Orthopäden und Unfallchirurgen stärken strukturierte Versorgung beim Rückenschmerz

Die DGOOC hat für die DGOU gemein­sam mit 13 medi­zi­ni­schen Fach­ge­sell­schaf­ten und Berufs­ver­bän­den die S2k-Leit­li­nie Spe­zi­fi­scher Kreuz­schmerz her­aus­ge­ge­ben. Sie wur­de zusam­men mit Pati­en­ten­ver­tre­tern unter Beglei­tung der Arbeits­ge­mein­schaft der Wis­sen­schaft­li­chen Medi­zi­ni­schen Fach­ge­sell­schaf­ten e.V. (AWMF) ent­wi­ckelt.

Die neue Leit­li­nie ist die ers­te Leit­li­nie, die aktu­el­le wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nis­se zur Behand­lung von Pati­en­ten mit spe­zi­fi­schen Kreuz­schmer­zen doku­men­tiert. Sie bie­tet Medi­zi­nern Infor­ma­tio­nen zum Krank­heits­bild und gibt Emp­feh­lun­gen zu ver­schie­de­nen The­ra­pie­an­sät­zen.

Bei der Behand­lung von Kreuz­schmer­zen ist eine struk­tu­rier­te Vor­ge­hens­wei­se bei Dia­gnos­tik und The­ra­pie im Sin­ne einer Gesamt­stra­te­gie wich­tig. Die neue Leit­li­nie bie­tet Ärz­ten einen Leit­fa­den, wann spe­zi­fi­sche Kreuz­schmer­zen als Ursa­che in Betracht zu zie­hen sind“, erklärt Prof. Bernd Klad­ny, DGOU-Gene­ral­se­kre­tär und Chef­arzt der Abtei­lung Ortho­pä­die und Unfall­chir­ur­gie, m&i-Fachklinik Her­zo­gen­au­rach.

Die Leit­li­nie Spe­zi­fi­scher Rücken­schmerz ergänzt die seit 2010 bestehen­de und 2017 aktua­li­sier­te Natio­na­le Ver­sor­gungs­Leit­li­nie Nicht-spe­zi­fi­scher Kreuz­schmerz (NVL Nicht-spe­zi­fi­scher Kreuz­schmerz). Denn neben nicht-spe­zi­fi­schen Kreuz­schmer­zen gibt es eine Viel­zahl an Ursa­chen für spe­zi­fi­sche Schmer­zen im Rücken. Das kön­nen bei­spiels­wei­se dege­ne­ra­ti­ve Erkran­kun­gen der Wir­bel­säu­le, defor­mier­te Band­schei­ben, chro­ni­sche Ent­zün­dun­gen oder Ver­schleiß­erschei­nun­gen sein.

Prof.  Andre­as M. Hal­der, feder­füh­ren­der Autor der Leit­li­nie und Chef­arzt der Kli­nik für Ope­ra­ti­ve Ortho­pä­die, Sana Kli­ni­ken Som­mer­feld sagt: „Fast jeder lei­det im Lau­fe sei­nes Lebens irgend­wann ein­mal unter Kreuz­schmerz und sucht Hil­fe beim Arzt. Genau dann ist es wich­tig, die rich­ti­ge Dia­gno­se zu stel­len, um einen unspe­zi­fi­schen, rein funk­tio­nell begrün­de­ten Kreuz­schmerz von dem spe­zi­fi­schen Kreuz­schmerz zu unter­schei­den, dem krank­haf­te Ver­än­de­run­gen der Wir­bel­säu­le zugrun­de lie­gen. Nur dann kann aus dem gro­ßen Spek­trum der Behand­lungs­mög­lich­kei­ten die rich­ti­ge gewählt wer­den.“

Bei schmerz­haf­ten Erkran­kun­gen der Wir­bel­säu­le gilt in den ers­ten zwei bis drei Wochen die NVL Nicht-spe­zi­fi­scher Kreuz­schmerz, sofern der Arzt nach ein­ge­hen­der kör­per­li­cher Unter­su­chung und Pati­en­ten­ge­sprä­chen kei­ne ein­deu­ti­gen Hin­wei­se auf eine spe­zi­fi­sche Ursa­che ermit­teln kann. In der Regel ver­schwin­den nicht-spe­zi­fi­sche Rücken­schmer­zen bald von selbst.

Ab sofort kön­nen sich Medi­zi­ner die Leit­li­nie Spe­zi­fi­scher Kreuz­schmerz her­an­zie­hen, wenn sich der Zustand nach weni­gen Wochen nicht bes­sert und sie den Ver­dacht auf einen spe­zi­fi­schen Kreuz­schmerz haben. Das heißt, die Schmer­zen sind auf eine ein­deu­ti­ge Ursa­che zurück­zu­füh­ren, die fach­ge­mäß behan­delt wer­den muss. Die neue Leit­li­nie Spe­zi­fi­scher Kreuz­schmerz defi­niert Begrif­fe, Dia­gno­se und The­ra­pie die­ser Krank­heits­bil­der. „Sie ist damit eine wich­ti­ge Ori­en­tie­rungs- und Ent­schei­dungs­hil­fe für Ärz­te, die auf die­ser Grund­la­ge Pati­en­ten mit Rücken­pro­ble­men noch ziel­ge­rich­te­ter ver­sor­gen kön­nen. Durch eine ziel­ge­rich­te­te The­ra­pie kann eine Chro­ni­fi­zie­rung des Rücken­schmer­zes ver­mie­den wer­den“, kom­men­tiert Dr. Ste­fan Krop­pen­stedt, ein wei­te­rer der feder­füh­ren­den Auto­ren der Leit­li­nie – er ist Chef­arzt der Kli­nik für Wir­bel­säu­len­chir­ur­gie, Sana Kli­ni­ken Som­mer­feld.

Betei­lig­te Fach­ge­sell­schaf­ten und Berufs­ver­bän­de:
Deut­sche Gesell­schaft für Ortho­pä­die und Ortho­pä­di­sche Chir­ur­gie e.V. (DGOOC)
Deut­sche Gesell­schaft für Ortho­pä­die und Unfall­chir­ur­gie e.V. (DGOU)
Deut­sche Gesell­schaft für Unfall­chir­ur­gie e.V. (DGU)
Berufs­ver­band Deut­scher Neu­ro­chir­ur­gen e.V. (DGNC)
Deut­sche Wir­bel­säu­len­ge­sell­schaft e.V. (DWG)
Deut­sche Gesell­schaft für Rheu­ma­to­lo­gie e.V. (DGRh)
Deut­sche Gesell­schaft für Ortho­pä­di­sche Rheu­ma­to­lo­gie e.V. (DGORh)
Deut­sche Gesell­schaft für Manu­el­le Medi­zin e.V. (DGMM)
Berufs­ver­band Deut­scher Neu­ro­chir­ur­gen e.V. (BDNC)
Inter­dis­zi­pli­nä­re Gesell­schaft für orthopädische/unfallchirurgische und all­ge­mei­ne
Schmerz­the­ra­pie e.V. (IGOST)
Berufs­ver­band für Ortho­pä­die und Unfall­chir­ur­gie e.V. (BVOU)
Deut­sche Rheu­ma-Liga Bun­des­ver­band e.V. & Pati­en­ten­ver­tre­ter
Deut­scher Ver­band der Ergo­the­ra­peu­ten e.V. (DVE)
Deut­sche Rönt­gen­ge­sell­schaft e.V. (DRG)

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen:
S2k-Leit­li­nie Spe­zi­fi­scher Kreuz­schmerz unter: www​.awmf​.de

Quelle
#DGOU
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