Therapie des Ösophaguskarzinoms: Studie zeigt besseres Ansprechen bei Frauen

Frau­en, die an einem lokal fort­ge­schrit­te­nen Öso­pha­gus­kar­zi­nom lei­den und vor einer Ope­ra­ti­on eine Che­mo­strah­len­the­ra­pie erhal­ten haben, spre­chen mit höhe­rer Wahr­schein­lich­keit posi­tiv dar­auf an als Män­ner.

Das geht aus einer Stu­die her­vor, die eine ame­ri­ka­ni­sche Arbeits­grup­pe in den „Annals of Tho­ra­cic Sur­ge­ry“ ver­öf­fent­licht hat. Zudem, so berich­ten die Auto­ren, tre­te bei weib­li­chen Pati­en­ten unter die­sen Vor­aus­set­zun­gen mit gerin­ge­rer Wahr­schein­lich ein Rezi­div auf.

Das Öso­pha­gus­kar­zi­nom ist eine der töd­lichs­ten Krebs­er­kran­kun­gen welt­weit“, sagt Seni­or­au­tor Dr. K. Robert Shen von der Mayo Cli­nic in Roches­ter. „Män­ner und Frau­en sind davon in unter­schied­li­cher Art und Wei­se betrof­fen. Män­ner haben ein höhe­res Risi­ko, ein sol­ches Kar­zi­nom zu ent­wi­ckeln; Frau­en, wie es scheint, spre­chen bes­ser auf die Behand­lun­gen an.“

Die Arbeits­grup­pe um Shen hat­te die Daten aller Pati­en­tin­nen mit einem lokal fort­ge­schrit­te­nen Öso­pha­gus­kar­zi­nom ana­ly­siert, die sich zwi­schen 1990 und 2013 an den 3 Stand­or­ten der Mayo Cli­nic vor einer Ope­ra­ti­on einer Che­mo­the­ra­pie und Bestrah­lung unter­zo­gen hat­ten. Sie wur­den mit einer pas­sen­den Grup­pe männ­li­cher Pati­en­ten ver­gli­chen.

In die end­gül­ti­ge Ana­ly­se gin­gen die Daten von 145 Frau­en und 221 Män­nern ein. Die Frau­en waren im Medi­an 64 Jah­re alt, die Män­ner 61. Sie wie­sen 2 pri­mä­re Typen eines Öso­pha­gus­kar­zi­noms auf: Ade­no­kar­zi­no­me (bei 72% der Frau­en und 87% der Män­ner) sowie Plat­ten­epi­thel­kar­zi­no­me (bei 28% der Frau­en und 13% der Män­ner).

Die Stu­die ergab, dass bei 58% der Frau­en und bei 47% der Män­ner ein voll­stän­di­ges oder nahe­zu voll­stän­di­ges patho­lo­gi­sches Anspre­chen auf die The­ra­pie zu ver­zeich­nen war. Zu Tumor­re­zi­di­ven kam es bei 116 (32%) der Pati­en­ten (38 Frau­en, 69 Män­ner), sodass Män­ner ein um 89% erhö­he­tes Rezi­di­v­ri­si­ko besa­ßen. Zudem beob­ach­te­ten die Stu­di­en­au­to­ren ein ten­den­zi­ell bes­se­res 5-Jah­res-Über­le­ben bei den Frau­en (52,1%) als bei den Män­nern (44%), wobei in die­sem Punkt aber kei­ne sta­tis­ti­sche Signi­fi­kanz erreicht wur­de.

Die Ergeb­nis­se die­ser Stu­die sind inter­es­sant, weil sie ver­mu­ten las­sen, dass wir bei der Ver­beser­ung der Out­co­mes zukünf­ti­ger Pati­en­ten erfolg­rei­cher sein könn­ten, wenn wir uns auf indi­vi­dua­li­sier­te und geziel­te Behand­lungs­an­sät­ze kon­zen­trier­ten“, sagt Shen. „Wenn die gene­ti­sche oder mole­ku­la­re Grund­la­ge ermit­telt wer­den kann, die unse­ren Ergeb­nis­sen zugrun­de liegt, kann man sich Che­mo­strah­len­the­ra­pi­en vor­stel­len, die stär­ker auf die Gen­si­gna­tur des jewei­li­gen Tumors abzie­len“, erläu­tert Shen.

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