­melt. Hier­zu zäh­len neben sel­te­nen Kunst­ge­len­ken und Pro­to­ty­pen auch Gerä­te zum künst­li­chen Kno­chen­bruch und Redres­si­ons­ap­pa­ra­te, die der Kor­rek­tur von Fehl­stel­lun­gen der Extre­mi­tä­ten dien­ten. In der Muse­ums­bi­blio­thek doku­men­tie­ren  mehr als 5.700 Bücher drei Jahr­hun­der­te Ortho­pä­die­ge­schich­te.

Ein­blick gibt das Muse­um auch in die Ent­wick­lung der Betreu­ung bewe­gungs­be­hin­der­ter  Men­schen im Rah­men der  Sozi­al­ge­schich­te der „Krüp­pel­für­sor­ge”, die eben­falls bis in die Anfän­ge des 19. Jahr­hun­dert reicht.

Der Trä­ger­ver­ein des ortho­pä­di­schen Muse­ums sieht die Samm­lung als wis­sen­schaft­li­ches Gedächt­nis zur Doku­men­ta­ti­on der Geschich­te der Ortho­pä­die und ihren Vor­läu­fern als wis­sen­schaft­li­che Dis­zi­plin.

Das Muse­um ist ein Novum. Für kein ande­res medi­zi­ni­sches Fach­ge­biet gibt es eine für Nicht­me­di­zi­ner wie Medi­zi­ner glei­cher­ma­ßen inter­es­san­te „begeh­ba­re” Doku­men­ta­ti­on über die Ent­wick­lung von Dia­gno­se und Behand­lung. Das 1959 gegrün­de­te Deut­sche Ortho­pä­di­sche Geschichts- und For­schungs­mu­se­um war bis 1995 in Würz­burg unter­ge­bracht. Ange­sicht der wach­sen­den Fül­le von Expo­na­ten erfolg­te 1995 die Ver­le­gung in Räum­lich­kei­ten des Kli­ni­kums Fried­richs­heim in Frank­furt.

Unter­hal­ten wird das Muse­um vom Trä­ger­ver­ein Deut­sches Ortho­pä­di­sches Geschichts- und For­schungs­mu­se­um e.V.,  der Stif­tung Fried­richs­heim und der Ortho­pä­di­schen Uni­ver­si­täts­kli­nik Fried­rich­heim, mit gro­ßer finan­zi­el­ler Unter­stüt­zung der Deut­schen Gesell­schaft für Ortho­pä­die und Ortho­pä­di­sche Chir­ur­gie e.V. (DGOOC) sowie durch Zuwen­dun­gen von Unter­neh­men und pri­va­ten Spen­dern.

In den letz­ten Jah­ren wur­de ein neu­es zeit­ge­mä­ßes Kon­zept zur Prä­sen­ta­ti­on der Expo­na­te erar­bei­tet und in den neu bezo­ge­nen Räum­lich­kei­ten in der Ortho­pä­di­schen Uni­ver­si­täts­kli­nik Fried­richs­heim umge­setzt.  Nach dem jetzt abge­schlos­se­nen Umbau ist das Muse­um auch bar­rie­re­frei zugäng­lich. Die Kos­ten der Neu­ge­stal­tung belie­fen sich auf rund 55.000 EUR.

Geöff­net ist das Muse­um von Mon­tag bis Frei­tag zwi­schen 10 und 12 Uhr. Der Ein­tritt ist kos­ten­los. Füh­run­gen außer­halb der Öff­nungs­zeit sind nach Ver­ein­ba­rung mög­lich.

Mehr Infos über das Muse­um unter: www​.ortho​pa​edie​-muse​um​.de

Quelle
Orthopädische Universitätsklinik Friedrichsheim
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