Sarkomzentrum Dresden zieht erste Bilanz

Das 2016 am Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Carl Gus­tav Carus eta­blier­te „Sarkomzen­trum Dres­den“ behan­del­te im ers­ten kom­plet­ten Jahr sei­nes Bestehens knapp 300 Pati­en­ten. Dabei ist der Anteil an hoch­kom­ple­xen Ein­grif­fen beson­ders hoch.

Von der gebün­del­ten Exper­ti­se und der Aus­stat­tung des Zen­trums pro­fi­tie­ren ins­be­son­de­re Pati­en­ten mit Tumo­ren, die auf­grund ihrer Grö­ße oder Lage eine Her­aus­for­de­rung für die Chir­ur­gen dar­stel­len. Dank der vom Uni­kli­ni­kum vor­ge­hal­te­nen High-Tech-Dia­gnos­tik wer­den bei den Ope­ra­tio­nen ver­stärkt Navi­ga­ti­ons­sys­te­me sowie das DaVin­ci-OP-Robo­ter­sys­tem ein­ge­setzt, um auch in kom­ple­xen Fäl­len – etwa im Becken­be­reich oder der Wir­bel­säu­le – Sar­ko­me ent­fer­nen zu kön­nen.

Auch der Anfang Janu­ar in Betrieb gegan­ge­ne Hybrid-OP steht nun für die­se Ein­grif­fe zur Ver­fü­gung. Nach dem ers­ten Jahr des regu­lä­ren Zen­trums­be­triebs unter dem Dach des Uni­ver­si­täts Kreb­s­Cen­trums (UCC) folgt jetzt der Aus­bau der For­schungs­ak­ti­vi­tä­ten, die im Natio­na­len Cen­trum für Tumor­er­kran­kun­gen (NCT) Dres­den gebün­delt wer­den. Zudem geben die Dresd­ner Sar­kom-Exper­ten ihr Wis­sen Ende Febru­ar im Rah­men des 33. Deut­schen Krebs­kon­gress wei­ter.

Sar­ko­me tre­ten mit etwas mehr als einem Pro­zent aller Krebs­er­kran­kun­gen rela­tiv sel­ten auf, wobei die­se Tumor­form in Weich­teil­sar­ko­me und in sol­che Sar­ko­me unter­schie­den wird, die vom Kno­chen­ge­we­be aus­ge­hen. Weil die­se Tumo­re so sel­ten auf­tre­ten, sich in vie­le ver­schie­de­ne Unter­ty­pen auf­tei­len und sehr kom­plex zu the­ra­pie­ren sind, soll­ten sie aus­schließ­lich in spe­zia­li­sier­ten Zen­tren behan­delt wer­den.

Das Dresd­ner Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum erfüllt mit sei­nen auf Krebs spe­zia­li­sier­ten Kli­ni­ken und Insti­tu­ten die von Exper­ten emp­foh­le­nen Vor­aus­set­zun­gen. Neben der the­ra­peu­ti­schen Exper­ti­se gehört dazu auch eine gro­ße Band­brei­te an spe­zi­el­len Unter­su­chungs­me­tho­den. Hier­zu zäh­len unter ande­rem die Kom­bi­na­ti­on aus Posi­tro­nen-Emis­si­ons-Tomo­gra­phie und Com­pu­ter-Tomo­gra­phie bezie­hungs­wei­se Magnet-Reso­nanz-Tomo­gra­phie (PET/CT, PET/MRT). Die damit gewon­ne­nen Bil­der ermög­li­chen es, moder­ne robo­ti­sche Metho­den – vor allem den Ein­satz von Navi­ga­ti­ons­sys­te­men – zu nut­zen. Sie unter­stüt­zen die Chir­ur­gen vor allem bei Sar­kom-OPs im Bereich des Beckens und der Wir­bel­säu­le. Auf­grund ihrer Nähe zu wich­ti­gen Ner­ven und Gefä­ßen ist hier eine beson­de­re Exper­ti­se ent­schei­dend für den Erfolg der Ein­grif­fe.

