Therapie von Myasthenien bei Kindern und Erwachsenen

An der Uni­ver­si­täts­me­di­zin Essen kön­nen seit Anfang Febru­ar sowohl Erwach­se­ne als auch Kin­der wegen Myas­the­ni­en the­ra­piert wer­den. Damit ist – deutsch­land­weit bis­lang ein­ma­lig – ein flie­ßen­der Über­gang in der Behand­lung von Pati­en­ten auf der Schwel­le zum Erwach­sen­wer­den mög­lich.

Die Kli­nik für Neu­ro­lo­gie der Uni­ver­si­täts­me­di­zin Essen ist Anfang Febru­ar von der Deut­schen Myas­the­nie­ge­sell­schaft (DMG e.V.) zum inte­grier­ten Myas­the­nie­zen­trum zer­ti­fi­ziert wor­den. Auch das Myas­the­nie­zen­trum in der Neu­ro­päd­ia­trie der Kin­der­kli­nik ist bereits zer­ti­fi­ziert. Somit ist die Uni­ver­si­täts­me­di­zin Essen nun deutsch­land­weit der ein­zi­ge Stand­ort, an dem sowohl Erwach­se­ne als auch Kin­der wegen die­ser schwe­ren Mus­kel­schwä­che the­ra­piert wer­den kön­nen.

Kin­der- und Erwach­se­nen­neu­ro­lo­gen beglei­ten die Jugend­li­chen ein Jahr lang in gemein­sa­men Sprech­stun­den“, hob der Lei­ter des Zen­trums, PD Dr. Tim Hagen­acker, her­vor, der hier immer im engen Kon­takt mit Prof. Ulri­ke Scha­ra, Lei­te­rin des Myas­the­nie­zen­trums der Kin­der­kli­nik, ist. Für die meist schwer­kran­ken Pati­en­ten ein gro­ßer Vor­teil. So haben die Exper­ten die Mög­lich­keit, die Behand­lung genau auf­ein­an­der abzu­stim­men, sodass kein Leer­lauf oder Unstim­mig­kei­ten in der Behand­lung, bei­spiels­wei­se bei der Dosis von Medi­ka­men­ten, ent­ste­hen.

Die Medi­zi­ner des Esseners Zen­trums sehen jähr­lich rund 250 Myas­the­nie-Pati­en­ten – meist mehr­mals. Damit gehört es deutsch­land­weit zu den größ­ten spe­zia­li­sier­ten Zen­tren. Eine Myas­the­nie kann sich vom Kin­des­al­ter über Jugend- bis ins hohe Lebens­al­ter mani­fes­tie­ren, daher kön­nen sowohl Neu­ro­päd­ia­ter als auch Neu­ro­lo­gen in die Behand­lung der Erkran­kung ein­ge­bun­den sein. „Die Auto­im­mun­erkran­kung ist nicht heil­bar. Erhal­ten die Pati­en­ten jedoch eine auf sie genau abge­stimm­te Behand­lung, haben sie e ine ganz nor­ma­le Lebens­er­war­tung – und was auch sehr wich­tig ist, ihre Lebens­qua­li­tät ist meist gut. Dafür ist ein kom­ple­xes Fach­wis­sen und lang­jäh­ri­ge Erfah­rung in der Behand­lung nötig“, sag­te Hagen­acker. Hin­zu kommt, dass die Erkran­kung auch nur sehr schwer zu dia­gnos­ti­zie­ren ist. Auch hier bedarf es meist des Know-hows eines extra dar­auf aus­ge­rich­te­ten Zen­trums.

Quelle
Universitätsklinikum Essen
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