Telemedizin: Versorgung von Hautkrankheiten im ländlichen Raum

In Schwe­rin ist ein inno­va­ti­ves Tele­me­di­zin­pro­jekt vor­ge­stellt wor­den. „Das Ziel des Pro­jek­tes ist es, die Mög­lich­kei­ten von tele­me­di­zi­ni­schen Anwen­dun­gen für die Ver­sor­gung von Haut­er­krank­ten im länd­li­chen Raum zu erpro­ben.

In Schwe­rin ist am Diens­tag im Rah­men der Lan­des­pres­se­kon­fe­renz (LPK) ein inno­va­ti­ves Tele­me­di­zin­pro­jekt vor­ge­stellt wor­den. „Das Ziel des Pro­jek­tes ist es, die Mög­lich­kei­ten von tele­me­di­zi­ni­schen Anwen­dun­gen für die Ver­sor­gung von Haut­er­krank­ten im länd­li­chen Raum zu erpro­ben. Haut­er­kran­kun­gen eig­nen sich hier beson­ders, da sich Haut­ver­än­de­run­gen leicht über Bil­der ver­mit­teln las­sen. So kön­nen Haus­ärz­te, Fach­ärz­te sowie Not­fall­am­bu­lan­zen an Kran­ken­häu­sern mit Hil­fe einer App die Sym­pto­me gemein­sam anse­hen, bera­ten und ent­schei­den, wie wei­ter behan­delt wer­den kann. Der Pati­ent erhält über das Sys­tem die not­wen­di­gen Infor­ma­tio­nen zur Ver­fü­gung. Er spart sich ent­spre­chen­de Anfahrts­we­ge“, sag­te der Minis­ter für Wirt­schaft, Arbeit und Gesund­heit Har­ry Gla­we. „Mir ist wich­tig, dass die App und das zugrun­de­lie­gen­de tele­me­di­zi­ni­sche Kon­zept zukünf­tig auch für ande­re Fach­rich­tun­gen wie bei­spiels­wei­se der Augen­heil­kun­de genutzt wer­den kann. Damit wird also kei­ne Insel­lö­sung geschaf­fen, son­dern ein über­trag­ba­res Kon­zept. Im Erfolgs­fall kann die neue Ver­sor­gungs­form auch auf ande­re struk­tur­schwa­che länd­li­che Regio­nen über­tra­gen wer­den.“

Tele­me­di­zi­ni­sche Bera­tung mit­tels App

Das Pro­jekt eta­bliert ein tele­me­di­zi­ni­sches Kon­sil zwi­schen Ärz­ten und Fach­ärz­ten. Die teil­neh­men­den Ärz­te nut­zen dabei eine App, die Ver­än­de­run­gen der Haut abbil­det. Anschlie­ßend lei­ten sie die Daten an die Der­ma­to­lo­gie der Uni­ver­si­täts­me­di­zin Greifs­wald (UMG) oder an koope­rie­ren­de nie­der­ge­las­se­ne Der­ma­to­lo­gen wei­ter. Von die­sen Exper­ten erhal­ten sie über die App anschlie­ßend eine kon­si­lia­ri­sche Emp­feh­lung zur wei­te­ren Behand­lung. Sofern Pati­en­ten kurz­fris­tig kei­nen Ter­min bei Der­ma­to­lo­gen erhal­ten, müs­sen sie nun nicht zwangs­läu­fig eine Kli­nik auf­su­chen. Sie kön­nen sich an ihren bereits behan­deln­den Haus­arzt wen­den und wer­den mit­tels Tele­kon­si­le trotz­dem par­al­lel von Spe­zia­lis­ten bera­ten bzw. behan­delt. Rund 100 Haus­ärz­te und 20 Der­ma­to­lo­gen wer­den mit­ein­an­der ver­netzt. Dar­über hin­aus tau­schen sich auch zehn Not­fall­am­bu­lan­zen mit Spe­zia­lis­ten der Haut­kli­nik der Uni­ver­si­täts­me­di­zin Greifs­wald via Tele­kon­si­le aus. Die Kon­sor­ti­al­füh­rer­schaft hat die Tech­ni­ker Kran­ken­kas­se (TK) in Meck­len­burg-Vor­pom­mern. Wei­te­re Part­ner des Pro­jek­tes sind die Kli­nik und Poli­kli­nik für Haut­krank­hei­ten der Uni­ver­si­täts­me­di­zin Greifs­wald, die Infor­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­sell­schaft mbH aus Neu­bran­den­burg sowie das wis­sen­schaft­li­che Insti­tut für ange­wand­te Ver­sor­gungs­for­schungs GmbH. Das Pro­jekt wird für drei Jah­re mit ins­ge­samt ca. 1,8 Mil­lio­nen Euro aus dem Inno­va­ti­ons­fonds des Bun­des geför­dert. „Mit Hil­fe der wis­sen­schaft­li­chen Eva­lua­ti­on ist es uns mög­lich, nach Ablauf des Pro­jekt­zeit­raums eine qua­li­täts­ge­si­cher­te App-Anwen­dung in die Regel­ver­sor­gung zu imple­men­tie­ren“, betont Manon Aus­tenat-Wied, Lei­te­rin der TK-Lan­des­ver­tre­tung Meck­len­burg-Vor­pom­mern.

