SpiFa: In der nächsten Legislaturperiode muss das Belegarztwesen gestärkt werden

Der Spit­zen­ver­band Fach­ärz­te Deutsch­lands (Spi­Fa) legt Vor­schlä­ge zur Wie­der­be­le­bung des Beleg­arzt­we­sens vor und for­dert damit eine kon­se­quen­te Ver­bes­se­rung der sek­to­ren­über­grei­fen­den Pati­en­ten­ver­sor­gung.

Bereits im Juni die­ses Jah­res rief der Spit­zen­ver­band gemein­sam mit sei­nen Mit­glieds­ver­bän­den das „Akti­ons­bünd­nis Beleg­arzt­we­sen“ ins Leben. Das Beleg­arzt­we­sen ist laut Spi­Fa ein welt­weit ver­brei­te­tes Modell für eine gut funk­tio­nie­ren­de inter­sek­to­ra­le Ver­sor­gung und die ein­zi­ge Ver­sor­gungs­struk­tur, die eine Pati­en­ten­be­treu­ung über alle Sek­to­ren hin­weg durch die­sel­be Ärz­tin bezie­hungs­wei­se den­sel­ben Arzt ermög­licht. Nicht zuletzt für den länd­li­chen Raum kön­ne damit Ver­sor­gungs­eng­päs­sen wir­kungs­voll begeg­net wer­den, ist der Spi­Fa über­zeugt.

Daher for­dert der Spi­Fa den Gesetz­ge­ber auf, den Ver­bots­vor­be­halt auf die beleg­ärzt­li­che Tätig­keit aus­zu­deh­nen und damit beleg­ärzt­li­che Behand­lung bruch­frei und sek­to­ren­un­ab­hän­gig zu gestal­ten. Dies bedeu­te auch, dass eine struk­tu­rell glei­che Erlös­si­tua­ti­on wie bei Haupt­ab­tei­lun­gen im DRG-Sys­tem her­ge­stellt wer­den müs­se und die Ver­gü­tung beleg­ärzt­li­cher Leis­tun­gen grund­sätz­lich außer­halb der mor­bi­di­täts­be­ding­ten Gesamt­ver­gü­tung erfol­gen müs­se. Folg­lich müs­se § 121 Abs. 3 SGB V ent­spre­chend ange­passt wer­den. DRGs, wel­che die spe­zi­el­le Kos­ten- und Ver­gü­tungs­struk­tur des Beleg­arzt­we­sens berück­sich­ti­gen, müs­sen durch das Insti­tut für das Ent­gelt­sys­tem im Kran­ken­haus (IneK) ange­passt wer­den.

So wie 2007 mit dem GKV-Ände­rungs­ge­setz die Umwand­lung von Beleg­ab­tei­lun­gen in Haupt­ab­tei­lun­gen ver­ein­facht wur­de, müs­se nun die Umwand­lung von Haupt- in Beleg­ab­tei­lun­gen ver­ein­facht wer­den, for­dert der Spit­zen­ver­band. In der Kran­ken­haus­pla­nung der Län­der müs­se eine Min­dest­men­ge an Beleg­bet­ten aus­ge­wie­sen wer­den, in Kran­ken­häu­ser zu füh­ren­den.

Bruch­lo­se Ver­sor­gung der Pati­en­ten durch einen Arzt

Ein wei­ter­ent­wi­ckel­tes Beleg­arzt­we­sen beför­dert das über­ge­ord­ne­te Ziel der Über­win­dung von star­ren Sek­to­ren­gren­zen bei gleich­zei­ti­gem Erhalt eines hohen Ver­sor­gungs­ni­veaus mit einer bruch­lo­sen Ver­sor­gung der Pati­en­ten durch den selbst gewähl­ten und aus der ambu­lan­ten Ver­sor­gung bekann­ten Arzt“, sagt Dr. Andre­as Hell­mann, Mit­glied des Spi­Fa-Schnitt­stel­len­aus­schus­ses ambulant/stationär und stell­ver­tre­ten­der Vor­stands­vor­sit­zen­der des Bun­des­ver­bands der Beleg­ärz­te (BdB). „Mit dem Beleg­arzt­we­sen wer­den die Prin­zi­pi­en der Frei­be­ruf­lich­keit, der per­sön­li­chen Leis­tungs­er­brin­gung und ver­trags­ärzt­li­chen Zulas­sung gewahrt.“

Die­se Art von Ver­sor­gung ent­spricht dem Wunsch der Pati­en­ten und stellt eine effi­zi­en­te Ver­sor­gungs­form dar“, erklärt Lars Lin­de­mann, Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Spi­Fa. „Die sta­tio­nä­re Ver­sor­gung bleibt ele­men­ta­rer, not­wen­di­ger Bestand­teil eines Gesund­heits­sys­tems. Bei den soge­nann­ten ‚stationär/ambulanten‘ Fäl­len mit bis zu drei Tagen Lie­ge­dau­er sind geeig­ne­te Struk­tu­ren bereits defi­niert und müs­sen end­lich ein­ge­führt wer­den“ .

Bereits im Juni hat­te die Kas­sen­ärzt­li­che Bun­des­ver­ei­ni­gung (KBV) im Rah­men des Sicher­stel­lungs­kon­gres­ses das The­ma Beleg­arzt­we­sen wie­der in den Fokus gerückt, was vom Spi­Fa aus­drück­lich begrüßt wur­de.

Das Grund­satz­pa­pier „Ver­bes­se­rung der Pati­en­ten­ver­sor­gung an der Schnitt­stel­le ambulant/stationär mit­tels Stär­kung des Beleg­arzt­sys­tems“ prä­zi­siert die For­de­run­gen des Spi­Fa aus ihrer Agen­da „Fach­arzt 2020“ und bie­tet zahl­rei­che Ver­bes­se­rungs­vor­schlä­ge zur zukunfts­fä­hi­gen Gestal­tung inter­sek­to­ra­ler Ver­sor­gung.

(SpiFa/ms)

Quel­le: Spi­Fa

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