Rauchen und Krankheitslast in 195 Ländern: Nicht auf Erfolgen ausruhen

Aktu­el­le glo­ba­le Trends bei der Niko­ti­n­ent­wöh­nung deu­ten einer gro­ßen inter­na­tio­na­len Stu­die zufol­ge dar­auf hin, dass man sich auf den Erfol­gen der Ver­gan­gen­heit nicht aus­ru­hen darf. Das gel­te, so schrei­ben die Auto­ren, vor allem in Bezug auf Frau­en und die Bevöl­ke­rung in Län­dern mit nied­ri­gem bis mitt­le­rem sozio­öko­no­mi­schen Index (SDI).

Die GBD-Stu­die (Glo­bal Bur­den of Disea­ses, Inju­ries, and Risk Fac­tors Stu­dy) bie­te mit Daten aus 195 Län­dern und Regio­nen (1990–2015) und beru­hend auf 2818 Daten­quellen eine belast­ba­re Platt­form, auf der welt­wei­te, regio­na­le und natio­na­le Fort­schrit­te über­prüft wer­den könn­ten.

Welt­weit, so ent­neh­men die Auto­ren der Ana­ly­se von Daten aus 195 Län­dern, lie­ge die alters­stan­dar­di­sier­te Prä­va­lenz des täg­li­chen Niko­tin­kon­sums bei 25 % (95 %-Unsi­cher­heits­in­ter­vall [UI] 24,2–25,7) für Män­ner und bei 5,4 % (95 %-UI 5,1–5,7) für Frau­en. Dies ent­spre­che jeweils einer Reduk­ti­on von 28,4 % (95 %-UI 25,8–31,1) bzw. 34,4 % (95 %-UI 29,4–38,6) seit 1990. Ein grö­ße­rer pro­zen­tua­ler Anteil von Län­dern und Regio­nen habe zwi­schen 1990 und 2005 signi­fi­kan­te jähr­li­che Abnah­mera­ten bezüg­lich der Niko­tin­kon­sum-Prä­va­lenz erzielt als im Zeit­raum 2005–2015, berich­ten die Wis­sen­schaft­ler. Nur 4 Län­der hät­ten zwi­schen 2005 und 2015 signi­fi­kan­te jähr­li­che Abnah­mera­ten auf­wei­sen kön­nen (Kon­go und Aser­bai­dschan für Män­ner sowie Kuwait und Ost­timor für Frau­en).

Im Jahr 2015 wur­den 11,5 % der welt­wei­ten Todes­fäl­le (6,4 Mio; 95 %-UI 5,7–7) auf das Rau­chen zurück­ge­führt; davon ver­teil­ten sich 52,2 % auf 4 Län­der (Chi­na, Indi­en, USA und Russ­land). Rau­chen wur­de 2015 anhand behin­de­rungs­be­rei­nig­ter Lebens­jah­re (disa­bi­li­ty-adjus­ted life-years [DALY]) unter die 5 wich­tigs­ten Risi­ko­fak­to­ren in 109 Län­dern und Regio­nen ein­ge­stuft – 1990 waren es noch 88 Län­der.

Auto­ren: GBD 2015 Tobac­co Col­la­bo­ra­tors
Kor­re­spon­denz: M. B. Reit­s­ma, Alpert Medi­cal School of Brown Uni­ver­si­ty, Pro­vi­dence, RI, USA
Stu­die: Smo­king pre­v­a­lence and attri­bu­ta­ble disea­se bur­den in 195 coun­tries and ter­ri­to­ries, 1990–2015: a sys­te­ma­tic ana­ly­sis from the Glo­bal Bur­den of Disea­se Stu­dy 2015
Quel­le: Lan­cet 2017;389(10082):1885–1906.
Web: www​.lan​cet​.com/​j​o​u​r​n​a​l​s​/​l​a​n​cet

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