Ver­bes­se­rung der medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung

Die Tele­me­di­zin bie­tet neue Lösungs­an­sät­ze für eine opti­ma­le Betreu­ung der Men­schen. Für die Gesund­heits­ver­sor­gung gera­de in länd­li­chen Räu­men ist die Tele­me­di­zin ein wich­ti­ger Lösungs­an­satz. Sie ist für ein Flä­chen­land wie Meck­len­burg-Vor­pom­mern von enor­mer Bedeu­tung. Wich­tig ist es, die in der Ver­sor­gungs­pra­xis bewähr­te Insel­lö­sung in die Regel­ver­sor­gung zu über­füh­ren. Auf die­se Wei­se wer­den sie für alle nutz­bar und zugäng­lich gemacht“, sag­te Gesund­heits­mi­nis­ter Gla­we. „Die hohe Bedeu­tung, die der Tele­me­di­zin zuge­wie­sen wird, spie­gelt sich auch im Koali­ti­ons­ver­trag wider. „Die Ver­bes­se­rung der medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung ins­be­son­de­re in den dünn besie­del­ten Regio­nen Meck­len­burg-Vor­pom­merns steht dort im Fokus“, so Gesund­heits­mi­nis­ter Gla­we.

Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um unter­stützt Aus­bau der Tele­me­di­zin im Land

Das Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um unter­stützt mit Mit­teln der För­de­rung der Gesund­heits­wirt­schaft die Eta­blie­rung tele­me­di­zi­ni­scher Pro­jek­te bei­spiels­wei­se im Rah­men des Ide­en­wett­be­werbs Gesund­heits­wirt­schaft. „Damit wird der wach­sen­den Bedeu­tung der Tele­me­di­zin Rech­nung getra­gen“, sag­te Gla­we wei­ter. Auch im Bereich von For­schung, Ent­wick­lung und Inno­va­ti­on wer­den Pro­jek­te im Rah­men der Ver­bund­for­schung geför­dert. „Wir wol­len, dass das Poten­zi­al und bereits vor­han­de­nes Know-how der Uni­ver­si­tä­ten, For­schungs­ein­rich­tun­gen und der Unter­neh­men auch im Land bleibt. Wir geben mit unse­rer För­de­rung Anrei­ze, For­schung und Ent­wick­lung im Pra­xis­ver­bund mit klei­nen und mit­tel­stän­di­schen Fir­men in Meck­len­burg-Vor­pom­mern durch­zu­füh­ren.“

Für die Unter­stüt­zung von ver­schie­dens­ten Vor­ha­ben im Bereich For­schung, Ent­wick­lung und Inno­va­ti­on stellt das Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um in der EU-För­der­pe­ri­ode 2014 bis 2020 rund 168 Mil­lio­nen Euro aus dem Euro­päi­schen Fonds für regio­na­le Ent­wick­lung (EFRE) zur Ver­fü­gung. „Wir wol­len wei­ter die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung der Pati­en­ten sichern unter Ein­bin­dung vie­ler Akteu­re wie z. B. der Hoch­schu­len und der IT-Bran­che. Das kann in gemein­sa­mer Pro­jekt­ar­beit gelin­gen, an des­sen Ende ein inno­va­ti­ves Pro­dukt steht“, erläu­ter­te Wirt­schafts- und Gesund­heits­mi­nis­ter Har­ry Gla­we.

Das Pro­jekt star­tet mit die­sem Monat. Cir­ca bis August wird die App für eine gemein­sa­me Nut­zung opti­miert. In die­ser Test­pha­se kön­nen bereits Anfra­gen ver­schickt wer­den, auch um even­tu­ell noch bestehen­de tech­ni­sche Unzu­läng­lich­kei­ten zu besei­ti­gen. Ab Sep­tem­ber wird der ers­te Pati­ent über die­se App betreut. Aus­tenat-Wied betont, dass eine zukunfts­ge­rich­te­te Gesund­heits­ver­sor­gung sich vor allem dadurch aus­zeich­net, dass sie das Wohl der Pati­en­ten in den Mit­tel­punkt stellt. Dabei ver­net­zen sich unter­schied­li­che Ver­sor­gungs­be­rei­che. „Unser Ziel ist es, Pati­en­ten einen schnel­le­ren Zugang ohne lan­ge Wege und War­te­zei­ten zum Haut­arzt zu ermög­li­chen“, erklärt die Kas­sen­che­fin ihr Anlie­gen.

