Positive Bewertung: Exzellenzcluster-Antrag zur Hörforschung

Der Exzel­lenz­clus­ter-Antrag der Uni­ver­si­tät Olden­burg „Hearing4all: Rese­arch for per­so­na­li­zed tre­at­ment of hea­ring defi­cits“ ist posi­tiv bewer­tet wor­den. Die Olden­bur­ger haben basie­rend auf den Ergeb­nis­sen des bis­he­ri­gen Exzel­lenz­clus­ters den Antrag gemein­sam mit Hör­for­schern aus Han­no­ver ent­wi­ckelt.

Bis Febru­ar 2018 muss nun der Voll­an­trag bei der Deut­schen For­schungs­ge­mein­schaft vor­lie­gen, über den im Sep­tem­ber 2018 eine inter­na­tio­na­le Kom­mis­si­on abschlie­ßend ent­schei­det. Ins­ge­samt erreich­ten in der För­der­li­nie „Exzel­lenz­clus­ter“ 88 von 195 ein­ge­reich­ten Vor­an­trä­gen die zwei­te Pha­se der Antrag­stel­lung.

Das posi­ti­ve Votum ist ein gro­ßer Erfolg für unse­re Uni­ver­si­tät. Die Deut­sche For­schungs­ge­mein­schaft und der Wis­sen­schafts­rat wür­di­gen damit die her­aus­ra­gen­de Arbeit unse­rer Olden­bur­ger Hör­for­sche­rin­nen und -for­scher. Jetzt wird es dar­um gehen, dass wir – gemein­sam mit unse­ren star­ken Part­nern – unse­re wis­sen­schaft­li­chen Kom­pe­ten­zen für unser ehr­gei­zi­ges Ziel nut­zen und inten­siv an dem Voll­an­trag arbei­ten“, sagt Uni­ver­si­täts­prä­si­dent Prof. Hans Micha­el Piper.

Im aktu­ell lau­fen­den Exzel­lenz­clus­ter haben wir wich­ti­ge Bau­stei­ne für bes­se­re Dia­gnos­tik, Hör­sys­te­me und assis­ti­ve Tech­no­lo­gi­en ent­wi­ckelt“, sagt der Spre­cher des Clus­ters, der Olden­bur­ger Phy­si­ker und Medi­zi­ner Prof. Bir­ger Koll­mei­er. „Dar­auf auf­bau­end wol­len wir spe­zi­ell auf die Bedürf­nis­se von Betrof­fe­nen zuge­schnit­te­ne Lösun­gen für alle For­men der Schwer­hö­rig­keit ent­wi­ckeln. So kom­men wir von einem empi­ri­schen, sub­jek­ti­ven Ansatz zu einer moder­nen, daten­ge­trie­ben Wis­sen­schaft und Prä­zi­si­ons­me­di­zin mit einem hohen Stan­dard“. Kli­ni­scher Spre­cher des geplan­ten Clus­ters ist Prof. Tho­mas Len­arz, Kli­nik­di­rek­tor Hals-Nasen-Ohren­kli­nik der Medi­zi­ni­schen Hoch­schu­le Han­no­ver.

Künf­tig wol­len die Hör­for­scher ihre Arbei­ten in vier For­schungs­strän­gen bün­deln, die einer­seits die Ent­wick­lungs­ket­te von der Grund­la­gen­for­schung zur Hör­tech­no­lo­gie und ande­rer­seits den Schwe­re­grad der Schwer­hö­rig­keit abbil­den: Der ers­te Strang zielt dar­auf ab, mit moder­nen neu­ro­wis­sen­schaft­li­chen Metho­den das kom­ple­xe Wech­sel­spiel zwi­schen Hören, Wahr­neh­men und Ver­ar­bei­ten im Gehirn über die Lebens­zeit eines Men­schen noch bes­ser zu ver­ste­hen. Der zwei­te umfasst IT-basier­te For­schung mit dem Ziel, eine vir­tu­el­le viel­spra­chi­ge Hörkli­nik auf­zu­bau­en. Im drit­ten Strang wol­len die For­scher indi­vi­du­ell geziel­te Dia­gno­se- und Behand­lungs­ver­fah­ren für Pati­en­ten mit mitt­le­ren bis star­ken Ein­schrän­kun­gen und kom­plet­ter Gehör­lo­sig­keit ent­wi­ckeln. Basie­rend auf den wis­sen­schaft­li­chen und tech­ni­schen Erkennt­nis­sen soll im vier­ten Strang eine grund­le­gend neue Sys­tem­tech­no­lo­gie für die Hör­ge­rä­te der Zukunft ent­ste­hen.

An dem aktu­ell geplan­ten Vor­ha­ben sind 25 Neu­ro­wis­sen­schaft­ler, Medi­zi­ner, Psy­cho­lo­gen, Lin­gu­is­ten, Phy­si­ker und Inge­nieu­re der Uni­ver­si­tä­ten Olden­burg und Han­no­ver sowie der Medi­zi­ni­schen Hoch­schu­le Han­no­ver betei­ligt. Zudem sind die Jade Hoch­schu­le, die Hör­Tech gGmbH, die Hör­zen­tren in Olden­burg und Han­no­ver, die Fraun­ho­fer Pro­jekt­grup­pe Hör-, Sprach- und Audio­tech­no­lo­gie und das Fraun­ho­fer ITEM Pro­jekt­part­ner. „Hearing4all“ gehört zu den welt­weit füh­ren­den Zen­tren in Medi­zin­tech­nik, Hör­for­schung, Audio­lo­gie, medi­zi­ni­scher Dia­gnos­tik und The­ra­pie. Etwa 80 Pro­zent aller Hör­ge­rä­te welt­weit ent­hal­ten Know-How aus Olden­burg.

Der der­zeit lau­fen­de Exzel­lenz­clus­ter zähl­te 2012 zu den Gewin­nern der Exzel­lenz­in­itia­ti­ve und wur­de seit­her mit knapp 30 Mil­lio­nen Euro geför­dert. Zusätz­lich unter­stüt­zen das Nie­der­säch­si­sche Wis­sen­schafts­mi­nis­te­ri­um und die Volks­wa­gen­Stif­tung den Clus­ter mit einer Mil­li­on Euro.

Quelle
Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg
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