Promotionspreis für Stammzellforscherin der Uni Münster

Für die Erfor­schung der Stamm­zell­dif­fe­ren­zie­rung im Gehirn ist Dr. Dr. Eva Chris­ti­ne Bunk mit dem Pro­mo­ti­ons­preis der Medi­zi­ni­schen Fakul­tät der Uni­ver­si­tät Müns­ter aus­ge­zeich­net wor­den. Ihre Ergeb­nis­se sind wert­voll für die wei­te­re For­schung zu The­ra­pie­an­sät­zen bei neu­ro­de­ge­ne­ra­ti­ven Erkran­kun­gen wie der Mul­ti­plen Skle­ro­se.

Die gebür­ti­ge Rhein­land-Pfäl­ze­rin beschäf­tig­te sich in ihrer nun aus­ge­zeich­ne­ten Pro­mo­ti­on mit Grund­la­gen­for­schung zur Zell­tei­lung im Gehirn. Im Ver­lauf neu­ro­de­ge­ne­ra­ti­ver Erkran­kun­gen ster­ben nach und nach Ner­ven­zel­len ab, sodass sich die Sym­pto­me des Pati­en­ten ver­schlim­mern. Lan­ge dach­ten For­scher, dass sich im erwach­se­nen Gehirn nur aus­ge­reif­te und damit kei­ne teil­ba­ren Zel­len mehr befin­den, die zer­stör­tes Gewe­be erset­zen könn­ten. Inzwi­schen ist jedoch bekannt, dass im Gehirn auch Stamm­zel­len exis­tie­ren, aus denen sehr wohl neu­es Gewe­be ent­ste­hen kann.

Hier setzt Bunks expe­ri­men­tel­le For­schung an und beschäf­tigt sich mit der adul­ten Neu­ro­ge­ne­se. Bei die­ser Zell­tei­lung fun­gie­ren die neura­len Stamm­zel­len als „Blan­ko­zel­len“, denn ihre exak­te Funk­ti­on im Hirn wird erst durch die Reak­ti­on mit bestimm­ten Pro­te­inen wie dem „Prox1“ bestimmt. Da bereits bekannt ist, wozu die Stamm­zel­len beim Zusam­men­tref­fen mit Prox1 im Hip­po­cam­pus reagie­ren, beschränk­te sich Bunk auf den Pro­zess im late­ra­len Ven­tri­kel. Ihre Ergeb­nis­se zei­gen, dass die Stamm­zel­len mit Prox1 hier zu einem ande­ren Zell­typ dif­fe­ren­zie­ren als im Hip­po­cam­pus. Die­se Erkennt­nis ist wich­tig bei der Ent­wick­lung mög­li­cher The­ra­pie­an­sät­ze für Pati­en­ten mit neu­ro­de­ge­ne­ra­ti­ven Erkran­kun­gen, da hier eben­falls unter­schied­li­che Zell­ty­pen vom Zer­fall betrof­fen sind.

Weil sich bis­he­ri­ge Stu­di­en zu adul­ter Neu­ro­ge­ne­se – so auch Bunks – fast aus­schließ­lich mit Nage­tie­ren beschäf­tig­ten, es aber sub­stan­ti­el­le Unter­schie­de zwi­schen dem mensch­li­chen und dem Nager­hirn gibt, führ­te die 36-Jäh­ri­ge noch eine zwei­te Stu­die durch. Hier ver­glich sie Ana­to­mie und vor­han­de­ne Mar­ker­pro­te­ine in den inter­es­sie­ren­den Hirn­area­len von Weiß­bü­schel­af­fen – einer Spe­zi­es, die Men­schen ähn­li­cher ist. Das Ergeb­nis: Die Abläu­fe sind bei bei­den Säu­gern ver­gleich­bar. Die­se Erkennt­nis lässt die Ergeb­nis­se aus der ers­ten Stu­die noch bedeut­sa­mer für wei­ter­füh­ren­de For­schun­gen zu The­ra­pie­an­sät­zen beim Men­schen wer­den.

Quelle
Universitätsklinikum Münster
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