Studie: Einfühlsame Ärzte sind die besseren Ärzte

Wenn Ärz­te ihren Pati­en­ten ein­fühl­sam begeg­nen, wirkt sich das unmit­tel­bar auf die Gesund­heit der Behan­del­ten aus. Frau­en wir­ken empa­thi­scher als ihre männ­li­chen Kol­le­gen. Das ist das Ergeb­nis einer Stu­die von Wis­sen­schaft­lern aus Coburg, Mün­chen, Oxford und Vil­ni­us.

Wenn Pati­en­ten sich ver­stan­den füh­len, haben sie weni­ger Schmer­zen und Angst, sind zufrie­de­ner mit der Behand­lung und neh­men ihre Medi­ka­men­te zuver­läs­si­ger ein. Um her­aus­zu­fin­den, ob Medi­zi­ner, The­ra­peu­ten aber auch Pfle­ge­per­so­nal ein ent­spre­chen­des Fin­ger­spit­zen­ge­fühl bewei­sen, haben die For­scher Pati­en­ten­be­wer­tun­gen aus 64 unter­schied­li­chen Stu­di­en ana­ly­siert.

Ärz­te wer­den vor allem dann als ein­füh­lend wahr­ge­nom­men, wenn sie die Sicht des Pati­en­ten ver­ste­hen, Ver­ständ­nis äußern und bei ihrer ärzt­li­chen Emp­feh­lung die Bedürf­nis­se der Pati­en­ten berück­sich­ti­gen. Ein wich­ti­ges Kri­te­ri­um ist hier das Gespräch zwi­schen Arzt und Pati­ent. Je län­ger es dau­ert, umso mehr füh­len sich Pati­en­ten ver­stan­den. Gene­rell schei­nen weib­li­che The­ra­peu­ten oder Pfle­ger ein­fühl­sa­mer zu wir­ken als männ­li­che.

In eini­gen Fäl­len scheint Ärz­ten jedoch das Ein­fühl­ver­mö­gen zu feh­len und im Lau­fe ihrer beruf­li­chen Pra­xis abzu­neh­men, stel­len die Wis­sen­schaft­ler fest. Das lie­ge auch an der zusätz­li­chen Belas­tung durch büro­kra­ti­sche Arbei­ten. Ein Vier­tel ihrer Arbeits­zeit müs­sen The­ra­peu­ten für Schreib­tä­tig­kei­ten und Pro­to­kol­le ver­wen­den. Da blei­be der per­sön­li­che Kon­takt zu den Pati­en­ten auf der Stre­cke.

Unter­schie­de gibt es übri­gens auch zwi­schen den Län­dern, in denen die Medi­zi­ner prak­ti­zie­ren. Am empha­tischs­ten wer­den Ärz­te in Aus­tra­li­en, den USA und Groß­bri­tan­ni­en bewer­tet. Deutsch­land liegt im Mit­tel­feld.

Mehr anzeigen
Anzeige

Verwandte Artikel

Close