Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle: Chirurgie plus Radiotherapie versus CRT

Die effek­ti­ve The­ra­pie des fort­ge­schrit­te­nen Plat­ten­epi­thel­kar­zi­noms der Mund­höh­le ver­langt neben der Chir­ur­gie häu­fig nach einer post­ope­ra­ti­ven Strah­len­the­ra­pie. Die Wirk­sam­keit bezüg­lich des Organer­halts bei beglei­ten­der Che­mo­ra­dio­the­ra­pie (CRT) gilt aber wei­ter­hin als unge­klärt.

Onko­lo­gen der Uni­ver­si­täts­kli­nik Chi­ca­go ver­gli­chen nun die Unter­schie­de hin­sicht­lich der Über­le­bens­ra­te bei Pati­en­ten mit fort­ge­schrit­te­nem Plat­ten­epi­thel­kar­zi­nom der Mund­höh­le, die ent­we­der mit­tels Chir­ur­gie und Radio­the­ra­pie (CR) oder mit­tels beglei­ten­der CRT behan­delt wur­den.

Von den 6900 Stu­di­en­pa­ti­en­ten erhiel­ten 4809 CR (3.080 Män­ner [64,0 %] und 1792 [36,0 %] Frau­en), 2091 erhiel­ten die beglei­ten­de CRT (1453 Män­ner [69,5 %] und 638 [30,5 %] Frau­en). Das media­ne Fol­low-Up betrug 23 Mona­te, war aller­dings bei den CRT-Pati­en­ten kür­zer (17,3 Mona­te) als bei CR (25,6 Mona­te). Die Pati­en­ten, die mit­tels CRT behan­delt wur­den, waren im Schnit­te älter als 60 Jah­re, wur­den vor 2007 behan­delt und leb­ten in einem Umkreis von zehn Mei­len von der behan­deln­den Kli­nik. Sie  wur­den an nicht aka­de­mi­schen Kli­ni­ken behan­delt. Außer­dem wie­sen sie  mehr Komor­bi­di­tä­ten auf sowie Lymphknotenmikrometas­tasen in 2–3 Lymph­kno­ten (N2a) oder Lymph­kno­ten­ma­kro­me­ta­sta­sen in 2–3 Lymph­kno­ten (N2b).

CR mit verbessertem Überleben bei Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle assoziiert

CR stand mit einem ver­bes­ser­ten Über­le­ben in Zusam­men­hang: 3-Jah­res-Gesamt­über­le­ben 53,9 % gegen­über 37,8 % bei CRT, Dif­fe­renz 16,1 %, 95 % Kon­fi­denz­in­ter­vall, 13,6 % – 18,6 %). CR war außer­dem mit einem ver­bes­ser­ten Über­le­ben der Pati­en­ten mit T3 oder T4 Tumo­ren asso­zi­iert: 3-Jah­res-Gesamt­über­le­ben 49,7 % gegen­über 36,0 % bei CRT (Dif­fe­renz 16,1 %, 95 % Kon­fi­denz­in­ter­vall, 13,6 % – 18,6 %). Die­ses ver­bes­ser­te Gesamt­über­le­ben zeig­te sich jedoch nicht bei Pati­en­ten mit T1 oder T2 Tumo­ren: 3-Jah­res-Gesamt­über­le­ben unter Chir­ur­gie plus Radio­the­ra­pie 59,1 % gegen­über 53,5 % bei Che­mo­ra­dio­the­ra­pie (Dif­fe­renz = 5,6 %, 95 % Kon­fi­denz­in­ter­vall, -3,1 % – 14,3 %).

Im Ver­gleich zur Che­mo­ra­dio­the­ra­pie steht die Chir­ur­gie plus Radio­the­ra­pie bei fort­ge­schrit­te­nem Plat­ten­epi­thel­kar­zi­nom der Mund­höh­le signi­fi­kant mit einem ver­bes­ser­ten Über­le­ben in Zusam­men­hang; die­ses Ver­hält­nis offen­bar­te sich beson­ders bei den Erkran­kun­gen im Sta­di­um T3 und T4a. ‚‚Nach Ansicht der Auto­ren unter­stüt­zen die neu gewon­ne­nen Daten den Ein­satz der Chir­ur­gie als initia­le Behand­lungs­mo­da­li­tät bei ope­ra­blem Plat­ten­epi­thel­kar­zi­nom der Mund­höh­le. (am)

Quel­le: Spiot­to et al. JAMA Oto­la­ryn­gol Head Neck Surg. 2017 Jul 1;143(7):691–699.

 

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