State­ments der Part­ner

- Manon Aus­tenat-Wied, Tech­ni­ker Kran­ken­kas­se, Lei­te­rin der Lan­des­ver­tre­tung M-V, Kon­sor­ti­al­füh­re­rin

Der TK in Meck­len­burg-Vor­pom­mern und wei­te­ren Part­nern ist es gelun­gen, För­der­gel­der aus dem Inno­va­ti­ons­fonds ins Land zu holen. „Ich freue mich sehr, dass das Pro­jekt ‚Tele­der­ma­to­lo­gie‘ gleich in der ers­ten För­der­wel­le dabei war“, sagt Manon Aus­tenat-Wied, Lei­te­rin der TK-Lan­des­ver­tre­tung Meck­len­burg-Vor­pom­mern. Ziel ist es, mit Hil­fe der Tele­me­di­zin die der­ma­to­lo­gi­sche Ver­sor­gung auf dem Land zu ver­bes­sern. Die Der­ma­to­lo­gie bie­tet dafür gute Vor­aus­set­zun­gen. Haut­er­kran­kun­gen sind foto­gra­fisch gut abbild­bar und kön­nen auf digi­ta­lem Weg in ange­mes­se­ner Qua­li­tät ver­sen­det wer­den.

Das Pro­jekt star­tet mit die­sem Monat. Cir­ca bis August wird die App für eine gemein­sa­me Nut­zung opti­miert. In die­ser Test­pha­se kön­nen bereits Anfra­gen ver­schickt wer­den, auch um even­tu­ell noch bestehen­de tech­ni­sche Unzu­läng­lich­kei­ten zu besei­ti­gen. Ab Sep­tem­ber wird der ers­te Pati­ent über die­se App betreut. Aus­tenat-Wied betont, dass eine zukunfts­ge­rich­te­te Gesund­heits­ver­sor­gung sich vor allem dadurch aus­zeich­net, dass sie das Wohl der Pati­en­ten in den Mit­tel­punkt stellt. Dabei ver­net­zen sich unter­schied­li­che Ver­sor­gungs­be­rei­che. „Unser Ziel ist es, Pati­en­ten einen schnel­le­ren Zugang ohne lan­ge Wege und War­te­zei­ten zum Haut­arzt zu ermög­li­chen“, erklärt die Kas­sen­che­fin ihr Anlie­gen.

- Dr. Micha­el Jün­ger, Uni­ver­si­täts­me­di­zin Greifs­wald, Direk­tor Kli­nik und Poli­kli­nik für Haut­krank­hei­ten

Im Bereich der pro­fes­sio­nel­len Medi­zin kann die Tele­me­di­zin bestimm­te Auf­ga­ben erfül­len, um Pati­en­ten bes­ser nach­zu­be­treu­en“, erklärt Prof. Dr. Micha­el Jün­ger, Direk­tor der Kli­nik und Poli­kli­nik für Haut­krank­hei­ten der Uni­ver­si­täts­me­di­zin Greifs­wald. Jeder nie­der­ge­las­se­ne Kol­le­ge soll­te die Mög­lich­keit haben, auf ein­fa­chem Weg eine der­ma­to­lo­gi­sche Fra­ge zu stel­len. Gleich­zei­tig wird ihm, pas­send zu sei­ner Pra­xis­soft­ware, eine zügi­ge Ant­wort zuge­si­chert. „Wir wol­len dabei unter­stüt­zen, dass der behan­deln­de Arzt eine qua­li­ta­tiv akzep­ta­ble The­ra­pie­ent­schei­dung tref­fen kann“, bestä­tigt Prof. Jün­ger. Rund 100 Haus­ärz­te und 20 Der­ma­to­lo­gen wer­den mit­ein­an­der ver­netzt. Dar­über hin­aus tau­schen sich auch zehn Not­fall­am­bu­lan­zen mit Spe­zia­lis­ten der Haut­kli­nik der Uni­ver­si­täts­me­di­zin Greifs­wald via Tele­kon­si­le aus. Aus sei­ner Erfah­rung weiß Jün­ger, dass sich die Pati­en­ten so siche­rer und woh­ler füh­len.

- Rolf-Diet­rich Berndt, Info­kom GmbH, Geschäfts­füh­rer

Durch Smart­pho­nes und Tablets haben sich Apps im All­tag eta­bliert. War­um also sie nicht auch für die Gesund­heit ein­set­zen, frag­ten sich die Pro­jekt­teil­neh­mer. Die Infor­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­sell­schaft mbH in Neu­bran­den­burg ist der maß­geb­li­che Ent­wick­ler der mskin® App, die im Pro­jekt „Tele­der­ma­to­lo­gie“ genutzt wird. Geschäfts­füh­rer Rolf-Diet­rich Berndt steht für den siche­ren Trans­port der Daten. „Wir bewe­gen uns im Bereich des Bun­des­da­ten­schutz­ge­set­zes. Hier gel­ten sehr stren­ge Richt­li­ni­en.“ Berndt ver­si­chert: „Die Daten wer­den ver­schlüs­selt über­tra­gen und sind für Außen­ste­hen­de nicht zugäng­lich.“ Er und sein Team arbei­ten wei­ter an der Funk­tio­na­li­tät der App. Sie soll nut­zer­freund­lich und selbst­er­klä­rend sein.

Quelle
Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern
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