Fach­über­grei­fen­des Spe­zia­lis­ten-Team für opti­ma­le Behand­lung

Um Sar­kom-Pati­en­ten opti­mal behan­deln zu kön­nen, soll­ten sie bereits im Ver­dachts­fall unver­züg­lich in ein spe­zia­li­sier­tes Zen­trum über­wie­sen wer­den. So las­sen sich die Abläu­fe von Dia­gno­se und The­ra­pie der Sar­ko­me von Anfang an auf dem neu­es­ten Stand wis­sen­schaft­li­cher Erkennt­nis­se steu­ern. In die­sem vom UCC sicher­ge­stell­ten Rah­men wird die enge fach­über­grei­fen­de Zusam­men­ar­beit beson­ders spe­zia­li­sier­ter Ärz­te aus den Fach­ge­bie­ten Ortho­pä­die und Unfall­chir­ur­gie, Vis­ze­ral,- Tho­rax- und Gefäß­chir­ur­gie, Radioon­ko­lo­gie und Strah­len- bezie­hungs­wei­se Pro­to­nen­the­ra­pie, Medi­zi­ni­sche Onko­lo­gie, Päd­ia­tri­sche Onko­lo­gie, Kin­der­chir­ur­gie, Patho­lo­gie, Gene­tik, Radio­lo­gie, Nukle­ar­me­di­zin sowie Pal­lia­tiv­me­di­zin sicher­ge­stellt. Auch spe­zia­li­sier­te Psy­cho­on­ko­lo­gen und Schmerz­the­ra­peu­ten sowie beson­ders geschul­te Exper­ten ande­rer Gesund­heits­be­ru­fe, zum Bei­spiel der onko­lo­gi­schen Pfle­ge und der phy­sio­the­ra­peu­ti­schen Reha­bi­li­ta­ti­on, sind inte­gra­ler Teil des Teams. Das UCC-Tumor­board hat allein 2017 rund 500 Emp­feh­lun­gen zur The­ra­pie von Sar­kom­pa­ti­en­ten aus­ge­spro­chen. Par­al­lel arbei­ten die Ärz­te und Wis­sen­schaft­ler an For­schungs­pro­jek­ten, um die The­ra­pie kon­ti­nu­ier­lich zu ver­bes­sern.

Moderns­te mole­ku­lar­pa­tho­lo­gi­sche Dia­gnos­tik für bes­te The­ra­pie­er­geb­nis­se

Um das bio­lo­gi­sche Ver­hal­ten und beson­de­re Muta­tio­nen der Sar­ko­me cha­rak­te­ri­sie­ren zu kön­nen, setzt das Dresd­ner Uni­kli­ni­kum moderns­te Metho­den der mole­ku­la­ren Tumor­dia­gnos­tik ein. Gemein­sam mit dem Deut­schen Krebs­for­schungs­zen­trum (DKFZ) und dem Stand­ort Hei­del­berg im Natio­na­len Cen­trum für Tumor­er­kran­kun­gen (NCT) ste­hen inno­va­ti­ve Gerä­te zur DNA-Ent­schlüs­se­lung – „Next Gene­ra­ti­on Sequen­cing“ – und in beson­de­ren Fäl­len die Mög­lich­keit der Ganz-Genom­se­quen­zie­rung zur Ver­fü­gung.

Die dabei gewon­ne­nen Erkennt­nis­se sind die Basis für die best­mög­li­che The­ra­pie­stra­te­gie. Dazu gehö­ren neben der ope­ra­ti­ven Ent­fer­nung der Sar­ko­me das gesam­te Spek­trum der Strah­len­the­ra­pie ein­schließ­lich der Pro­to­nen­the­ra­pie, die welt­weit nur weni­gen Zen­tren zur Ver­fü­gung steht. Bei den medi­ka­men­tö­sen Behand­lun­gen kön­nen die Krebs­me­di­zi­ner des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums nicht nur auf die klas­si­sche Che­mo­the­ra­pie zurück­grei­fen, son­dern auch auf neue Ver­fah­ren, wie die Immun­the­ra­pie und mole­ku­lar wirk­sa­me Medi­ka­men­te. Wei­te­re hoch­spe­zia­li­sier­te Metho­den, wie die Extre­mi­tä­ten­per­fu­si­on – eine Son­der­form der Che­mo­the­ra­pie – und die durch Magnet-Reso­nanz-Tomo­gra­phie gesteu­er­te Gewe­be­er­hit­zung gehö­ren eben­falls zum The­ra­pie­spek­trum. In die­sem Jahr kommt mit der Eröff­nung von Haus 32 noch die wäh­rend einer Ope­ra­ti­on vor­ge­nom­me­ne Strah­len­the­ra­pie hin­zu.

Sar­kom­pa­ti­en­ten kön­nen sich direkt oder über ihren Arzt anmel­den

Nie­der­ge­las­se­ne Ärz­te und Kran­ken­häu­ser kön­nen sich für Pati­en­ten, bei denen Sar­ko­me oder unkla­re Befun­de mit Ver­dacht auf ein Sar­kom fest­ge­stellt wur­den, direkt an das Sar­kom­zen­trum Dres­den im Uni­ver­si­täts Kreb­s­Cen­trum wen­den. Betrof­fe­ne Pati­en­ten haben zudem die Mög­lich­keit, sich selbst im Sarkomzen­trum des UCC vor­zu­stel­len und erhal­ten ohne zeit­li­che Ver­zö­ge­rung eine adäqua­te Dia­gnos­tik und The­ra­pie.

Quelle
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
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