Stress im Sarkom: Neue Ansätze für die Krebstherapie entdeckt

Angio­sar­ko­me sind sel­te­ne bös­ar­ti­ge Gefäß­tu­mo­re mit einem aggres­si­ven Ver­lauf.

Der­zeit ste­hen als Behand­lungs­mög­lich­kei­ten neben der chir­ur­gi­schen Ent­fer­nung noch Strah­len- und Che­mo­the­ra­pie zur Ver­fü­gung. Jedoch spre­chen bös­ar­ti­ge Gefäß­tu­mo­re bis­lang meist nur schlecht auf sol­che The­ra­pi­en an.

Ein Team von Krebs­for­schern der Uni­ver­si­täts­me­di­zin Göt­tin­gen (UMG) hat einen grund­le­gend neu­en Ansatz ent­deckt, wie gän­gi­ge Che­mo­the­ra­pi­en effek­ti­ver gegen sel­te­ne Gefäß­tu­mo­re wir­ken könn­ten. Die For­scher fan­den her­aus, dass beson­ders aggres­si­ve Angio­sar­kom­zel­len gezielt einen Signal­weg akti­vie­ren, der die Zel­len nahe­zu unemp­find­lich gegen töd­li­chen Sauer­stoff-Stress und damit auch extrem wider­stands­fä­hig gegen Che­mo­the­ra­pie macht.

Immun­fluo­res­zenz eines Angio­sar­kom­pa­ti­en­ten: Nach­weis von Angio­sar­kom­zel­len, die den Gefäß­mar­ker CD31 (ange­färbt in rot) ver­lo­ren haben, aber den­noch posi­tiv für den Gefäß­mar­ker ERG (grü­ne Zell­kern) © Uni­ver­si­täts­me­di­zin Göt­tin­gen

Wir woll­ten wis­sen, ob es mög­lich ist, die Tumor­zel­len durch Medi­ka­men­te so zu ver­än­dern, dass sie wie­der durch Sauer­stoff-Stress bekämpft wer­den kön­nen“, sagt Dr. Vivek Ven­katara­ma­ni, Kli­nik für Häma­to­lo­gie und Medi­zi­ni­sche Onko­lo­gie und Insti­tut für Patho­lo­gie der UMG. Gefun­den haben er und sein For­scher­team einen Weg, mit dem genau dies zumin­dest im Reagenz­glas erreicht wer­den kann: Durch Kom­bi­na­ti­on des Wirk­stof­fes „Pazo­pa­nib“ mit einer gän­gi­gen Che­mo­the­ra­pie konn­te in den Tumor­zel­len Sauer­stoff-Stress erzeugt und die Zel­len so effek­tiv abge­tö­tet wer­den. Der Wirk­stoff ist bereits für die Anwen­dung bei Tumor-Pati­en­ten zuge­las­sen und könn­te daher sehr bald als Kom­bi­na­ti­ons­the­ra­pie mit einer her­kömm­li­chen Che­mo­the­ra­pie in die kli­ni­sche Erpro­bung bei Angio­sar­kom-Pati­en­ten gehen“, sagt Prof. Dr. Phil­ipp Strö­bel, Direk­tor des Insti­tuts für Patho­lo­gie der UMG und Seni­or-Autor der Publi­ka­ti­on.

Die Unter­su­chun­gen wur­den durch die För­de­rung der Else Krö­ner-Fre­se­ni­us-Stif­tung und das Göt­tin­ger For­schungs­kol­leg ermög­licht. Dr. Ven­katara­ma­ni hat sei­ne For­schungs­ar­bei­ten teil­wei­se am Memo­ri­al Slo­an Ket­te­ring Can­cer Cen­ter in New York durch­ge­führt und mit For­scher­kol­le­gen aus New York und dem Wil­liam Har­vey Rese-arch Insti­tu­te in Lon­don umge­setzt. Die For­schungs­er­geb­nis­se wur­den im Okto­ber 2017 im renom­mier­ten Fach­jour­nal „Cli­ni­cal Can­cer Rese­arch“ ver­öf­fent­licht.

Ori­g­ni­al­ver­öf­fent­li­chung: Ven­katara­ma­ni V, Küf­fer S, Che­ung K, Jiang X, Trüm­per L, Wulf G.G and Strö­bel P. CD31 Expres­si­on Deter­mi­nes Redox Sta­tus and Che­mo-resis­tan­ce in Human Angio­sar­co­mas. Cli­ni­cal Can­cer Rese­arch; 30. Okto­ber 2017 doi: 10.1158/1078–0432.CCR-17–1778

Quelle
Universitätsmedizin Göttingen - Georg-August-Universität
Mehr anzeigen

Verwandte Artikel

Close