Schulungs-Videos zur CPAP: Hochrisiko-Patienten bleiben tendenziell unbelehrbar

Auch ein Lehr-Video, in dem die Anwen­dung einer Beat­mung mit kon­ti­nu­ier­li­chem posi­ti­vem Atem­wegs­druck (con­ti­nuous posi­ti­ve air­way pres­su­re [CPAP]) erläu­tert wird, ver­bes­sert offen­bar bei Pati­en­ten mit obstruk­ti­ver Schlaf­apnoe (OSA) und einem hohen Risi­ko für man­geln­de Adhä­renz eben­die­se nicht.

Das haben die Auto­ren einer aktu­el­len Stu­die, die mit ins­ge­samt 212 Pati­en­ten durch­ge­führt wur­de, her­aus­ge­fun­den.

Eine unzu­rei­chen­de Adhä­renz der Pati­en­ten in Bezug auf eine CPAP schrän­ke deren kli­ni­sche Wirk­sam­keit ein, unter­strei­chen die Stu­di­en­au­to­ren in ihrer Ver­öf­fent­li­chung in „Tho­rax“. Zwar las­se sich mit stren­gen Ver­hal­tens­maß­nah­men  die Adhä­renz ver­bes­sern, doch sei­en sol­che Inter­ven­tio­nen arbeits­in­ten­siv und wür­den daher kaum ein­ge­setzt. Außer­dem sei­en sol­che Maß­nah­men noch nicht an Pati­en­ten unter­sucht wor­den, bei denen das Risi­ko einer gerin­gen Adhä­renz besteht. Ziel der vor­ge­stell­ten Stu­die war es daher zu ermit­teln, ob ein ent­spre­chen­des Schu­lungs-Video bei ver­meint­lich schwie­ri­gen Pati­en­ten die The­ra­piead­hä­renz ver­bes­sern kann.

Ein­ge­schlos­sen in die Stu­die wur­den Pati­en­ten, die von Medi­zi­nern ohne schlaf­me­di­zi­ni­sche Erfah­rung an ein Schlaf­la­bor über­wie­sen wur­den. Die Stu­di­en­teil­neh­mer erhiel­ten ent­we­der aus­schließ­lich die Nor­mal­ver­sor­gung oder sahen sich vor der Poly­som­no­gra­phie ein Video an, in denen die OSA und die CPAP erklärt wur­den. Pri­mä­rer End­punkt der Unter­su­chung war die CPAP-Adhä­renz in den ers­ten 30 Tagen der The­ra­pie. Sekun­dä­re Out­co­mes waren die Rate, mit der die Pati­en­ten ihre Ter­mi­ne in der Schlaf­kli­nik wahr­nah­men, sowie die CPAP-Adhä­renz in den 30 Tagen nach dem ers­ten Besuch im Schlaf­la­bor.

Das Schu­lungs-Video sahen sich 99 der Stu­di­en­teil­neh­mer an, wäh­rend 113 Pro­ban­den nor­mal ver­sorgt wur­den. Die Stu­di­en­au­to­ren konn­ten zwi­schen den bei­den Grup­pen kei­nen Unter­schied in Bezug auf die CPAP-Adhä­renz nach 30 Tagen fest­stel­len (3,3; 95%-Konfidenzintervall [KI] 2,8–3,8 h/Tag in der Video­grup­pe vs. 3,5; 95%-KI 3,1–4,0 h/Tag in der Kon­troll­grup­pe; p=0,44). Die Rate, mit der die Stu­di­en­teil­neh­mer ihre Ter­mi­ne im Schlaf­la­bor wahr­nah­men, lag in der Video­grup­pe bei 54% und in der Kon­troll­grup­pe bei 59%. Die Wis­sen­schaft­ler konn­ten außer­dem beob­ach­ten, dass die CPAP-Adhä­renz bei Pati­en­ten, die das Schlaf­la­bor nicht wie­der auf­such­ten, signi­fi­kant sank.

Quelle
Guralnick AS et al. Thorax 2017;72(12):1132–1139.
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